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Laktoseintoleranz: Tipps zur Ernährung

Lesezeit: 3 Minuten Rund 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung in Deutschland leiden an Milchzuckerunverträglichkeit (Laktoseintoleranz). Bei dieser Funktionsstörung ist der Darm nicht in der Lage, Milchzucker aus der Nahrung zu spalten. Milchzucker ist vor allem in Kuhmilch und Milchprodukten enthalten. Im folgenden Artikel erfahren Sie mehr über die Symptomatik der Laktoseintoleranz und was Sie bei Ihrer Ernährung unbedingt beachten sollten.

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Laktoseintoleranz: Tipps zur Ernährung

Laktoseintoleranz: Tipps zur Ernährung

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Enzymmangel als Ursache der Laktoseintoleranz

Die Laktoseintoleranz oder Milchzuckerunverträglichkeit entsteht entweder durch einen angeborenen Mangel oder eine verminderte Aktivität des Enzyms Laktase. Laktase wird im Dünndarm gebildet. Ist die Aktivität eingeschränkt, kann der Milchzucker (Laktose) nicht mehr in Traubenzucker (Glukose) und Schleimzucker (Galaktose) gespalten und resorbiert werden, verbleibt somit im Darm und gelangt in tiefere Darmabschnitte.

Dort wird der Milchzucker durch die Darmbakterien in kleine Moleküle abgebaut, die wiederum die Darmperistatik anregen. Gleichzeitig steigen der osmotische Druck und damit der Wassereinstrom in das Darmlumen. Es entsteht ein Dehnungsreiz, der zu einer starken Darmperistatik führt und damit zu Blähungen, Völlegefühl, Durchfällen und Bauchschmerzen.

Mögliche Folgeerscheinungen sind dabei auch: Übelkeit, Infektanfälligkeit, Pilzbefall, Trockenheit von Haut, Haaren, Augen oder Mund, Mundgeruch, Kopfschmerzen, Konzentrationsschwäche sowie chronische Müdigkeit.

Welche Arten der Laktoseintoleranz gibt es?

Man unterscheidet zwischen dem primären und dem sekundären Laktasemangel sowie der erworbenen Laktoseunverträglichkeit. Der primäre Laktasemangel ist eine angeborene Stoffwechselstörung mit einem vollständigen Mangel. Er tritt in den ersten Tagen nach der Geburt durch die aufgenommene Nahrung auf. Die Säuglinge müssen dann mit laktosefreien Präparaten ernährt werden, da sie auch Muttermilch nicht vertragen. Auch im späteren Lebensalter sollte Laktose vermieden werden. Diese Störung tritt aber sehr selten auf.

Die sekundäre Laktoseintoleranz wird durch akute oder chronische Erkrankungen (wie z. B. Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Zöliakie ) hervorgerufen, die die Darmschleimhaut schädigen. Die erworbene Laktoseunverträglichkeit tritt erst im höheren Lebensalter bei Erwachsenen auf, da die Laktasemenge kontinuierlich sinkt.

Ob man eine Laktoseunverträglichkeit entwickelt hat, lässt sich durch einen Atemtest beim internistischen Magen-Darm-Spezialisten (Gastroenterologen) bestimmen.

Hinweis: Laktoseintoleranz ist nicht Milchallergie

Die Laktoseintoleranz darf nicht mit der Milchallergie verwechselt werden. Hier reagiert das Immunsystem auf Kuhmilcheiweiß. In diesem Fall muss auf sämtliche Milchprodukte komplett verzichtet werden.

Was ist bei Laktoseintoleranz erlaubt? Welche Lebensmittel müssen Sie in Ihrer Ernährung meiden?

Ist bei Ihnen eine Laktoseunverträglichkeit festgestellt worden, müssen Sie Ihre Ernährung umstellen. Im Allgemeinen müssen Sie Kuhmilch und Milchprodukte meiden. Ein Auszug an Lebensmitteln, die Milchzucker enthalten: Kuhmilch, Sauermilchprodukte, Sahne, Trockenmilch, Kaffeeweißer, Schokolade, Eiscreme, Käse.

Hartkäse vertragen Betroffene aber meist sehr gut. Ebenso gut wird nicht erhitzter (pasteurisierter) Joghurt trotz des hohen Gehalts an Milchzucker gut vertragen. Wichtig bei der Ernährung ist, dass Sie selbst herausfinden, was Sie gut vertragen und was nicht!

Neben dem Laktosegehalt in Milch und Milchprodukten sind Milchzuckerzusätze in einer Vielzahl von Lebensmitteln erhalten, wie z. B. in Instantsuppen, Salatdressings, Brot- und Backwaren, Kuchen, in fettreduzierten Wurstwaren oder auch in Fertigmüslimischungen, Fertiggewürzen, Pommes frites, Hamburgern sowie  Fertiggerichten.

Vorsicht ist geboten bei Zahnpasta, Süßstofftabletten oder Medikamenten, die auf Laktosebasis hergestellt sind. Daher stets die Zutatenliste unter die Lupe nehmen!

Beim Einkauf im Supermarkt sollte man außerdem bedenken, dass Laktose in vielen Produkten versteckt enthalten sein kann. Denn Laktose gilt nicht als Zusatzstoff mit “ E – Nummer „. Deswegen sollte man sich nicht darauf verlassen, dass dies in der Produktbezeichnung auch immer angeführt ist. Wer sicher gehen will, sollte gezielt nach Produkten mit der ausdrücklichen Bezeichnung „laktosefrei“ suchen.

Laktosefreie Lebensmittel

Das Angebot an laktosefreien Lebensmitteln ist heute sehr groß. Erhältlich sind laktosefreie Milch und diverse Käsesorten, laktosefreie Sahne, Joghurt, Schokomilch etc. Sie sollten deshalb diese laktosefreien Lebensmittel undbedenklich in Ihren Ernährungsplan einbauen. Ansonsten droht Ihnen Kalziummangel mitsamt den möglichen Folgen (z. B. erhöhtes Osteoporoserisiko).

Wo erhalten Sie laktosefreie Lebensmittel?

Reformhäuser, Bio-Läden, aber mittlerweile auch die Lebensmitteldiscounter bieten die milchzuckerfreien Lebensmitteln an. Diese Lebensmittel sind auch dementsprechend gekennzeichnet. Fragen Sie einfach nach, das Verkaufspersonal ist geschult und hilft Ihnen gerne weiter.

Medikamententipp bei Laktasemangel

Sollten Sie z. B. auf Reise gehen und wissen nicht, ob Sie dort problemlos laktosefreie Lebensmittel erhalten, so können Sie vorsichtshalber das Medikament Lactrase® in Ihrer Reiseapotheke mitführen. Lactrase® ersetzt die bei Laktasemangel fehlende körpereigene Laktase und ermöglicht so in der Regel den beschwerdefreien Genuss von milchzuckerhaltigen Speisen und Getränken.

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen als erfahrener Ernährungsexperte selbstverständlich jeder Zeit zur Verfügung!

Bildnachweis: thiago / stock.adobe.com

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