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Kontrollzwang: Was tun, wenn das Nachschauen kein Ende nimmt?

Lesezeit: 2 Minuten Ist das Licht aus? Die Herdplatte abgeschaltet? Der Stecker vom Bügeleisen gezogen? Wer solche Dinge immer wieder kontrollieren muss, leidet unter einer Zwangserkrankung. Betroffene wissen, wie sehr dadurch ihr Leben bestimmt wird. Besonders der Kontrollzwang führt dazu, dass häufig Termine nicht eingehalten werden können. Stress ist vorprogrammiert. Lesen Sie, welche Therapieansätze helfen können.

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Kontrollzwang: Was tun, wenn das Nachschauen kein Ende nimmt?

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Kontrollzwang: Was tun, wenn das Nachschauen kein Ende nimmt?

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Mit einem Kontrollzwang sind Sie nicht alleine

Es gibt Schätzungen, dass alleine in der Bundesrepublik etwa 1,5 Millionen Menschen an einer Zwangserkrankung leiden. Neben dem Putzzwang oder dem, sich ständig die Hände zu waschen, gehört der Kontrollzwang zu den verbreitetsten Varianten.

Wer die Situation kennt, immer wieder nachsehen zu müssen, ob auch alles in Ordnung ist, bevor er das Haus verlassen kann, weiß auch, wie oft man in Stress gerät, weil man nicht rechtzeitig los kommt. Jeder Morgen wird zur Qual. Eigentlich sollte man längst auf dem Weg zur Arbeit und springt dann doch wieder aus dem Auto, um sich noch einmal zu vergewissern.

Dass es sich bei einem solchen Verhalten um eine Zwangserkrankung handelt, können sich viele Betroffene nur schwer eingestehen. Ist man nicht einfach nur ausgesprochen ordentlich? Der Unterschied mag im Einzelnen fließend sein. Spürt man jedoch die Unsinnigkeit des ständigen Nachsehens, sollte man sich um professionelle Hilfe bemühen. Ein Mensch mit Kontrollzwang weiß in der Regel, dass er bereits alles überprüft hat. Dennoch kann er sich nicht dagegen wehren, erneut nachzusehen.

Woher kommt der Kontrollzwang?

Zur Ursache gibt es verschiedene Erklärungsmodelle. Sie reichen von einer genetischen Disposition bis zu erlebten Traumata. So gibt es beispielsweise Familien, in denen Zwangserkrankungen gehäuft auftreten. Auch biochemische Auslöser werden diskutiert. Dabei geht es um Neurotransmitter und den Gehirnstoffwechsel. Aus psychologischer Sicht könnten strenge, rigide Erziehungsmaßnahmen eine spätere Zwangsstörung vorbereiten.

Welche Therapien haben sich als sinnvoll erwiesen?

Die richtige Therapie erfordert eine gute Anamnese. Es muss herausgefunden werden, in welchen Situationen der Kontrollzwang stärker auftritt. Dazu wird auch ergründet, welche Gedanken, Geschehnisse und Absichten damit einher gehen.

Bei der eigentlichen Behandlung sollten medikamentöse und verhaltenstherapeutische Maßnahmen Hand in Hand gehen. Gute Erfahrungen hat man mit einer bestimmten Sorte von Antidepressiva gemacht. Die Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer (SSRI) scheinen die Stärke der Zwänge zu vermindern. Dies spricht für die Beteiligung des Hirnstoffwechsels an der Erkrankung.

Die Verhaltenstherapie hilft dem Betroffenen konkrete Handlungen zu erlernen. Damit gelingt es ihm beispielsweise beim Kontrollzwang morgens das Haus zu verlassen, ohne immer wieder bestimmte Dinge nachzuprüfen. Dies führt ganz handfest zu weniger Stress. Der Arbeitsplatz wird durch bessere Pünktlichkeit sicherer.

Selbst wenn ein Kontrollzwang nicht völlig verschwindet, kann er soweit verbessert werden, dass der Betroffene damit gut leben kann.

Möchten Sie sich über das Thema eingehender informieren, empfehle ich Ihnen die Internetseite der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V.

Bildnachweis: Robert Kneschke / stock.adobe.com

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