Homöopathie Praxistipps

Miasmatische Mittel als Zwischenmittel einsetzen

Lesezeit: 3 Minuten Häufig braucht man in einer homöopathischen Behandlung ein miasmatisches Mittel als Zwischenmittel. Wenn beispielsweise ein gut gewähltes Konstitutionsmittel nicht mehr wirkt, nachdem es über eine längere Zeit gut geholfen hat, kann ein miasmatisches Mittel hilfreich sein. Lesen Sie, wann und wie Sie diese Mittel einsetzen.

3 min Lesezeit

Miasmatische Mittel als Zwischenmittel einsetzen

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Die miasmatischen Mittel in der Homöopathie

Neben den großen Miasmen wie der Psora, der Sykose, der Syphillinie und der Tuberculinie gibt es noch die weniger bekannten Miasmen, wie das lepröse Miasma, das cancerogene Miasma und das Ringworm-Miasma. Je nachdem, unter welchen Vorbelastungen ein Patient leidet, was ihm also von den Eltern oder auch den Großeltern aus miasmatischer Sicht mitgegeben wurde, wird das passende miasmatische Mittel als Zwischenmittel gegeben, um den Heilungsprozess weiter anzuregen. 

Das psorische Miasma in der Homöopathie

Ein Mensch mit einer psorischen Belastung, leidet unter Antriebslosigkeit und mangelnder Zielstrebigkeit in seinem Leben. Es fällt ihm schwer, Dinge in Angriff zu nehmen und die Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen. Es fehlt ihm an Kraft, an Selbstvertrauen und meist auch an Durchhaltevermögen. Auf der körperlichen Ebene finden wir meist allerlei Hautausschläge und Verdauungsprobleme. Auch Probleme mit der Leber gehören in der Regel zum psorischen Miasma.

Einsatz eines miasmatischen Mittels bei einem psorischen Patienten

Nehmen wir beispielsweise einen psorischen Patienten, der über längere Zeit Lycopodium bekommen hat, was ihm zunächst gut geholfen hat. Nun bringt es aber keine weitere Verbesserung. Und obwohl die Symptome mit denen des Mittelbildes von Lycopodium übereinstimmen, kann das Mittel den Patienten nicht heilen.

In diesem Fall kann das miasmatische Mittel Sulphur den Heilungsprozess unterstützen. Nach einer einmaligen Gabe des miasmatischen Mittels, kann dann wieder Lycopodium gegeben werden. Dieses wird nach der miasmatischen Klärung wieder ganz neu greifen und einen weiteren Heilungsschritt bewirken.

Die Sykose in der Homöopathie

Das sykotische Miasma liegt vor, wenn in der Familienanamnese bei den Eltern oder Großeltern eine Gonorrhoe aufgetreten ist. Es zeigt sich beim Patienten durch ein Übermaß an Gefühlen und Bedürfnissen. Der Genuss von Lebensmitteln, Stimulantien und Sex wird übertrieben.

Der Ausdruck der eigenen Gefühle ist sehr stark. Diese Patienten bringen viel Wärme in einen Kontakt ein, können aber auch sehr impulsiv und wütend werden. Sie haben eher zu viel Energie als zu wenig. Auf der körperlichen Ebene finden wir Wucherungen, Warzen, wildes Fleisch, berstende Kopfschmerzen, Dauerschnupfen und Ausfluss.

Einsatz eines miasmatischen Mittels bei einer sykotischen Patientin

Nehmen wir eine sykotische Frau, die über einen längeren Zeitraum Pulsatilla bekommen hat. Nun wirkt dieses Mittel nicht mehr, obwohl alle ihre Symptome weiterhin auf Pulsatilla als angezeigtes Konstitutionsmittel hinweisen.

Aus ihrer Familienanamnese haben wir erfahren, dass es in ihrer Familie bereits Erkrankungen mit Gonorrhoe gegeben hat. Nun kann eine einmalige Gabe des homöopathischen Mittels Medorrhinum den stagnierenden Heilungsprozess wieder in Gang bringen. Danach wird sie weiter mit Pulsatilla in aufsteigenden Potenzen behandelt. 

Das tuberculinische Miasma in der Homöopathie

Wenn in einer Familienanamnese gehäuft Fälle von Tuberkulose oder Lungenentzündung vorkommen, handelt es sich beim Patienten in der Regel um eine tuberculinische Belastung.

Der Tuberculiniker will alles sehr schnell erledigen. Er wirkt gehetzt, hat kaum Zeit sich auf ein Gespräch oder eine Untersuchung einzulassen. In seiner Freizeit begibt er sich in extreme Situationen. Er liebt extreme Sportarten oder bereist ferne Länder, um aus dem Alltag auszubrechen. „Schnell, schnell, schnell“ lautet sein Lebensmotto. Er ist ein Getriebener, dem ständig die Luft zum Atmen fehlt.

Einsatz eines tuberculinischen Zwischenmittels bei einem Kind

Nehmen wir an, ein Kind, das unter ADHS leidet, hat längere Zeit gut auf das Mittel Phopshor reagiert. Es ist ruhiger geworden und konnte sich besser konzentrieren. Nun bringt Phosphor keine weitere Besserung der Symptome und das Kind leidet wieder stark unter der inneren Unruhe und der fehlenden Konzentration.

Eine einmalige Gabe des Mittel Tuberculinum kann den Heilungsprozess dann wieder anregen. Danach wird mit dem homöopathischen Konstitutionsmittel Phosphor fortgefahren. 

Fazit

Wenn ein gut gewähltes Konstitutionsmittel eine Weile eine deutliche Besserung der Symptome bringt, dann aber der Heilungsverlauf stagniert, ist oft das miasmatische Mittel angezeigt. Es kann durch eine Einmalgabe den stockenden Heilungsverlauf wieder anregen. Der Patient wird von seiner miasmatischen Vorbelastung befreit.  

Weitere Informationen zu den Miasmen in der Homöopathie finden Sie hier:

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