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Modellbahn: Als Z-Stellung nutzen Sie sogar alte und defekte Fahrzeuge

Lesezeit: 2 Minuten Im Laufe des Eisenbahnbetriebs gibt es zwangsläufig auch Ausmusterung von veraltetem, defektem oder nicht mehr wirtschaftlich zu betreibendem Material an Lokomotiven und Waggons. Das ist bei aktivem Modellbahn-Betrieb genauso. Es gibt mehrere Möglichkeiten, defekte oder beschädigte Modelle sinnvoll weiterzuverwenden. Eine davon ist die bewusste "Z-Stellung" im Modell.

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Modellbahn: Als Z-Stellung nutzen Sie sogar alte und defekte Fahrzeuge

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Die Z-Stellung markiert in zwei Varianten das Ende der Nutzungsdauer

Alle Fahrzeuge der Bahn erreichen irgendwann ein Alter, in dem es sich aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht mehr lohnt, das Fahrzeug weiter betriebsfähig zu halten. Das betrifft sowohl Lokomotiven, als auch Waggons. Am Ende der Nutzungsdauer werden die Fahrzeuge „Z-gestellt“. Die Z-Stellung meint also bei der Deutschen Bahn (DB) und ihren Vorgängerunternehmen (Deutsche Reichsbahn, Deutsche Reichsbahn Gesellschaft) die Abstellung momentan nicht mehr benötigter bzw. nicht mehr einsetzbarer Fahrzeuge des Rollmaterials.

Konkret gibt es bei der Z-Stellung allerdings zwei unterschiedliche Bedeutungen:

1. „Zurückgestellt von der Ausbesserung“:

Bei dieser Z-Stellung werden an dem Fahrzeug keine turnusmäßigen oder außerterminlichen Instandhaltungsarbeiten oder Hauptuntersuchungen durchgeführt, wie beispielsweise die Kesseluntersuchungen bei Dampflokomotiven. Diese zurückgestellten Fahrzeuge werden aber nicht durch Entnahme von Bauteilen ausgeschlachtet oder sonst wie technisch fahruntüchtig gemacht. Diese Z-gestellten Fahrzeuge haben also meist extrem hohe Verschleißspuren, können aber mit einem gewissen Aufwand wieder für den Betriebsdient einsatzbereit gemacht werden.

2. „Zurückgestellt zur Zerlegung“:

Das trifft auf derart bezeichnete Fahrzeuge nicht zu. Von diesen Z-gestellten Fahrzeugen dürfen alle Teile entnommen werden, es sind also meist schon Demontagen sichtbar. Diese Fahrzeuge werden auch in Zukunft nicht mehr für den Betriebsdienst benötigt. Defacto sind diese Fahrzeuge so gut wie verschrottet und werden in absehbarer Zeit buchmäßig ausgemustert. Die Seitenwand solcher Fahrzeuge ist manchmal mit einem großen „Z“ in auffälliger Farbe markiert und die vorherige Betriebsnummer entfernt oder übermalt.

Fahrzeuge mit Z-Stellung auf der Modellbahn-Anlage einsetzen

Für den Modellbahner ist die Darstellung von Z-Stellungen insofern interessant, als dass sich damit eine hervorragende Weiterverwendung von „Modellbahn-Schrott“ findet, der sich zwangsläufig im Laufe der Zeit ansammelt. Folgende Einsatzmöglichkeiten und Szenarien sind mit „Modellbahn-Z-Stellungen“ oder anderweitig defektem Rollmaterial leicht umzusetzen:

  1. Stellen Sie optisch sichtbar gealterte und teildemontierte Fahrzeuge beispielsweise auf einem verlassenen Abstellgleis ab. Sie werden sehen, dass sich daraus eine vorbildnahe Eisenbahnszene ergibt. Wer mag, kann dem Alterungseindruck mit ein wenig Patina in Form von rostroter Farbe per Airbrush oder der Dry-Brush-Technik nachhelfen.
  2. Lokomotiven mit defekter Elektronik lassen sich bei den drastisch gesunkenen Preisen der Digitaldecoder meist wirtschaftlich reparieren. Sollte dies einmal nicht möglich sein, weil beispielsweise Schäden an der Mechanik oder dem Getriebe hinzukommen, lassen sich solche Fahrzeuge als Standmodelle im Rangierbahnhof, im Lokschuppen oder dem Modellbahn-Betriebswerk platzieren.
  3. Z-gestellte Fahrzeuge werden zuweilen zu einem „Lokzug“ zusammengefasst, in dem eine funktionierende Lok mehrere Schrottfahrzeuge zum Abwracken schleppt. Sind die Z-gestellten Fahrzeuge rollfähig, ist dies eine reizvolle Darstellung.
  1. Sogar aktiv lassen sich defekte Lokomotivmodelle noch einsetzen, ganz ohne Z-Stellungsmerkmale. Damit aus einem Lokomotiv-Standmodell ein -Rollmodell wird, reicht es meist, die Getriebehemmung aufzuheben, indem Sie ein oder zwei Getriebe-Zahnräder entfernen. Wer das Gewicht des Rollmodells reduzieren möchte, kann auch den Motor komplett ausbauen. Solche Lokomotiven ohne eigenen Antrieb lassen sich als Darstellung einer Schublok („Sandwich“) oder als zweite Dummy-Lok zum Ziehen besonders schwerer Züge (Vorspann, Traktion) optisch ansprechend einsetzen.

Wer einen „Z-gestellten“ Güterwagen darstellen möchte, findet eine Vorlage bei dem H0-Modell von Joswood „Güterwagen Z-gestellt“ (Bestell-Nr. 19013). Die Aufbauten des dezent verfallenen, gedeckten Güterwagens sind in Lasercut-Technik gefertigt. Wie auch bei Lasercut-Gebäudemodellen überzeugen auch bei den Güterwagen die feinsten Gravuren gegenüber den Großserienprodukten.

Tipp: Wenn Sie Fachsprache und Jargon rund um die Modelleisenbahn noch vor das eine oder andere Rätsel stellt, finden Sie Hilfe beim kostenlosen, deutschsprachigen Online-Lexikon der Modelleisenbahn.

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