Krankheiten Praxistipps

Milieutherapie: Alltagsgestaltung und Umsetzung

Bei der Milieutherapie geht es um bewusste Alltagsgestaltung und die Steigerung der Lebensqualität der Demenzkranken. Individuelle Beschäftigungsangebote sind nur ein Aspekt, den es in den Arbeitsalltag zu integrieren gilt. So führen Sie die Milieutherapie in 19 Schritten ein.

Milieutherapie: Alltagsgestaltung und Umsetzung

Milieutherapie: Bewusste Alltagsgestaltung
Durch eine bewusste Alltagsgestaltung mit individuellen Beschäftigungsangeboten auf der Grundlage der Biografie (z. B. Gartenarbeit) soll die Lebensqualität der Bewohner gesteigert werden. So setzen Sie diesen Aspekt im Arbeitsalltag um:

  • Planen Sie Angebote der sozialen Betreuung, die sich an der Bewohnerstruktur orientieren.
  • Passen Sie Betreuungsangebote an die individuellen Möglichkeiten des Demenzkranken an.
  • Führen Sie zu Beginn der Demenzerkrankung ein kognitives Training durch.
  • Planen Sie Angebote, die geeignet sind, die Mobilität zu erhalten und zu fördern.
  • Setzen Sie bei mittlerer und schwerer Demenz Konzepte ein, die sich auf vorhandene basale Komepetenzen beziehen.

Milieutherapie in 19 Schritten einführen

  1. Führen Sie eine Bestandsaufnahme in Ihrer Einrichtung / Ihrem Wohnbereich durch. Was ist machbar? Was ist bereits vorhanden? Wofür bedarf es Änderungen?
  2. Planen Sie zusammen mit Kollegen und Mitarbeitern.
  3. Suchen Sie freiwilliges, engagiertes Personal zum Mitarbeiten.
  4. Gegebenenfalls brauchen Sie für die Umsetzung der Milieutherapie Hilfe von Außen. Auch eine unbeteiligte Sichtweise hilft oft sehr.
  5. Planen Sie einen Neubau? Informieren Sie sich bei diesbezüglich erfahrenen Architekten.
  6. Welche Bewohner kommen für eine Unterbringung in einem Wohnbereich für Demenzkranke in Frage? Gibt es genügend Bewohner / Interessenten?
  7. Sind bauliche Veränderungen (Umbauten, Renovierungen) erforderlich?
  8. Informieren Sie sich über biografisch angepasstes Mobiliar für dei Milieutherapie.
  9. Gestalten Sie Wohn-, Ess- und Aufenthaltsbereiche mit vertrauten Materialien und leicht verständlich hinsichtlich der Orientierung.
  10. Wählen Sie Farben, Tapeten und Teppiche in angenehmen, ansprechenden Farben aus.
  11. Beachten Sie Vorgaben der Lichtgestaltung.
  12. Setzen Sie die Farbgestaltung sinnvoll ein.
  13. Achten Sie darauf, dass der Dienstplan auf die Bewohner abgestimmt ist.
  14. Organisieren und schaffen Sie Reizangebote für demente Bewohner.
  15. Prüfen Sie, ob der Aspekt der Bezugspflege umgesetzt wird.
  16. Schulen Sie Ihre Pflegekräfte in den vielfältigen therapeutischen Ansätzen.
  17. Informieren Sie die Angehörigen und bitten Sie um Mithilfe und Ideen zur Umsetzung der Milieutherapie.
  18. Bereiten Sie mit Ihrem Team einen Rahmen für die Tagesstrukturierung vor.
  19. Überprüfen und ggf. überarbeiten Sie die Beschäftigungs- und Aktivierungsangebote. Führen Sie eventuell neue Angebote ein.

Die Milieutherapie muss von allen unterstützt werden
Viele Aspekte liegen nicht in Ihren Händen – besonders die materiellen Gesichtspunkte der Milieutherapie können nur durch Unternehmensentscheidungen umgesetzt werden, wenn der entsprechende finanzielle Rahme zur Verfügung gestellt wird.

Die organisatorischen Aspekte, Qualifikations- und Fortbildungsmaßnahmen können auch nur mit Unterstützung durch die Vorgesetzten umgesetzt werden. Wenn Sie konkrete Vorstellungen und Ideen für die Milieutherapie in Ihrem Ihren Wohnbereich haben, sprechen Sie Ihre Vorgesetzten an und machen Sie Vorschläge zur Verbesserung des Umfelds. Viele Veränderungen brauchen Zeit – und vor allem ein gutes Konzept, anhand dessen sie sich umsetzen lassen.

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: