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Mutismus – Kinder gefangen im Netz des Schweigens

Lesezeit: 2 Minuten Etwa zwei bis fünf von 10.000 Kindern an Volksschulen leiden an Mutismus. Das heißt, sie sprechen nicht, obwohl sie es aufgrund ihrer sprachlichen Fähigkeiten eigentlich könnten. Da die Zahl der Dunkelziffer nicht bekannt ist, ist davon auszugehen, dass es noch mehr Leidende gibt. Lesen Sie, was Mutismus eigentlich ist und was man dagegen tun kann.

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Mutismus - Kinder gefangen im Netz des Schweigens

Mutismus – Kinder gefangen im Netz des Schweigens

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Definition Mutismus

Der Begriff Mutismus leitet sich vom lateinischen Wort mutitas, was übersetzt Stummheit bedeutet, ab. Dabei handelt es sich um eine Kommunikationsstörung, die nicht in Verbindung mit einem Defekt der Sprechorgane oder des Gehörs steht.

Vielmehr kann eine Konnotation zur Sozialphobie beobachtet werden. Obwohl der Mutismus sehr selten vorkommt und auch heute noch relativ unbekannt ist, wird die Auseinandersetzung mit dieser Thematik immer wichtiger. Da die Dunkelziffer nicht bekannt ist, kann man davon ausgehen, dass es noch einige Leidende mehr auf der Welt gibt.

Die unterschiedlichen Formen des Mutismus

Zunächst existiert eine Unterscheidung zwischen dem Früh- und dem Spätmutismus. Während ersterer in einem Lebensalter von drei bis vier Jahren erstmals auftritt, lässt sich zweiterer mehr Zeit und kommt erst ab dem Eintritt in die Schule – also mit fünf bis sieben Jahren – zum Vorschein. Letzterer kommt häufig als Synonym Schulmutismus zur Sprache.

Man unterscheidet zwischen dem elektiven, dem totalen und dem akinetischen Mutismus. Im Folgenden werden diese drei Mutismus-Typen ein wenig näher beschrieben. Auf den elektiven Mutismus werde ich in einem anderen Artikel noch genauer zu sprechen kommen, da mir dieser aus persönlichen Gründen besonders am Herzen liegt. Und auch der akinetische Mutismus bedarf noch mehr an Aufklärung.

Der (s)elektive Mutismus

Der elektive und selektive Mutismus bezeichnen ein und dasselbe Phänomen: Betroffene Kinder sprechen zuhause überdurchschnittlich viel, sobald sie sich aber in einem spezifischen Umfeld befinden, ist ihre Sprache plötzlich fort – als hätte Sie der Erdboden verschlungen. Ein geistiges Defizit ist nicht vorhanden.

Eltern sind meist ratlos, wenn sie vom Klassenlehrer erstmals auf die Verhaltensauffälligkeit des Kindes angesprochen werden. Da es sich zuhause völlig normal, wenn nicht sogar etwas hyperaktiv verhält, können sich betroffene Eltern oft nur schwer vorstellen, dass ihr Kind außerhalb des trauten Heims ein ganz anderes Verhalten an den Tag legt und als eine Person mit ganz anderen Eigenschaften wahrgenommen wird.

Mehr Informationen zum elektiven Mutismus finden Sie im Artikel „Was Sie über den elektiven Mutismus wissen müssen„.

Der totale Mutismus

Diese Form des Mutismus hat den Vorteil, dass sie von Eltern und Lehrern schnell durchschaut wird. Wenn ein Kind unter dem totalen Mutismus leidet, dass ist es in keiner Situation – weder zuhause noch bei Freunden geschweige denn in der Schule – zu verbaler Kommunikation mit seinen Mitmenschen fähig ist. Ursache hierfür sind in den meisten Fällen schockartige Erlebnisse, die zu einem Trauma führen können.

Der akinetische Mutismus

Hierbei handelt es sich um ein sogenanntes neurologisches Syndrom. Kennzeichnend hierfür ist, dass der Antrieb schwer gestört ist. Der Betroffene befindet sich zwar im Wachzustand und verfügt über keine Lähmungen, nichtsdestotrotz führt er keine Bewegungen durch, spricht nicht und ist auch nicht dazu in der Lage, Emotionen zu äußern. In den meisten Fällen kann hier eine Wahrnehmungs- und Gedächtnisbeeinträchtigung diagnostiziert werden.

Mehr Informationen über den akinetischen Mutismus finden Sie im Beitrag „Akinetischer Mutismus und seine Besonderheiten„.

Lesen Sie mehr über die Ursachen und Symptome von Mutismus und wie Sie die Krankheit behandeln können.

Bildnachweis: Tatyana Gladskih / stock.adobe.com

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