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Nach der Wiesn ist vor der Wiesn. Vorbereitungen fürs Oktoberfest

Lesezeit: 3 Minuten Nach dem Ende eines jeden Münchner Oktoberfestes laufen die Drähte heiß für die Vorbereitungen zum kommenden Fest. Hochtourig laufende Vorbereitungsphasen verzeichnet auch Herzkasperlzelt-Wirt Josef Bachmeier, der seit 2013 auf Innovationen im kulinarischen Bereich setzt. Mit seinen fünf veganen Gerichten rückt er auf der Gesundheits- und Umweltskala beim größten Volksfest der Welt auf Platz Eins.

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Nach der Wiesn ist vor der Wiesn. Vorbereitungen fürs Oktoberfest

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Premiere für vegane Gerichte auf dem Münchner Oktoberfest

Den Anstubser dazu bekam Josef Bachmeier von seinem Sohn, der im bekannten Münchner Restaurant Max Pett kocht. "Ich gebe nur das weiter, was ich selbst bei meinem Chef, Peter Ludik erfahren habe: wie raffiniert, gesund und umweltverträglich eine vegane Ernährungsweise ist", so Bachmeiers Sohn, Lorenz Hocke. Dass Chef, Koch und Wiesn-Wirt damit den richtigen Riecher haben, beweist der große Zulauf an Gästen im angesagten Restaurant in der Münchner Innenstadt und nun auch auf der Wiesn.

Immer mehr Menschen machen sich auf den Weg in Richtung gesunder und umweltbewusster Ernährung und erkennen die globalen Zusammenhänge mit der Massentierhaltung, die damit verbundenen Zustände in der Tierhaltung und dem Hunger in der sogenannten Dritten Welt:

Schon lange werden Fleischkost-Verweigerer nicht mehr in die Ecke der seltsamen Kauze abgedrängt, sondern viele Menschen erkennen die wahren Hintergründe, die zu einer vegetarischen oder veganen Ernährungsweise führen. "Der Trend nach einer gesunden, ökologischen und tierqualfreien Ernährungsweise ist unübersehbar", so auch Angelika Wohlfahrt vom BBT "Bündnis Bayerischer Tierrechtsorganisationen".

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Wiesn-Wirt Josef Bachmeier mit seinem Herzkasperl-Festzelt auf dem Vormarsch

"Neben der Brezn, dem Radi (weisser Rettich) und der Ofenkartoffel ist die Nachfrage an vegetarischen und veganen Speisen unglaublich hoch", so Florian, der im Herzkasperl-Festzelt serviert. "Neben unseren traditionellen Gerichten in Bio-Qualität sind heuer unsere Karotten-Ingwer-Suppe, die veganen Sojamedaillons mit hausgemachten Kasspatzen (Käsespätzle) und die Apfelkücherl im Bierteig als Nachtisch besonders beliebt", so der Wiesn-Servierer weiter.

Dann flitzt er in Richtung Zapfanlage: "Hier bekommt ein Oktoberfestbiertrinker noch eine Maß unter zehn Euro – das ist bissl günstiger als anderswo, wo die Maß Bier die Zehn-Euro-Marke längst erreicht hat. (9,70 Euro fürs Wiesn-Bier im Herzkasperl-Festzelt).

Zehn Euro sind umgerechnet immerhin 20 DM – wenn man überlegt, wie
schnell ein Liter Gerstensaft auf der Wiesn die Kehle hinunter rinnt,
machen dreißig Cent pro Glas, also "Kleinvieh auch Mist", so Lydia
Seigerschmid im Biergarten des Festzeltes.

Neben dem frischgezapften Festbier im Tonkrug wird bei uns jeder Einzelne liebevoll umsorgt und bekommt auf Anfrage auch gern ein Extra: "Haben Sie mal a bissl Salz und an Pfeffer für mein Brot?" Der Servierer platziert den Humpen "Hacker Pschorr-Festbier" auf dem Holztisch und saust mit grobkörnigem Meersalz sofort wieder herbei: "Nicht nur junge Leute, wie dieses Paar lieben das Naturtrübe aus dem Holzfaß, das Hofpfister-Brot oder die veganen Schmankerl, es kommen immer mehr Leute auf die "Oide Wiens", die das Fest gesund und ruhig mögen.

