Fotografie Praxistipps

Kunstfotografie mit dem „Blitzschleuderer“

Lesezeit: < 1 Minute Stellen Sie sich vor, Sie fotografieren das Brandenburger Tor, das Schloss Neuschwanstein, den Kölner Dom oder irgendeine andere Touristenattraktion. Und wenn Sie sich das Ergebnis auf dem Display Ihrer Digitalkamera anschauen, ist da etwas auf dem Foto, was in der Realität nicht da ist. Keine Halluzination und kein Fehler im Kameradisplay, sondern eine Kunstfotografie-Aktion von Julius von Bismarck, der mit seinem Fulgurator (zu Deutsch "Blitzschleuderer") eine Art Spiegelung erzeugt, die dafür sorgt, dass ein Bild zwar für das bloße Auge unsichtbar ist, sich später jedoch auf den Fotos anderer Fotografen wiederfindet.

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Kunstfotografie mit dem „Blitzschleuderer“

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Kunstfotografie versus Wirklichkeit
Das Besondere an der Kunstfotografie von Julius von Bismarck ist, dass er nicht seine eigenen Fotos verändert, sondern die von anderen Fotografierenden – ohne deren Zustimmung. Allerdings ohne zu wissen, welchen Fotografen es trifft. Denn seine Aktionen macht er gerade an solchen Orten und bei Gelegenheiten, bei denen große Mengen von Fotos von unterschiedlichen Menschen gleichzeitig gemacht werden. Zum Beispiel bei der Rede des damaligen US-Präsidentschaftskandidaten Barack Obama im Juli 2008 in Berlin: Hier projizierte von Bismarck ein Kreuz über das Rednerpult des bereits damals aufgrund seines Charismas als eine Art "Heilsbringer" angesehenen Politikers. Der Fotograf und Künstler verändert so mit seinem Fulgurator die Wirklichkeit. Oder noch genauer: Das Abbild der Wirklichkeit.

Wie der "Blitzschleuderer" Blitze schleudert
Der Fulgurator ist ein umfunktionierter Fotoapparat, bei dem das Rückteil neu gebaut wurde. Indem eine Lichtquelle in das Rückteil integriert wurde, wirkt die Kamera als Projektor. Anstelle des Films wird die Schablone mit der späteren Projektion eingelegt. Der Fulgurator reagiert mittels Sensor auf Blitz von anderen Kameras: Wenn diese auslösen, projiziert der "Blitzschleuderer" seine Bilder. Entwickelt hat das Gerät übrigens von Bismarck selbst und hat seine Erfindung zum Patent angemeldet. Kunstfotografie oder Kommerz – die Frage stellte sich dem jungen Künstler nach seinen ersten spektakulären Aktionen: Die Werbung wollte seine Erfindung für ihre Zwecke nutzen. Von Bismarck lehnte ab.

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