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Kreatives in der Kritik – wie Sie damit umgehen

"Du malst wie ein 4-jähriger." Jeder, der kreativ arbeitet, hat ähnlich vernichtende Urteile schon gehört. Kritik kann den kreativen Prozess befruchten. Oder Sie dazu bringen, nie wieder den Pinsel oder den Füller in die Hand zu nehmen. Wie gehen Sie damit um?

Kreatives in der Kritik – wie Sie damit umgehen

Wer sich öffnet, macht sich verletzlich
Ob Sie malen, schreiben oder musizieren. Mit künstlerischen Aktivitäten legen Sie Ihr Innerstes offen: Ihre Gefühle, Ihre Stimmungen, Ihre Gedanken und auch Ihre wunden Punkte. Damit machen Sie sich verletzlich. Wollen Sie dem entgehen, hilft nur, im Geheimen kreativ zu sein. Doch sobald Sie Ihr erstes Aquarell an die Wohnzimmerwand hängen, müssen Sie mit Kommentaren von Familienmitgliedern und Freunden rechnen.

Kritik kann anspornen oder weh tun
Kritische Bemerkungen können anregend sein, neue Sichtweisen aufdecken und zu Höchstleistungen anspornen. Doch ebenso können sie eine vernichtende Wirkung haben und Sie dazu bringen, Ihrer Leidenschaft für immer Lebewohl zu sagen. Welche Wirkung Kritik bei Ihnen auslöst, entscheiden Sie allein.

Hören Sie genau hin und entscheiden Sie

  • "Dein Geklimper ist nicht auszuhalten"
    Ihr Partner ist genervt. Er hat Kopfweh und jedes Geräusch macht das Pochen in den Schläfen schlimmer. Selbst wenn Rachmaninow persönlich in Ihrer Wohnung ein Klavierkonzert gäbe, fiele sein Urteil nicht gnädiger aus. Nehmen Sie Rücksicht und üben morgen weiter, wenn Ihr Partner seine Kopfschmerzen erfolgreich bekämpft hat oder beim Sport ist.
  • "Das Malen solltest du denen überlassen, die es können"
    Hat Ihr Kritiker Kunstgeschichte studiert oder wieso meint er, sich dies Urteil erlauben zu können? Eher klingt es danach, als wolle er Sie klein halten, was auch immer Sie tun.
  • "Das ist Zeitverschwendung. Ich rackere mich ab und du verplemperst unser Geld beim Kurzgeschichten-Workshop in der Toskana"
    Hier spricht jemand, der sich selbst ein Hobby niemals zugestehen würde, deshalb gönnt er es Ihnen auch nicht. Bohren Sie ein wenig, stoßen Sie vielleicht auf unerfüllte Wünsche und Sehnsüchte. Geben Sie Ihrem Gegenüber Anerkennung dafür, dass er Ihnen Ihr Kreatives Tun ermöglicht.
  • "Ich lerne es nie"
    Das ist die Stimme Ihres schärfsten Kritikers´, und das sind Sie selbst. In der ersten kreativen Schaffensphase sollten Sie den "inneren Kritiker" abschalten und sich auch gewagte Aktionen trauen. Erst in der zweiten Phase, in der gesichtet und ausgesiebt wird, darf Ihre konstruktiv kritische Seite wieder hervortreten. Übrigens trifft Sie Kritik von anderen umso mehr, je größer Ihre Selbstzweifel sind. Der Andere hält Ihnen in diesem Fall nur den Spiegel vor. Mit Rechtfertigungen verschwenden Sie dann nur Ihre Zeit. Kümmern Sie sich lieber um Ihr Selbstbild.
  • "Ich finde, die Formen hast du gut getroffen. Doch die Farben sind mir persönlich zu grell. Vielleicht bekommst du Anregungen, wenn du diesen Bildband durchblätterst. Aber wenn es dir so wie es ist gefällt, kann ich gut damit leben."
    Hier übt jemand differenziert und sachlich Kritik: Sie erhalten eine subjektive Meinung ohne angegriffen zu werden. Sogar praktische Hilfestellung ist dabei, doch steht es Ihnen frei, ob Sie auf die Anmerkung hin aktiv werden.

Stecken Sie es weg, wenn etwas anderes dahinter steckt
Sicherlich haben Sie es erkannt: Die wenigsten Bemerkungen haben tatsächlich mit Ihrer kreativen Leistung zu tun. Versuchen Sie die versteckten Motive der Kritik zu entlarven. Wenn es sich für Sie lohnt, sprechen Sie Ihr Gegenüber darauf an. Ist es nur ein flüchtiger Bekannter, mit dem Sie keine enge Beziehung pflegen (wollen), haken Sie die Kommentare innerlich ab und werkeln weiter. Bis Sie auf einen Kritiker stoßen, der Sie weiter bringt.

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