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Krisen bergen immer auch Chancen

Lesezeit: 3 Minuten Krisen gehören zu unserem Leben. Sie kennzeichnen oft den Übergang von einer Lebensphase zur nächsten. Krisen leiten Innovationen und Veränderungsprozesse ein und begleiten diese. Sie machen deutlich, dass wir neue Denkmuster und Lösungsstrategien benötigen, weil die bisherigen bei der Bewältigung aktueller Herausforderungen nicht ausreichen. Zugleich beinhalten Krisen meistens auch Chancen.

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Krisen bergen immer auch Chancen

Krisen bergen immer auch Chancen

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Krisen kommen täglich vor. Kaum eine Ausgabe der Tageszeitung, kaum eine Nachrichtensendung, die nicht von einer Krise berichtet. Beispielsweise gibt es Regierungs-, Finanz-, Unternehmens-, Wirtschafts-, Vertrauens-, Beziehungs-, Sinn-, Werte- oder Schaffenskrisen. Dabei erleben Betroffene eine Krise oft als Bedrohung, weil sie etwas infrage stellt, das emotionale Gleichgewicht erschüttert und unter Umständen Ohnmachtsgefühle auslöst.

Wie Krisen entstehen

Bei einer psychischen Krise kommt es häufig zu einer Zuspitzung, nachdem die bisherigen Versuche, belastende Ereignisse oder Lebensumstände zu bewältigen, fehlgeschlagen sind. Dadurch glauben Betroffene, die Kontrolle über die Situation verloren zu haben und ihr hilflos ausgeliefert zu sein. Diese Wahrnehmung erzeugt Angst und führt häufig zu weiteren Beeinträchtigungen.

Die Auslöser von Krisen können vielfältig sein und es können unter anderem berufliche und private Ereignisse unterschieden werden. So kann man beispielsweise durch eine überraschende Kündigung seines Arbeitsverhältnisses oder den Tod eines nahestehenden Menschen in eine Lebenskrise gestürzt werden.

Es sind jedoch nicht die Ereignisse an sich, die eine Krise auslösen. Es kommt darauf an, wie Betroffene einerseits die Geschehnisse und andererseits ihre Fähigkeiten, die Situation zu bewältigen, einschätzen. Kritische Lebensereignisse lösen also nicht zwangsläufig eine Krise aus. Aber sie stellen bisher Selbstverständliches infrage und zwingen uns, unser Leben zu überdenken.

In eine Krise geraten Menschen immer dann, wenn sie eine Situation als sehr bedrohlich empfinden und die eigenen Möglichkeiten, sie zu beeinflussen oder gar zu bewältigen, als gering einschätzen.

Krisen entfalten oft eine Dynamik

Kennzeichnend für eine Krise ist die Dynamik, die sie entwickeln kann. Sie kann wie ein Strudel sein, der einen Menschen erfasst und in die Tiefe zieht. Maßgeblichen Einfluss haben dabei bisherige Erfahrungen mit kritischen Lebensereignissen. Konnten wir diese angemessen bewältigen? Sind wir aus Krisen gestärkt hervorgegangen? Oder haben uns diese hilflos zurückgelassen?

Schätzen wir eine Situation als bedrohlich ein und unsere Möglichkeiten als gering, sie positiv zu beeinflussen, dann entsteht Stress. Dieser äußert sich in einem Nachlassen der Konzentration, in Fehleinschätzungen und führt vor allem bei komplexen Aufgaben zu Leistungseinbußen.

Dabei sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass Bewältigungsversuche gelingen, unter Stress weiter ab. Gleichzeitig verstärken erfolglose Bewältigungsversuche den Stress und lassen die Situation immer bedrohlicher werden, während uns unsere Handlungsmöglichkeiten immer geringer erscheinen. Ohnmachtsgefühle und Angst nehmen zu. Auch Alltägliches will plötzlich nicht mehr gelingen. Die Krise hat eine Eigendynamik entwickelt.

Eine Krisenbewältigung muss nun damit beginnen, die Krisendynamik zu unterbrechen und den Krisenstress zu reduzieren. Ein erster Schritt kann darin bestehen, die Krise als einen vorübergehenden Zustand zu akzeptieren und ihr so den Beigeschmack einer Katastrophe zu nehmen.

Krisen enthalten immer auch Chancen

Eine Krise stellt häufig bisherige Erfahrungen, Ziele, Werte und vermeintlich Sicheres infrage. Sie erschüttert den Boden unter unseren Füßen und rüttelt an unserer Verankerung. Sie macht deutlich, dass die bisher erworbenen Problemlösefähigkeiten und Bewältigungsstrategien nicht zur Bewältigung der aktuellen Situation ausreichen. All dies hat einen bedrohlichen Charakter und unser Leben kann dauerhaft Schaden nehmen.

Aber das ist nur die eine Seite einer Krise. Immer wieder berichten Menschen, dass sie ihren Erfolg einer Krise verdanken bzw. dass eine Krise ihnen neue Horizonte eröffnet hat, ihr Leben auf eine neue Basis gestellt oder sie gelassener, stärker und selbstbewusster gemacht hat. Im Chinesischen setzt sich das Schriftzeichen für Krise aus den Zeichen für Gefahr und Chance zusammen. Und in der Tat liegen in einer Krise immer beide Momente, das der Bedrohung und das der Chance.

Um potenzielle Chancen in Krisen zu erkennen, lohnt es sich, über folgende Fragen nachzudenken:

  • Was muss ich akzeptieren, um weiterzukommen?
  • Was muss ich verändern, um aus der Krise herauszukommen?
  • Wen brauche ich jetzt an meiner Seite? Wer könnte mich unterstützen?
  • Wer oder was gibt mir Halt? Was macht mein Leben lebenswert?

Der Weg aus einer Krise heraus ist immer mit einer Neuorientierung verbunden. In dieser Neuorientierung steckt die Chance zur Weiterentwicklung. Wird die Aufgabe, vor die die Krise uns stellt, erkannt und bewältigt, dann können wir unter Umständen sogar gestärkt aus ihr hervorgehen.

Bildnachweis: samuel / stock.adobe.com

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