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Kopfläuse – was hilft dagegen?

Lesezeit: 2 Minuten Kopfläuse sind nicht unbedingt ein Beweis für einen Mangel an Hygiene. Fast jedes Kind kann davon betroffen sein. Moderne Medikamente helfen schnell. Trotzdem besteht eine Meldepflicht nach dem Infektionsschutzgesetz. Was müssen Sie beachten, wenn Ihr Kind befallen ist?

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Kopfläuse – was hilft dagegen?

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Lausige Zeiten

85 Prozent aller Kinder werden irgendwann einmal von Kopfläusen heimgesucht. Ihr Vorkommen ist abhängig von der Jahreszeit. Hochsaison für die lästigen Parasiten ist der Herbst. Die Übertragung erfolgt von Kopf zu Kopf. Übertriebene Waschorgien wirken weder vorbeugend noch kann man auf diese Weise den Befall der Quälgeister bekämpfen.

Die Übeltäter

Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ist äußerst lästig, überträgt aber im Gegensatz zu anderen Läusearten (Kleiderlaus, Filzlaus) keine Krankheiten. Die unangenehmen Parasiten sind zwei bis drei Millimeter lang. Mit ihren sechs Klammerbeinen krallen sie sich so fest an die Kopfhaare, dass sie weder ausgewaschen noch weggebürstet werden können.

Sie sind unfähig zu fliegen oder zu springen, dafür sind sie aber schnelle Läufer. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch erfolgt deshalb über direkten Kontakt der Köpfe. Eine Lausübertragung durch Kuscheltiere oder Mützen gilt als unwahrscheinlich. Um zu überleben, müssen Kopfläuse alle zwei bis drei Stunden Blut saugen und sind somit auf die menschliche Nähe angewiesen

Juckreiz

Um an das lebensnotwendige Blut zu gelangen, setzt die Laus ihr als Stechsaugwerkzeug ausgebildetes Maul ein. Dabei spritzt sie mit ihrem Speichel ein Enzym in die Kopfhaut, das die Blutgerinnung verhindert. Dieses Enzym verursacht einen heftigen Juckreiz – häufiges Kopfkratzen ist die Folge, was Schrunden, Ekzeme und eiternde Geschwüre zur Folge haben kann. Ausgewachsene weibliche Kopfläuse legen ca. 150 bis 300 Eier (Nissen), die sie nahe der Kopfhaut an die Haare kleben.

Auf der Suche

Wurde im Umfeld des Kindes Läusebefall festgestellt, sollte der Kopf des Kindes sorgfältig auf lästige „Mitbewohner“ untersucht werden, auch wenn noch keine Symptome aufgetreten sind. Mit einem speziellen Läusekamm wird das Haar nach einer Haarwäsche gewissenhaft durchgekämmt. Der Kamm wird immer wieder über einem hellen Tuch ausgeklopft. Beginnt es dort zu krabbeln, handelt es sich um Läuse. Werden Läuse oder Nissen gefunden, sollte sich die ganze Familie dieser Prozedur unterziehen.

Medikation

Half früher bei Läusebefall nur Kahlscheren und eine Behandlung mit giftigem Sabadillessig, gibt es heute wirksame Mittel, welche einen Eingriff in die Haarpracht entbehrlich machen. Dimeticon-Präparate auf Silikonbasis dringen in die Atemwege der Laus. Sie erstickt. Gebräuchlichstes Mittel ist das rezeptfreie Nyda. Verschreibt ein Arzt das Medikament, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Die Behandlung ist nach acht bis zehn Tagen zu wiederholen.

Meldepflicht

Bei Feststellung von Kopfläusen sind Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kindergärten nach dem Infektionsschutzgesetz verpflichtet, dies dem Gesundheitsamt zu melden. Nur so können Maßnahmen zur Verhinderung einer ungebremsten Ausdehnung des Parasitenbefalls ergriffen werden.

Bildnachweis: predrag79 / stock.adobe.com

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