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Nie mehr miese Miesmuscheln! Teil 1: Tipps für Einkauf & Aufbewahrung

Lesezeit: 3 Minuten Frische Miesmuscheln sind ein preiswertes und überaus schmackhaftes Genussvergnügen. Doch es sind sensible Meeresfrüchte, die sorgfältig behandelt und gelagert werden wollen, damit Frische und Qualität nicht leiden. Hier kann man viel falsch machen. Aber auch alles richtig. Die folgenden goldenen Miesmuschel-Regeln bringen Ihnen Sicherheit bei Einkauf und Lagerung dieser blauschwarzen Meeresbewohner.

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Nie mehr miese Miesmuscheln! Teil 1: Tipps für Einkauf & Aufbewahrung

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Wann Miesmuscheln Saison haben
Traditionell wird die Mytilus, so der lateinische Name, bei uns in allen Monaten mit einem „r“ angeboten. Das hat mehrere Gründe: Im Wattenmeer der Nordsee ist vom 15. April bis zum 30. Juni Schonzeit. Außerdem schmecken die Muscheln im Herbst, Winter und Frühjahr besser und verderben in den kühleren R-Monaten nicht so schnell.

Das war in früheren Zeiten wichtig, als es noch keine effizienten und sicheren Kühlmöglichkeiten für die Lagerung und den Transport gab. Heute sind Miesmuscheln auch außerhalb der traditionellen Saison auf dem Markt zu finden. Sie kommen meist aus dem Mittelmeer oder dem Atlantik und können auch in Monaten ohne „r“ bedenkenlos verzehrt werden.

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Achten Sie beim Einkauf auf geschlossene Muscheln
Sind die Muscheln noch zu, ist das ein gutes Zeichen. Sind dagegen viele geöffnet, haben sie schon länger kein Wasser mehr gesehen oder wurden schlecht (zu warm) gelagert oder transportiert. Verzichten Sie dann lieber auf den Kauf. Diese Regel gilt übrigens auch für andere frische Muscheln wie Venusmuscheln, Herzmuscheln oder Jakobsmuscheln – und erst recht bei Austern!

Werfen Sie einen Blick auf das Datum der Ernte
Stammen die Miesmuscheln aus dem Mittelmeer oder dem Atlantik, sind sie in der Regel in kleinen Kunststoffnetzen abgepackt. Jedes Netz ist mit einem Nachweiszettel versehen, der Aufschluss über Herkunft, Erzeuger und Erntedatum gibt. Lassen Sie sich diesen Zettel vom Fischhändler zeigen und kontrollieren Sie ihn noch vor Ort, nicht erst zuhause.

Miesmuscheln aus der Nordsee werden üblicherweise in großen Säcken geliefert und dann lose verkauft. Auch hier muss Ihnen Ihr Fischhändler Auskunft über das Erntedatum geben können. Bestehen Sie darauf – das ist Ihr gutes Recht als Verbraucher. Ein professionell und vertrauenswürdig arbeitender Fischhändler wird mit Ihrer Frage auch keine Probleme haben – andernfalls sollte Sie dort lieber nicht kaufen. Akzeptieren Sie in jedem Fall nur Miesmuscheln, deren Erntetag höchstens 2 Tage zurück liegt.

Tipp: Bestellen Sie die Meeresfrüchte beim Fischhändler. Dadurch wird die Ware frischer, aber nicht teurer.

Putzen Sie Miesmuscheln nicht zu früh
Nicht immer sind Miesmuscheln bereits geputzt, der „Bart“ ist noch nicht entfernt (das sind die sogenannten Byssusfäden, mit denen sich die Muschel verankert). Dann sollten Sie diese Fäden selbst aus der Muschel ziehen, da der Muschelbart den Gaumenschmaus trübt. Machen Sie das aber nur unmittelbar vor der Zubereitung, denn meist wird die Muschel dabei verletzt und stirbt in absehbarer Zeit. Lagern Sie daher von Ihnen geputzte Muscheln nicht mehr über Nacht.

So bewahren Sie Miesmuscheln richtig auf
Frische Miesmuscheln können Sie problemlos zu Hause im Kühlschrank eine Nacht lang lagern (bei Außentemperaturen von 2-8 Grad Celsius auch draußen auf dem Balkon, im Schatten versteht sich). Sortieren Sie vorher aber alle beschädigten Muscheln aus, da diese sonst einen unangenehmen Geruch verbreiten. Auch empfiehlt es sich, die Muscheln einmal kurz mit Wasser abzuspülen. Verwenden Sie eine Plastiktüte oder eine Schüssel.

Wichtig dabei ist, dass die Muscheln Luft bekommen, sonst ersticken sie. Plastiktüten deshalb nicht vollständig verschließen und keine Gefäße mit hermetisch abgeschlossenem Deckel verwenden. Ganz wichtig: Niemals Miesmuscheln längere Zeit (beispielsweise über Nacht) im Wasser lagern! Dafür reicht der Sauerstoffgehalt des Wassers nicht aus, die Muscheln sterben Ihnen garantiert und sind am nächsten Tag alle verdorben!

Darf man Miesmuscheln eigentlich roh essen?
Man darf, vorausgesetzt, die Muschel lebt noch. Roh hat das Fleisch allerdings eine leichte Bitternote. Gekocht schmecken Miesmuscheln deutlich besser.

Woher Miesmuscheln ihren Namen haben
Sind Miesmuscheln womöglich hinterhältige, gemeine oder schlecht gelaunte Meeresbewohner? Mitnichten, ihr Name geht auf die mittelhochdeutsche Bezeichnung für Moos (= mies) zurück. Denn Miesmuscheln spinnen braue Byssusfäden (der „Bart“), mit denen sie sich am Meeresgrund, an Pfählen, Steinen und Felsen verankern und die sie sogar zur Fortbewegung einsetzen.

Kleiner Essdolmetscher für Ihren nächsten Urlaub: Cozze & Co.
Auch in anderen Ländern erfreuen sich Miesmuscheln einer großen Beliebtheit. Dort werden sie meist das ganze Jahr über angeboten und stehen häufig auf den Speisekarten der Restaurants – doch hinter welchem Namen verbergen sie sich?

Dänisch = blåmuslinger
Englisch = blue mussels
Französisch = moules
Galizisch = mexillóns
Griechisch = μύδι‘
Holländisch = mossels
Italienisch = cozze
Katalanisch = musclos
Kroatisch = dagnje
Norwegisch = blåskjell
Polnisch = milczek
Portugiesisch = mexilhãos
Schwedisch = musslor
Slowenisch = dagnje
Spanisch = mejillónes

In Teil 2 lesen Sie:
Miesmuscheln: Die Frischeprüfung für sicheren Genuss

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