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Multifunktionsdrucker versus Einzelgeräte: Entscheidungshilfen

Lesezeit: 3 Minuten In der Werbung werden Multifunktionsdrucker gerne als die umfassende Lösung sämtlicher Aufgaben rund um Drucken, Scannen, Kopieren und Faxen dargestellt. Trotz aller Vorteile sind Multifunktionsdrucker aber nicht für jeden Anwender die Ideallösung, sondern können auch zur teuren Fehlinvestition werden. Erfahren Sie hier die technischen Hintergründe und wie Sie Ihre richtige Entscheidung treffen.

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Multifunktionsdrucker versus Einzelgeräte: Entscheidungshilfen

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Diese vier Leistungen bietet Ihnen ein Multifunktionsdrucker

Einen PC-Arbeitsplatz oder gar ein Büro auszustatten, kann ordentlich ins Geld gehen. Als eine ideale Geldsparmethode wird allenthalben der Einsatz von Multifunktionsdruckern empfohlen. Ein Multifunktionsdrucker (auch: All-in-One-Drucker, Multifunktionsgerät oder MFP "Multi Function Printer") ist in der Tat so etwas wie die "eierlegende Wollmilchsau" und bietet Ihnen die folgenden vier Funktionen:

  1. Ein Multifunktionsdrucker ist zunächst einmal ein Drucker, der wie ein Tintenstrahl- oder Laserdrucker arbeitet.
  2. Darüber hinaus können Sie Papiervorlagen scannen, um sie beispielsweise in Ihren elektronischen Dokumenten weiterzuverarbeiten.
  3. Die gescannten Dokumente können auch mit dem integrierten Fax als klassisches Fax gesendet werden. Manche MFPs unterstützen auch das direkte Faxen über den angeschlossenen PC oder die Netzwerkverbindung.
  4. Das Kopieren von Vorlagen ist eine weitere Funktion der MFPs. Bei hochwertigen Geräten ist sogar ein automatischer Vorlageneinzug vorhanden.

Diese Vorteile bieten Ihnen die "Büro-Alleskönner"

Multifunktionsdrucker ersetzen also bis zu vier einzelne Geräte. Dadurch bieten sie im Vergleich der Anschaffungskosten zu drei oder vier einzelnen Geräten Vorteile im Anschaffungspreis und benötigen weniger Standfläche. Wer zudem die drei oder vier alternativen Geräte wie einen Drucker, ein Fax und einen Scanner parallel in Betrieb hat, der reduziert beim Einsatz von MFPs auch noch seinen Stromverbrauch und spart bares Geld. Durch diese positiven Eigenschaften sind MFPs insbesondere für das Home-Office eine gerne gewählte Gerätekategorie.

Vorsicht Falle: Multifunktionsdrucker trotzdem nicht in jedem Fall ideal

Für viele PC-Anwender scheinen MFPs aufgrund der genannten Vorteile die einfache Lösung sämtlicher Probleme rund um das Kopieren, Scannen, Faxen und Drucken darzustellen. Tatsächlich sind einfache MFPs schon für weit unter 100 Euro zu haben, und speziell Sonderangebote der Elektronikmärkte und Lebensmittel-Discounter sorgen oft für den schnellen Kauf.

Doch einen Multifunktionsdrucker spontan zwischen Tütensuppen und Magerquark, ganz ohne Beratung und genaue Prüfung der Geräteeigenschaften als "Cash & Carry-Ware" mitzunehmen, hat sich schon oft als totale Fehlinvestition herausgestellt. Dabei spielen die folgenden Nachteile der MFPs eine Rolle, die teils auf alle, teils auf nur manche Modelle zutreffen:

  • MFPs fassen die Funktionen mehrerer Geräte zusammen. Ist ein Multifunktionsdrucker defekt, fallen also gleich alle Funktionen aus, bei Einzelgeräten hingegen betrifft ein Ausfall ja immer nur ein Gerät. Dieser Umstand muss insbesondere beim professionellen Einsatz berücksichtigt werden oder es muss eine entsprechende Redundanz geschaffen werden.
  • Der Anschluss von Multifunktionsdruckern an die gängigen PC-Systeme ist ein ganz spezielles Abenteuer. Manche Hersteller liefern für "exotische" Betriebssysteme wie Linux oder Mac OS X keine Treiber, so dass der MFP nur beim Anschluss an Windows funktioniert. Oder es gibt z. B. Treiber für Mac, die aber nicht alle Funktionen unterstützen, die auf einem Windows-Rechner verfügbar ist, beispielsweise fehlt die Faxfunktion. Und wenn es eine neue Windows-Version gibt, kann es gut sein, dass es für einen "alten" MFP gar keinen neuen Treiber mehr gibt.
  • An modernen Netzwerk-Routern finden Sie vielfach eine oder zwei USB-Ports, an denen Sie neben Netzwerkspeichern (USB-Festplatten, USB-Sticks), auch Drucker anschließen und für den Netzwerkzugriff freigeben können. Dies jedoch ist nur mit Geräten der USB-Geräteklasse "Drucker" möglich, zu der MFPs nicht zählen. Daher lassen sich mit dieser praktischen Anschlussmethode Multifunktionsgeräte nicht ans Netzwerk anbinden.
  • Durch die integrierte Faxfunktion sind MFPs in aller Regel so ausgelegt, dass sie rund um die Uhr eingeschaltet sind. Das relativiert die Stromersparnis gegenüber dem Betrieb von Einzelgeräten erheblich. Im schlechtesten Fall braucht der MFP sogar mehr Strom als drei Einzelgeräte, die nur zur gewünschten Betriebszeit eingeschaltet sind.
  • Eine besondere Kostenfalle hält die Kopierfunktion bereit. Denn die meisten MFPs arbeiten mit den gleichen Druckwerken wie die bekannten Farb-Tintenstrahldrucker. Wer vorhat, seinen Multifunktionsdrucker als "Copy-Shop-Ersatz" zu verwenden, sollte tunlichst die Druckkosten pro Seite und die Kosten der Druckkopfpatronen oder Tintenpatronen vorab genau kontrollieren. Bedenken Sie dabei auch, dass für den kontinuierlichen Geräteeinsatz die Verbrauchsmaterialien bevorratet werden müssen.

Fazit: Multifunktionsdrucker können eine geld- und platzsparende Alternative zum klassischen Gerätepark sein. Die Anschaffung will allerdings sehr genau überlegt sein und die Fähigkeiten eines MFPs sollen vorm Kauf sehr genau geprüft werden, sonst droht eine ärgerliche und teure Fehlinvestition.

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