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Kopfschmerzen: Ursachen erkennen und behandeln

Lesezeit: 3 Minuten Kopfschmerzen hat wohl jeder schon einmal auf verschiedenste Art verspürt. In Deutschland leidet gut die Hälfte der Bevölkerung gelegentlich an diesen nervtötenden Schmerzen. Bei einem Schmerzauftreten von bis zu 180 Tagen im Jahr spricht man von episodischem Kopfschmerz. Bei über 180 Schmerztagen pro Jahr sind diese bereits chronisch. Ursachen und Symptome können jedoch sehr unterschiedlich sein.

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Kopfschmerzen: Ursachen erkennen und behandeln

Kopfschmerzen: Ursachen erkennen und behandeln

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Typ 1: Spannungskopfschmerz

Die genauen Ursachen für Spannungskopfschmerz sind bislang nicht geklärt. Es gibt jedoch einige Faktoren, die dessen Entstehung deutlich begünstigen. Zum wichtigsten Faktor gehört dabei eine erhöhte Spannung der sogenannten Kopffaszie, einer Muskel-Sehnenplatte, die sich vom Hinterkopf über den Schädel bis zur Augenhöhle erstreckt.

Eine erhöhte Verspannung dieser Faszie, in Kombination mit weiteren Verspannungen im Nackenbereich, entsteht meist durch Fehlhaltungen. Weitere Faktoren sind ebenfalls Schlafmangel oder Zahn-/ Kieferproblematiken.

Diese Art von Kopfschmerz äußert sich vor allem durch einen dauerhaften Druckschmerz, der sich vom Nackenbereich aus Richtung Stirn und Gesicht ausbreitet. Die Schmerzen sind meist beidseits und oberflächlich und dumpf. Nur selten treten bei dieser Schmerzform Begleiterscheinungen wie Übelkeit auf.

Die Behandlung bei Spannungskopfschmerz gestaltet sich sehr individuell. Ausschlaggebend ist allerdings, dass Schmerzmittel jeglicher Form kaum helfen und deshalb nicht empfehlenswert sind. Patienten mit Spannungskopfschmerzen werden zu einer Entspannungstherapie in Kombination mit Ausdauersport als Prophylaxe geraten. Ebenfalls können Stressbewältigung im Alltag, sowie spannungsreduzierende Maßnahmen (z.B. Massagen) hilfreich sein.

Typ 2: Okzipitalneuralgie

Die Okzipitalneuralgie kann, ähnlich wie der Spannungskopfschmerz, durch eine extreme Fahlhaltung der Halswirbelsäule entstehen. Bei einer überstreckten Dauerhaltung der Halswirbelsäule kommt es zur Reizung des so genannten Nervus occipitalis, die sich durch plötzlich einschießende Kopfschmerzen einseitig aber oft auch beidseitig vom Nacken über den Hinterkopf bis in die Scheitelgegend ausstrahlend äußern.

Bei dieser Art von Kopfschmerz wird ebenfalls mittels Physiotherapie das Haltungsdefizit beseitigt und parallel der Okzipitalnerv mittels TENS, einer Form von Elektrotherapie, behandelt.

Typ 3: Migräne

Beim Migräne-Kopfschmerz treten teils starke Kopfschmerzen attackenweise auf. Das schmerzfreie Intervall zwischen zwei Schmerzattacken kann dabei sehr unterschiedlich lang ausfallen. Die Dauer einer solch heftigen Attacke kann von vier Stunden bis zu 72 Stunden variieren. Auch hier sind die Ursachen nicht genau geklärt.

Individuelle Auslöser, wie Stress, Schlafmangel oder einen unregelmäßigen Tagesablauf können Auslöser für Migräne darstellen. Weiterhin wird von einer Gefäßverengung, bzw. –erweiterung im Zusammenhang mit Sauerstoffmangel gesprochen. Bei manchen Patienten treten die Schmerzattacken jedoch ohne Auslöser auf. Hier wird ebenfalls von Grunderkrankungen der Halswirbelsäule als Ursache der Attacken ausgegangen.

Die Symptome sind vielfältig. Es wird unterschieden zwischen Migräne mit und ohne einer so genannten Aura. Die Aura kann als Vorbote der eigentlichen Migräne-Schmerzen angesehen werden. Seh- und Gleichgewichtsstörungen, sowie ein kribbelndes Gefühl oder Konzentrationsstörungen gehören hierzu.

Ohne, bzw. nach diesen Symptomen kommt es zu pochenden, meist einseitigen, tiefsitzenden Kopfschmerzen, die mäßig bis schwer in der Intensität sein können. Körperliche Aktivität verstärkt die Schmerzen, was ebenso wie nächtliches Aufwachen zu einer Beeinträchtigung der Lebensqualität führen kann. Lichtverhältnisse, sowie der Geräuschpegel der Umgebung sind ebenfalls für die Schmerzintensität ausschlaggebend.

Deutlich ausgeprägt sind bei der Migräne die verschiedenen Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Schwindel oder Erbrechen.

Die Behandlung der Migräne gestaltet sich schwierig. Ähnlich wie beim Spannungskopfschmerz sollten die auslösenden Faktoren in Form von Stressbewältigung, Entspannung und gezielter Krankengymnastik reduziert werden. Auch hier sorgt regelmäßiger Ausdauersport (nicht in der akuten Phase) für ausreichende Sauerstoffversorgung und wirkt daher prophylaktisch. Weiterhin können gezielte Schmerztherapien, sowie Akkupunktur gute Erfolge erzielen.

Typ 4: Medikamenteninduzierter Kopfschmerz

Beim medikamenteninduzierten Kopfschmerz ist die grundlegende Ursache eigentlich eine andere Kopfschmerzart. Aufgrund der regelmäßigen Einnahme von Schmerzpräparaten zur Bekämpfung dieser Kopfschmerzen verselbstständigt sich dieser. Durch verschiedene Schmerzmittel und Mischpräparate, die über einen längeren Zeitraum regelmäßig eingenommen werden wird die Schmerzschwelle des Patienten herabgesetzt.

Bereits geringere Schmerzen werden intensiver empfunden und erneut durch Schmerzmittel bekämpft. Auch diese Art von Kopfschmerzen äußert sich durch beständigen, über den Tag anhaltenden drückenden Schmerz, der jedoch schwer zu lokalisieren ist. Bei körperlicher Belastung nimmt dieser oft zu.

Behandlung von medikamenteninduziertem Kopfschmerzen

Nur selten treten verschiedene Begleiterscheinungen auf. Die Behandlung von medikamenteninduziertem Kopfschmerz erfolgt zunächst durch eine Art „kaltem Entzug“. Eine Abstinenz der Schmerzmedikamente von 10 bis 14 Tagen wird als Beobachtungszeitraum genutzt, um schließlich die grundlegende Kopfschmerzursache zu behandeln.

Da die Behandlung von Kopfschmerzen ebenso individuell wie deren Arten und Ursachen sind, sollte also nicht vorschnell zu Schmerzmitteln gegriffen werden. Gründliche Untersuchungen durch den Hausarzt oder Neurologen gehen zunächst der Ursache auf den Grund und sind für den Behandlungserfolg ausschlaggebend. Verzichten Sie daher auf Schmerzmittel und investieren Sie in eine gründliche Untersuchung.

Bildnachweis: goodluz / stock.adobe.com

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