Fotografie Praxistipps

Nachtaufnahmen im Mondschein

Lesezeit: 5 Minuten Wenn es draußen dunkel ist und man den sternenklaren Himmel sieht, dann ist der ideale Moment gekommen um fantastische Aufnahmen zu schießen. Erfahren Sie in unserem Fototutorial, wie Sie eindrucksvolle Mondaufnahmen oder fabelhafte Sternenspuren gekonnt in Szene setzen.

5 min Lesezeit

Nachtaufnahmen im Mondschein

Lesezeit: 5 Minuten

Die Kameraeinstellungen

Die Nacht bietet Ihnen faszinierende Motive. Egal ob Sie den Mond oder die Sterne effektvoll ablichten möchten. Eines haben diese Motive gemeinsam. Sie stellen Sie vor einer Herausforderung. Sei es die Dunkelheit und die dadurch entstehende Verwacklungsgefahr oder das künstliche Licht. Alle Hürden können Sie allerdings mit den richtigen Kameraeinstellungen und geeignetem Equipment spielend meistern. So schießen Sie fantastische Fotos, die in Erinnerung bleiben.

Das Motivprogramm "Nachtaufnahmen"

Wenn Sie nicht lange nach der richtigen Kameraeinstellung suchen möchten, können Sie natürlich das Motivprogramm nutzen. Der Vorteil: Die Kamera übernimmt die Einstellungen für Sie und Sie können bereits auf Motivsuche gehen. Der Nachteil: Gewisse Motive, wie zum Beispiel der Mond, müssen anders belichtet werden. Zudem können Sie mit den richtigen Einstellungen interessante Effekte erzeugen. Trauen Sie sich also ruhig auch ans manuelle Einstellen ran. So haben Sie die volle Kontrolle über das Ergebnis und bekommen zudem ein besseres Gefühl für Ihre Kamera.

Wie vermeide ich das Bildrauschen:

Insbesondere Nachtaufnahmen sind anfällig für den störenden „Rauscheffekt“. Doch wieso ist das so?

Auf dem Kamerachip befinden sich lichtempfindliche Dioden, welche die Lichtinformationen in Spannung umwandeln. Allerdings wird der Kamerachip immer mit einer Grundspannung versorgt. Diese fällt bei Tageslicht nicht ins Gewicht. Bei Nacht wird Ihre Kamera allerdings automatisch versuchen den ISO-Wert nach oben zu korrigieren. Dadurch reagieren die Dioden noch stärker auf das einfallende Licht. Die Spannung wird also verstärkt und das führt wiederum zum Bildrauschen.

Hier sind Sie gefragt. Stellen Sie einen geringeren ISO-Wert (zum Beispiel ISO 50 bis 100 oder auch 200 bis 400)  ein, und schon reduziert sich der Rauscheffekt. Sie sollten allerdings jetzt nicht ohne Stativ fotografieren. Denn durch die geringere ISO-Zahl verlängert sich auch die Belichtungszeit. Hier besteht also Verwacklungsgefahr.

Stellen Sie zudem auch die richtige Blendenzahl ein. Optimal für Nachtaufnahmen eignet sich eine Blende zwischen f8 und f16. Die meisten Stative erreichen hier eine hervorragende Leistung.

Geben Sie Verwacklern keine Chance

Sicherlich kennen Sie das. Sie sehen ein fantastisches Motiv, drücken ab uns sehen nun, dass Ihre Aufnahme verschwommen ist. Ein paar Tipps können Ihnen allerdings helfen, um zukünftig unschöne Verwackler zu vermeiden. So sollten Sie bei Nachtaufnahmen immer ein Stativ zur Hand haben und den Bildstabilisator ausschalten. Zwar dient dieser gerade dazu, dass Ihre Bilder nicht verwackeln, jedoch korrigiert der Stabilisator das Motiv permanent. Selbst dann, wenn Ihre Kamera auf dem Stativ steht. Dadurch kommt es zu unschönen Fehlkorrekturen.

Und zu guter Letzt empfehlen wir Ihnen die Auslöseverzögerung Ihrer Kamera oder einen Fernauslöser zu nutzen. Sie vermeiden dadurch Erschütterungen. Sie benutzen keine Kompaktkamera sondern eine Spiegelreflexkamera? Dann sind Sie mit der Spiegelvorauslösung bestens beraten. Denn wenn der Spiegel beim Auslösen hochschnellt, können durch die Erschütterung Unschärfen entstehen. Mit diesen Einstellungen gelingen Ihnen verwacklungsfreie Fotos.

Das RAW-Format

Fotografieren Sie nach Möglichkeit im RAW-Format, denn so gehen keine Bildinformationen verloren. Der Vorteil: Alle Korrekturen, wie zum Beispiel der Weißabgleich lassen sich verlustfrei ausführen. 

Spannende Motive bei Nacht

Den Mond gekonnt ablichten

Der Mond ist nicht nur wegen seiner mystischen Erscheinung faszinierend. Er ist auch ein interessantes und gerne fotografiertes Motiv. Doch damit Ihre Mondfotos auch authentisch wirken, sollten Sie die Belichtungszeit korrigieren. Denn für die Mondfotografie brauchen Sie eine andere Belichtungszeit als für die normale Nachtfotografie.

Der Mond reflektiert das Sonnenlicht. Würden Sie also Einstellungen beibehalten, wäre der Mond auf Ihrem Foto nicht mehr scharf zu erkennen. Stellen Sie eine geringere Belichtungszeit ein und Sie werden ein klares Bild vom Mond bekommen. Wenn Sie sich nicht sicher sein sollten, welche Belichtungszeit optimal ist dann schauen Sie auch ruhig mal im Internet unter "Belichtungszeit Mond" nach. Hier finden Sie verschiedene Tabellen mit Angaben über die Belichtungszeiten: http://lexikon.astronomie.info/foto/serie/serie_6.html.

