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Mentales Management der Krise: Begriff und Aspekte

Mentales Management oder Mentaltraining setzt eine grundlegende Vorstellung über den betreffenden Lebensbereich voraus, der mit Mentalkraft verändert oder gemeistert werden soll. Dies gilt vielleicht im Besonderen für eine "Krise", weil Krisen mental und emotional blockierend wirken. Es sollen deshalb einige wesentliche Aspekte von Krisen gekennzeichnet werden.

Mentales Management der Krise: Begriff und Aspekte

Mentales Managament: Der Begriff "Krise"
Der Begriff "Krise" wird in Theorie und Praxis sehr verschieden verwendet.
Im altgriechischen Wort "krisis" (Wendepunkt, Entscheidung) verwies eine Krise auf einen entscheidenden Punkt einer Handlung im antiken Drama bzw. auf eine Zuspitzung bei einer Krankheit.

Seit dem 18. Jahrhundert wurde der Krisenbegriff zunächst auf gesellschaftliche, später auch auf ökonomische Spannungen und Störungen, wie z. B. plötzliche Katastrophen durch Missernten, übertragen.

Der klassische ökonomische Krisenbegriff entwickelte sich im späten 19. Jahrhundert in engem Zusammenhang mit dem Aufkommen von Nationalökonomie und Volkswirtschaftslehre.

Krise ist eine Ableitung und Interpretation der Begriffe "Scheiden, Auswählen, Beurteilen, sich messen, Streiten, Kämpfen", als Kombination also auch Scheidung, Streit, aber auch Entscheidung, die einen Konflikt beendet, Urteil oder gar Beurteilung.

In der ostasiatischen und chinesischen Kultur steht das erste Zeichen im Begriff Krise für "Gefahr" und das zweite für "Chance".

Aspekte einer Krisen-Situation

1) Krise = Zuspitzung von Widersprüchen
In einer Krisensituation spitzen sich Widersprüche und Konflikte zu.
Sie suchen nach Entladung und Ausgleich.
Sozial-ökonomische Beispiele für Zuspitzung von Widersprüchen:

  • wachsende Schulden
  • wachsendes Geldvermögen
  • wachsende Spannungen

2) Krise = Störung
Krise bezeichnet eine massive Störung des wirtschaftlichen, politischen,  gesellschaftlichen System oder des persönlichen Lebens, die über einen gewissen längeren Zeitraum anhält.

Allgemein bezeichnet das Wort Krise einen Zustand akuter Schwierigkeiten. Zum Beispiel wird damit in der Ökonomie die Übergangsphase vom wirtschaftlichen Aufschwung zum Abschwung bezeichnet.

In der Medizin ist mit Krise das Auftreten von Krankheitszeichen (Krankheit, Symptom) mit besonderer Heftigkeit gemeint.

In der Sozialen Arbeit wird der Begriff Krise vor allem im psychologischen Verständnis (Psychologie) gebraucht. In diesem Sinne ist unter Krise der Verlust des seelischen Gleichgewichts zu verstehen. Wesentlich ist dabei, dass der Betroffene diesen Zustand mit seinen eigenen Möglichkeiten nicht selbst überwinden kann.

Solche dramatischen Auseinandersetzungen mit psychischen Konflikten können durch besondere Situationen hervorgerufen werden, zum Beispiel Prüfung oder Scheidung oder durch bestimmte Lebensphasen wie Pubertät oder Wechseljahre verursacht sein.

3) Krise = Zerstörung von Illusionen
Krisen zerstören Täuschungen und Betrug, wie z. B.

  • Illusion vom endlosen Wirtschafts-Wachstum
  • Illusion von ewiger Lohnsteigerung
  • Illusion von Vollbeschäftigung (Arbeit für alle)
  • Illusion vom Wohlstand für alle
  • Illusion von Stabilität der (kapitalistischen) Gesellschaft
  • Illusion von automatischer Geld-Vermehrung durch Zinsen
  • Illusion, dass Staaten nicht bankrott gehen können
  • Illusion, dass Politiker die Interessen des Volkes vertreten
  • Illusion, dass die Medien die Wahrheit verbreiten
  • Illusion, dass Geld nicht verlorengehen kann, sondern nur den Besitzer wechselt.

4) Krise = Kipp-Situation
Das Alte wird versuchen, sich durch kurzfristige Maßnahmen aufrecht zu erhalten. Das Neue wird versuchen, sich mutig und kreativ durchzusetzen. Solange wir KRISE ausschließlich auf ihren negativen Aspekt festlegen, bleiben wir Opfer der Krise und leiden durch sie. Mentalmanagement will jedoch die schöpferische Möglichkeit des Menschen nutzen.

5) Krise = Gefahr und Chance
a) Gefahr und Bedrohung:
Angst vor Verlust an

  • materiellem Besitz ("Besitzstandswahrung"),
  • Macht und Einfluss,
  • Sozialen Beziehungen,
  • Anerkennung und Liebe,
  • Einschneidenden Änderungen, Verzicht, Loslassen, Kündigen, Ausziehen, Trennung, finanzielle Einbussen

b) Möglichkeit:

  • zur Bereinigung,
  • des Lernens und Entwickelns,
  • des Veränderns, was nicht mehr gesund hielt und glücklich machte

"Die Krise der Etablierten wird zur Chance der Neuen."
(Tom Sommerlatte, dt. Unternehmensberater, Geschäftsführer Arthur D. Little International Management and Technology-Consulting)

6) Krise = Übergang
Krisen tragen in sich die Chance zur qualitativen Verbesserung. Die Krise hat eine andere Dimension als Übergangsphase bzw. als gewinnende Zeit, die im Ergebnis gut ist. Molinari: "Jeder große oder kleine Fortschritt besitzt seine Krise."

In der Spiritualität ist Krise die "Dunkle Nacht der Seelen"

  • der Zustand, wenn das Bewährte keinen Halt mehr bietet und das Neue noch nicht greift.
  • der Zwischenraum , indem wir uns orientierungslos vom Wollen zum
    Sein hinab bewegen.

Diese Prüfung ist im Moment nicht angenehm, aber nach Ablauf einiger Zeit  sehr wohl.

7) Krise = Heraus-Forderung
Krisen fordern uns heraus: Forderung des Lebens an uns Menschen,

  • unsere inneren schöpferischen Potentiale, Qualitäten und Kompetenzen zu erkennen und
  • diese konsequent für unsere Entwicklung zu nutzen.

Der Mensch ist ein Subjekt, das sich in seinem Handeln an Sinn und Bedeutung orientiert. Der Mensch ist bewusstseins- und erkenntnisfähig. Er kann diese Fähigkeiten auch auf sich selbst anwenden und sich auch von außen ansehen.

8) Krise = Entwicklungs-Hilfe
Menschen lernen und entwickeln sich einzeln oder kollektiv durch Krisen

  1. aus LEIDEN (Krankheit, Verlust) oder
  2. aus ERKENNTNIS                                                                                        

Zur Vermeidung von Wiederholung setzt Lernen zur Höher-Entwicklung des Systems ein.

Mit diesem mentalen Bild über wesentliche Aspekte einer Krise kann die Mentalkraft in solchen Situationen wirksamer verändernd genutzt werden.

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