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Mutismus – Ursachen, Symptome und Folgen

Lesezeit: 2 Minuten Was ist die Ursache dafür, dass ein Kind nicht spricht, obwohl es seine Sprachfähigkeiten durchaus ermöglichen würden? Währenddessen der totale Mutismus anhand typischer Symptome sehr schnell erkennbar ist, brauchen Eltern und Lehrer oft Jahre, bis sie den (s)elektiven Mutismus aufdecken können. Was also sind Ursachen, Symptome und Folgen des Mutismus?

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Mutismus - Ursachen, Symptome und Folgen

Mutismus – Ursachen, Symptome und Folgen

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Mutismus und seine Ursachen

Nicht selten suchen Eltern die Schuld an der mutistischen Störung ihres Kindes bei sich selbst und ihrem Erziehungsverhalten. Das sollten Sie jedoch nicht tun. Mutismus ist in den meisten Fällen durch eine genetische Disposition bedingt. In etwa 72 Prozent aller betroffenen Kinder haben Familienmitglieder, die ebenfalls schüchtern sind.

Lehrern, Eltern und andere Mitmenschen fällt es leicht, mutistische Kinder – im Vergleich zu hyperaktiven und lernbehinderten Kindern – langfristig zu ignorieren. Gerade aus diesem Grund dauert es manchmal viel zu lange, bis jemand die Verhaltensstörung erkennt und einschreitet. Betroffene werden meist als schüchtern oder lustlos erlebt. Man geht davon aus, dass sich das schon mit der Zeit geben würde.

Außerdem stellen mutistische Kinder keinen Störfaktor für Lehrer dar (zumindest für jene in der Grundschule), da sie sich stets ruhig und brav im Hintergrund aufhalten. Aber Sie als Eltern müssen sich die Frage stellen: „Möchte ich, dass mein Kind seinen Lehrern gefällt, oder will ich, dass mein Kind glücklich wie andere Kinder leben kann?“

Wenn Sie Letzteres anstreben, müssen Sie Ihr mutistisches Kind in eine Behandlung geben, denn anders kann es den Teufelskreis des Schweigens nicht durchbrechen.

Die Symptome und Kennzeichen von Mutismus

Wenn Ihr Kind an einem totalen Mutismus (es spricht mit niemandem – nicht einmal mit Ihnen und anderen nahestehenden Personen) leidet, dann hat es wahrscheinlich ein Trauma erlitten, welches es nicht beziehungsweise nicht ausreichend verarbeiten konnte. Wenn Sie herausfinden möchten, ob auch Ihr Kind mutistisch ist, dann können Sie Ihren Familienalltag genauer unter die Lupe nehmen.

Kennzeichnend dafür, dass sich ein Kind mit Mutismus in einer Familie befindet, sind eine gehemmte Kommunikationsstruktur innerhalb der Familie, ein egoistisches und dominantes Verhalten des Kindes sowie Depressionen und Ängste. In den meisten Fällen befindet sich das betroffene Kind stets im Mittelpunkt des Interesses und wird von Haushaltspflichten befreit.

Je nachdem, ob bei Ihrem Kind der (s)elektive oder der totale Mutismus vorherrscht, spricht es mit Ihnen und seinen Geschwistern viel – sodass es scheint, als wär das Kind hyperaktiv – bis überhaupt nicht. In vielen Fällen tritt der Mutismus in Kombination mit anderen psychischen Störungen wie beispielsweise mit Sozialangst, Depressionen und Psychosen auf. Als typische Verhaltensweisen gelten auch der Rückzug, die soziale Angst und ständiger Widerstand des Kindes.

Mutismus und seine Folgen für das spätere Leben

Der Mutismus kann sich auf die gesamte Entwicklung Ihres Kindes auswirken, wenn nicht frühzeitig eine entsprechende Behandlung erfolgt. Das bedeutet, der Mutismus beeinflusst sowohl die sprachliche und kognitive als auch die emotionale und soziale Weiterentwicklung Ihres Kindes in negativem Sinne.

Dadurch können sich schwerwiegende Probleme in den Bereichen Persönlichkeitsentwicklung, Identitätsbildung,  Selbstbewusstsein sowie Selbstwertgefühl ergeben. Zudem kann ein unbehandelter Mutismus dazu führen, dass Ihr Kind auch im Jugend- und Erwachsenenalter depressiv und ängstlich ist, weshalb es auf andere Menschen mit Rückzug und Widerstand reagiert.

Das wiederum kann dazu führen, dass Ihr Kind später im Berufsleben, in der Schule und in sonstigen Situationen die Außenseiterposition einnimmt. Im Berufsleben als auch in der Schule und an der Universität ist es wichtig, sich an Diskussionen zu beteiligen. Ein mutistisches Kind, das keine Behandlung erhält, wird sich auch im Erwachsenenalter in entscheidenden Momenten zurückhalten, anstatt bösen Anschuldigungen, Hänseleien und Befehlen Kontra zu geben. Werden Sie also wach und machen Sie etwas, damit Ihr Kind dem Dilemma entkommen kann. Alleine ist es dem Phänomen Mutismus völlig ausgeliefert.

Mehr über Mutismus erfahren Sie im Beitrag Mutismus – Kinder gefangen im Netz des Schweigens.

Bildnachweis: sirikorn / stock.adobe.com

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