Dazu spielen wir für unsere Gäste auch gern Oldies und Evergreens." Auf den Biergartenbänken vor dem Festzelt sitzt Jung neben Alt, die gediegene Musik tut der Verständigung der Generationen keinen Abbruch: "Musikmäßig lassen wir es ja gern a bissl mehr krachen, eine Freundin ist Sängerin und kürzlich in Eddy’s Bar im Kunstpark aufgetreten (Julia Mandoki)“. 

Neben rockigem Sound vom Kunstpark Ost schwärmt das Münchner Paar, Lydia und Markus auf der Wiesn jedoch von den veganen Gerichten, die Lorenz Hocke zubereitet hat: "Diese Soja-Medaillons sind exzellent und die Apfelkücherl im Bierteig ein echter Gaumenschmaus." Von der süßen Leckerei im Bierteig ist es nicht weit zur Maß aus dem Tonkrug:

"Da wird noch jedes Fass einzeln angezapft, dazu ein Brot vom Hofpfister und wer mag, nimmt einen Biokäse dazu. Das reicht voll und ganz, ist ohne Tierqual entstanden, lecker und gesund", so die jungen Gäste.

Bier und vegane Kasspatzen

Gebraut aus Wasser, Hopfen, Malz und Hefe war und ist Bier schon immer vegan, Kasspatzen ohne Käse sondern aus Soja sind jedoch eine kulinarische Neuheit auf dem traditionellen Oktoberfest. Nun ergänzen sich auch hier Historisches und Fortschrittliches wie bei Laptop und Lederhose und die historische Wiesn präsentiert sich damit als Ausgangspunkt für eine Ess-Revolution mit Wow-Faktor.

Daneben gibt es jede Menge antike Fahrgeschäfte, Schaustellerwagen und Zugmaschinen zu bestaunen. "Das Drei-Euro-Eintrittsgeld, um auf die "Oide Wiesn" und zum Herzkasperl-Festzelt zu kommen, lohnt sich auf jeden Fall", so das Münchner Paar: "Vegane Gerichte liegen nicht nur voll im Trend sondern verweisen zudem auf exzellenten Genuss jenseits des Konsums von Schweinshaxe und Co."

Für Hockes etwas "unbayerische", vegane Gerichte finden die Gäste nur lobende Worte: "Seine Kichererbsennockerl, das Gemüse im Backteig, die Sojamedaillons mit Reherl (Pfifferlinge) in Rahmsauce und seine Kasspatzen werden jedem Fleischesser schmecken, der nun sogar auf der Münchner Festwiese etwas für seine eigene Gesundheit, für die Tiere und die Umwelt tun kann.

Beim nächsten Oktoberfest sind auf jeden Fall wieder hier mit dabei." Lorenz Hocke selbst: "Mit bis zu 40 Portionen servierter Kasspatzen schon am ersten Tag war bereits die steigende Tendenz für Veganes absehbar."

Tipps für München: Kulinarisch und Bier-mäßig

Herzkasperl-Festzelt auf der "Oidn Wiesn" (Südteil der Theresienwiese des Münchner Oktoberfests).

Neben dem Oktoberfestzelt betreibt Josef Bachmeier das ganze Jahr über das "Wirtshaus Fraunhofer", wo er zum Off-Theater Brezn und andere Schmankerl serviert. (Fraunhofer-Straße im angesagten Münchner Glockenbachviertel)

Vegetarisches oder Veganes auf der Wiesn gibt es auch bei Sylvia und Erich Bauer: Heiße Ofenkartoffeln mit Sojasoße.

Laut Schätzungen des Vegetarierbundes Deutschland leben hierzulande etwa 800.000 Menschen vegan – Tendenz steigend.

Quellen: Vor-Ort-Recherche, Blitzinterview mit Gästen, Lorenz Hocke, Wiesnklimafreunde, Presseinformationen – Münchner Oktoberfest.

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