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Mythos Dehnen

Lesezeit: 2 Minuten Jeder Sportler tut es. Sei es aus Gewohnheit oder weil es gesund sein soll. Doch fast keiner weiß wirklich, was es bringt: das Dehnen. Höchste Zeit, mit so manchem Irrtum aufzuräumen. Denn Dehnen wird überschätzt. Es schützt beispielsweise nicht unbedingt vor Verletzungen, es kann sogar welche verursachen.

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Mythos Dehnen

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Mythos I: Dehnen verhindert Verletzungen und Muskelkater
Wer sich dehnt, will Muskelverletzungen verhindern. Ein gut gedehnter Muskel ist aber in keiner Weise belastbarer und elastischer. Für den Muskel kann es sogar gefährlich sein, wenn man das Dehnen übertreibt. Man wird zwar beweglicher, weil die Gelenkreichweite zunimmt, aber dafür nimmt die Schmerzgrenze ab. Man kann den Muskel also weiter dehnen.

So kann es zu großen Spannungen kommen, die im Extremfall den Muskel sogar schädigen, weil im Muskel kleine Mikrofasern reißen. Außerdem wird beim starken gehaltenen Stretching die Durchblutung im Muskel unterbrochen: das hat negative Auswirkungen auf den Aufwärmprozess.

Mythos II: Dehnen verbessert die Leistung
Ist der Muskel gelockert, entspannt und gedehnt, kann er erst seine wahren Leistungsmöglichkeiten entfalten. Diese Aussage ist ebenso falsch wie gefährlich. Statisches Dehnen ist ähnlich anstrengend wie eine Kraftbelastung und ermüdet die Muskulatur, da der Muskel einer einwirkenden Kraft von außen widerstehen muss.

So haben Untersuchungen ergeben, dass Läufer, die zwischen zwei 40-Meter-Sprints ein rund 15-minütiges Dehnprogramm absolvieren, deutlich langsamer werden. Die Zeiten der Kontrollgruppe blieben hingegen nahezu konstant.

Der Grund hierfür liegt im Aufbau der Muskulatur. Kleinste Muskelfasern, die so genannten Aktin- und Myosinfilamente, überlagern sich, und je weiter sie sich überlappen, desto mehr Kraft kann der Muskel freisetzen. Wird der Muskel nun gedehnt, werden Aktin- und Myosinfilamente auseinander gezogen und der Muskel kann weniger Kraft aufbringen.

Je stärker der Muskel also gedehnt wird, desto weniger Leistung kann er erbringen. Vor einer schnellkräftigen Belastung, beispielsweise einem 100-Meter Sprint, sollte man deshalb höchstens leichte dynamische oder federnde Dehnübungen machen, da sie die Muskulatur aktivieren.

Mythos III: Dehnen wirkt einer Muskelverkürzung entgegen
Ein Muskel verkürzt sich, wenn er lange nicht gedehnt wird. Diese Aussage klingt ebenso logisch wie sie falsch ist. Denn die Gesamtlänge eines Muskels ist immer gleich. Spricht man von einem verkürzten Muskel, so meint man eigentlich, dass er weniger flexibel und die Dehnfähigkeit stark eingeschränkt ist. Tritt so eine Verkürzung auf, ist es wichtig, dass nicht der betroffene Muskel, sondern dessen Gegenspieler gekräftigt wird, damit wieder ein Gleichgewicht in der Kraft und in der Ruhespannung auf beiden Seiten hergestellt wird.

Bleibt natürlich die Frage, ob und warum man sich überhaupt beim aktiven Sport dehnen sollte. Durch das Dehnen lässt sich die Gelenkreichweite vergrößern, und genau dafür sollte man es verwenden. Die Beweglichkeit wird verbessert, aber weder schützt es vor Verletzungen noch hilft es bei Muskelkater. Außerdem sollte fürs Dehnen ein separater Trainingstag gewählt werden.

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