Tipp: Besonders geheimnisvolle Mondaufnahmen gelingen Ihnen, wenn sich die Wolken vor dem Mond schieben. Auch wenn hier die Umrisse des Mondes etwas verwaschen wirken ist das in dem Fall dennoch nicht so schlimm. Im Gegenteil. Das verstärkt noch einmal den mystischen Effekt.

Tolle Effekte mit künstlichem Licht

Mit der richtigen Blendeneinstellung schießen Sie nicht nur bessere Fotos. Sie ermöglicht es Ihnen auch tolle Effekte zu realisieren. Wie? Stellen Sie eine kleine Blende ein und fotografieren Sie eine Straßenlaterne. Nun entsteht auf Ihrem Foto um die Lichtquelle ein sternenförmiger Lichtschein. Bei einer großen Blendeinstellung vermeiden Sie den Effekt. Den Effekt können Sie nun ganz nach Lust und Laune anwenden.

Sternenspuren

Ein wolkenloser Himmel garantiert Ihnen eine klare Aussicht auf die Sterne. Funkelnd strahlen Sie am Himmelszelt. Doch auf Ihren Fotos entfalten sie nicht die gleiche Wirkungskraft. Die Lichtpunkte wirken auf Ihren Fotos eher nebensächlich. Möchten Sie Ihren Bildern jedoch einen interessanten Touch verleihen, dann versuchen Sie doch einmal Sternenspuren zu fotografieren.

Nachtaufnahmen im Mondschein

Diese entstehen durch eine lange Belichtungszeit. Während Ihre Kamera belichtet, rotiert die Erde weiter und es entstehen fantastische Lichtspuren auf Ihren Fotos. Die besten Sternenspuren gelingen Ihnen, wenn Sie sich einen Kompass mitnehmen und die Kamera nach Norden ausrichten. Platzieren Sie nun den Polarstern mittig im Bild und achten Sie darauf, dass keine störenden Lichtquellen in der Nähe sind, denn diese würden die Bildstimmung verderben. Auch das Mondlicht kann den Effekt stören. Nutzen Sie das es lieber zum Ausleuchten Ihres Motivs.

Jetzt müssen Sie nur noch auf das Motiv fokussieren und auslösen. Hier können Sie natürlich auch mehrere Belichtungseinstellungen ausprobieren, die sich später mit einer sogenannten Startrail-Software zusammensetzen lassen.

Zur blauen Stunde fotografieren:

Kurz nach Sonnenuntergang zeigt sich am Himmelszelt ein tiefer Blauton. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt um stimmungsvolle Nachtfotos aufzunehmen. Nicht nur das dunkle Blau bildet dabei eine Fabelhafte Kulisse auch die Farbtemperaturen des Lichtes sorgen für eine angenehme Bildstimmung. Die Blaue Stunde ist allerdings nicht von langer Dauer. Darum sollten Sie Ihre Fototour auch gut im Voraus planen.

Dabei können Ihnen natürlich Online-Rechner behilflich sein. Mit dem Rechner von JeKo-Photo (http://jekophoto.de/tools/daemmerungsrechner-blaue-stunde-goldene-stunde/) ermitteln Sie spielend leicht, wann die Blaue Stunde beginnt und wann Sie endet. Jetzt brauchen Sie nur noch ein spannendes Motiv und schon kann die Fototour beginnen. Dafür eignen sich natürlich diffus beleuchtete Denkmäler oder Gebäude ideal. Die gelblich wirkenden Fassaden harmonieren fabelhaft mit dem dunklen blau.

Tipp für Smartphone-Fotografen

Nachts mit dem Smartphone zu fotografieren kann manchmal sehr frustrierend sein, da Smartphones besonders von der Lichtsituation abhängig sind. Bei eingeschränkten Lichtverhältnissen kommt es daher schon einmal leicht zu starkem Bildrauschen. Der Effekt lässt sich jedoch bei vielen Smartphones durch eine „Helligkeit +/-„-Taste regulieren. Verringern Sie also den ISO-Wert mit der Minustaste. Zudem bieten viele Smartphones ein Nachtprogramm an, welches das Restlicht verstärkt. Auch beim Fotografieren mit dem  sollten Sie eine natürlich eine feste Unterlage suchen, um nicht zu verwackeln.

Vertrauen Sie nicht nur auf die integrierten Funktionen. Für viele Smartphones, (zum Beispiel Android- oder iPhones) stehen spezielle Apps zur Verfügung, welche die Bildqualität unter Umständen wesentlich verbessern. Möchten Sie zum Beispiel die Belichtung frei einstellen? Dann empfehlen wir für das iPhone die App „Night Modes“ und für Android die App „Camera FV-5“. Natürlich ist es Ihnen überlassen welche App Sie schlussendlich nutzen. Probieren Sie ruhig mehrere Apps aus und verwenden Sie die App, welche die besten Resultate bietet.

Tipp:

Bringen Sie Ihre Fotos besonders zur Geltung, indem Sie diese zum Beispiel für einen
Fotokalender
Nachtaufnahmen im Mondschein verwenden. Denn wenn Sie Ihre ersten Sternenspuren erfolgreich fotografiert haben, möchten Sie diese natürlich auch zeigen. Ein Fotokalender ist quasi wie eine kleine Ausstellung Ihrer besten Fotos.

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