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Natürlich besser: So erkennen Sie Naturkosmetikprodukte

Lesezeit: 3 Minuten Naturkosmetik liegt ebenso wie Bio im Trend. Dank regelmäßiger Meldungen über krebserregende Stoffe scheinen viele Verbraucher lieber auf solide Naturkosmetik zu setzen als sich von konventioneller Kosmetik das Blaue vom Himmel versprechen zu lassen. Aber was genau ist eigentlich Naturkosmetik und was macht sie aus?

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Natürlich besser: So erkennen Sie Naturkosmetikprodukte

Natürlich besser: So erkennen Sie Naturkosmetikprodukte

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Naturkosmetik: Was ist das eigentlich?

Ob ein Produkt wirklich Naturkosmetik ist oder nicht, erkennt man im Grunde nur an verschiedenen Siegeln, denn Naturkosmetik ist kein geschützter Begriff. Stattdessen haben verschiedene Verbände eigene Definitionen entwickelt, was in Naturkosmetik enthalten sein darf, wie sie hergestellt sein darf und wann eine Marke oder ein Produkt das entsprechende Siegel verdienen.

Die bekanntesten dieser Siegel sind „NaTrue“, „Ecocert“ und „BDIH-kontrollierte Natur-Kosmetik“. Alle drei haben relativ strenge Auflagen. Ist eines dieser Sigel auf einer Verpackung, kann man sich sicher sein, tatsächliche Naturkosmetik zu kaufen.

Genereller Konsens, was Naturkosmetik ausmacht ist, dass möglichst natürliche Inhaltsstoffe enthalten sein sollten. Ausnahmen gibt es jedoch z.B. bei Konservierungsmitteln. Aber auch da orientiert Naturkosmetik sich an der Natur, denn viele Konservierungsmittel stammen zwar aus dem Labor, sind aber natürlichen Stoffen sozusagen ’nachgebaut‘.

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Inhaltsstoffe in Naturkosmetik

In Naturkosmetik sind meist nur pflanzliche Stoffe, sowie Stoffe mineralischer oder tierischer Herkunft enthalten. Ob ein Produkt Naturkosmetik ist oder nicht, hat also nichts damit zu tun, ob es vegetarisch oder vegan ist. Zwar bemühen sich viele Naturkosmetikmarken auch um vegane Produkte, teilweise werden jedoch tierische Stoffe als Ersatz für synthetisch hergestellte Inhaltsstoffe verwendet. Bienenwachs oder Lanolin (Wollfett) findet so beispielsweise Verwendung.

Wichtige Inhaltsstoffe sind meist Öle oder Fette. Auch Alkohol wird häufig zur Reinigung und Desinfektion verwendet. Wer zu trockener Haut neigt, sollte daher einen kurzen Blick auf die Inhaltsstoffe werfen und lieber ein Naturkosmetikprodukt ohne Alkohol kaufen. Als waschaktive Substanz wird häufig auf Zucker zurückgegriffen. Da solche Tenside milder sind, schäumen Naturkosmetikprodukte oft nicht so stark wie konventionelle Kosmetik.

Zertifizierung: Die wichtigsten Naturkosmetik-Siegel auf einen Blick

BDIH – Kontrollierte Natur-Kosmetik: Dieses Label gibt es seit 2001. Kriterien sind unter anderem, dass nur bestimmte Konservierungsmittel eingesetzt werden, keine Rohstoffe von toten Wirbeltieren eingesetzt werden (z.B. Nerzöl) und einige pflanzliche Rohstoffe immer aus kontrolliertem biologischem Anbau stammen. Zusätzlich dürfen keinerlei Tierversuche für die Kosmetika durchgeführt oder in Auftrag gegeben worden sein.

ICADA – Zertifizierte Natur-Kosmetik: Dieses Siegel ist weniger bekannt, da es sich unter anderem der Philosophie hinter Naturkosmetik verschreibt. Daher dürfen so zertifizierte Produkte nicht bei Discountern oder fachfremden Geschäften zu kaufen sein. Auch bei diesem Siegel wird Wert darauf gelegt, dass pflanzliche Inhaltsstoffe Bio-Qualität haben sollten.

ECOCERT: Seit 1995 ist die in Frankreich gegründete Organisation auch in Deutschland vertreten. Ecocert bietet zwei Siegel an: Das Siegel „Ökologische Naturkosmetik“ und das Siegel „Naturkosmetik“. Bei ersterem müssen mindestens 95 Prozent der Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs und pflanzliche Bio-Rohstoffe sein. Bei dem Siegel „Naturkosmetik“ müssen 95 Prozent Naturprodukte sein und mindestens 50 Prozent aus ökologischem Anbau stammen.

Demeter: Das Siegel von Dementer e.V. gilt als besonders schwer zu erreichen, da der Verein strenge Auflagen hat. Es werden vorrangig Lebensmittel zertifiziert, aber auch einige Naturkosmetikprodukte dürfen das Siegel tragen. Dazu müssen mehr als 90 Prozent der Inhaltsstoffe nach Dementer-Vertragskriterien gewonnen werden, die auf das ganzheitliche Konzept von Robert Steiner zurückgehen. Sowohl bei Lebensmitteln als auch bei Kosmetikprodukten sind die Dementer-Auflagen deutlich strenger als bei konventioneller Bio-Produktion.

NATRUE: Seit 2008 gibt es das NATRUE-Label, das der BDIH-Zertifizierung ähnlich ist. NATRUE bietet ein Drei-Sterne-System, bei dem für einen Stern (Naturkosmetik) die Inhaltsstoffe natürlichen Ursprungs sein müssen, jedoch nicht aus biologischem Anbau stammen müssen. Für zwei Sterne (Naturkosmetik mit Bioanteil) müssen mindestens 70 Prozent der natürlichen Inhaltsstoffe aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft oder kontrollierter Wildsammlung stammen. Für drei Sterne muss dieser Anteil bei mindestens 95 Prozent liegen. Das NATRUE-Label gehört mit zu den am weitesten verbreiteten Naturkosmetiksiegeln.

Was ist mit nicht-zertifizierter Naturkosmetik?

Wenn ein Produkt als Naturkosmetik bezeichnet wird, aber kein oben genanntes Siegel trägt, kann es gut sein, dass die Bezeichnung ‚Naturkosmetik‘ nur eine Werbemasche ist. Auch möglich ist allerdings, dass ein anderes Label auf der Verpackung zu finden ist, da es verschiedene Arbeitsgruppen und Organisationen gibt, die sich mit dem Thema beschäftigen. Die oben genannten Labels stellen nur eine Auswahl dar.

Auch möglich ist, dass das Produkt tatsächlich Naturkosmetikkriterien erfüllt, aber nicht zertifiziert ist. Die Zertifizierung kostet die Firmen Geld, weshalb manche Unternehmen darauf verzichten.

Einen groben Überblick kann ein Blick auf die Inhaltsstoffliste geben. Viele Naturkosmetikprodukte haben die Inhaltsstoffe auch in der jeweiligen Landessprache aufgelistet, sodass man schnell sehen kann, ob die Inhaltsstoffe natürlich oder synthetisch sind.

Bildnachweis: Юлия Завалишина / stock.adobe.com

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