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Konfliktmanagement in der Partnerschaft: Defensivtechniken in der Kommunikation

Lesezeit: 3 Minuten Welche Formen des Konfliktmanagements in der Partnerschaft gibt es? Dieser Beitrag beschäftigt sich mit Defensivtechniken in der Kommunikation. Die Defensivtechnik ist ein Beispiel für fehlerhafte und oft unreflektierte Konflikterledigung in einer Partnerschaftsbeziehung.

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Konfliktmanagement in der Partnerschaft: Defensivtechniken in der Kommunikation

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Konfliktmanagement in der Partnerschaft: Allgemeine Ausführungen
Um dieses Thema wirklich in seiner beachtlichen Verbreitung und damit seiner Bedeutung richtig einschätzen zu können, sollte der Leser versuchen, sich die Vielfalt der Verhaltensmöglichkeiten eines Menschen zu verdeutlichen. Das ist umso wichtiger, wenn man sich vielleicht auch aus persönlichem Interesse heraus mit dem Thema   Konfliktmanagement beschäftigt.

Aber selbst dann, wenn professionelle Interessen im Vordergrund stehen, kann es nichts schaden, sich die Dinge wieder ins Gedächtnis zu rufen. Nur wenn klar ist, wo überall und auf welche Weise sich defensives Verhalten einschleichen kann, wird eine kritische Würdigung möglich sein. Dazu empfehle ich Ihnen mein Buch: "Das Ego Projekt – Baustelle Charakter".

Konfliktmanagement: Formen der Defensivtechniken
Die nachfolgende Auflistung gibt uns einen Überblick über die Möglichkeiten mit einem Konflikt defensiv um zugehen, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.

  • Hinhaltetechnik
  • Nur Abwehr von Angriffen
  • Gegner ablenken auf ein anderes Gebiet
  • Vermeidung
  • In der Sitzfläche des anderen sein Domizil aufschlagen
  • Vertraglich vereinbarte Interessenaufteilung
  • Einfluss kaufen

Die folgenden Beispiele geben einen kleinen Einblick in die Möglichkeiten dieser Kommunikation.

Defensivtechnik im Konfliktmanagement: Hinhaltetechnik
Achim und Agnes haben drei noch recht kleine Kinder. Die kosten, wie jeder weiß, sehr viel Geld. Das weiß natürlich auch Achim. Er hat allerdings einen unerfüllten Wunsch. Er möchte ein Motorrad haben, ein bestimmtes sogar, recht teuer dazu. Dafür ist aber kein Geld vorhanden.

Zudem hat Agnes nicht ganz zu Unrecht Angst, dass Achim mit dem Motorrad etwas zustoßen könnte, zumal er, sie kennt ihn ja, sehr gern schnell und auch riskant fährt. Argumente helfen nichts, Achim besteht auf seinem Motorrad. Das ist der erkennbare Konflikt.

So muss Agnes einen Weg finden, um die Erfüllung des Wunsches soweit es geht hinauszuzögern. Immer wieder sorgt sie dafür, dass das Konto tiefrote Zahlen aufweist – so bekommt man keinen Kredit und na ja, dann sorgt sie dafür, dass erneut Nachwuchs kommt. Das erschwert die finanzielle Situation noch mehr. So unterbleibt die Anschaffung des Motorrades erst mal.

Was aber ist dies für ein Umgang mit einem Konflikt? Hier passiert zwar etwas, das Entscheidende ist jedoch das Schweigen zwischen den beiden. Die Kommunikation erfolgt durch Schweigen und averbalen Handlungen. Aber ist das eine Lösung und bedeutet das die Lösung eines Konfliktes? Doch wohl eher nicht.

Defensivtechnik im Konfliktmanagement: Abwehr von Angriffen
Achim ist ein Wüterich. Kein Konflikt ohne Wutattacke. Agnes hat darunter sehr zu leiden. Was macht sie? Sie rechtfertigt sich jedes Mal bei seinen Angriffe. Wenn er tätlich wird, ja das kommt leider auch gelegentlich vor, schützt sie sich nur, ohne sich zu wehren.

Sie hofft auf diese Weise ihn zu besänftigen, den Konflikt zu entschärfen. Das gelingt zwar nicht, uns ist klar, das kann nicht funktionieren, ganz im Gegenteil, wenn der andere bei einem Konflikt sich nicht wehrt, erzeugt das noch mehr Aggressionen. Das kann nur scheitern, das ist Agnes jedoch nicht klar. Ohne Hilfe, wird sich das auch nicht ändern.

Defensivtechnik im Konfliktmanagement: Vermeidung
Agnes möchte gern einen Tanzkurs mit Achim besuchen. Der tanzt zwar eigentlich auch ganz gern, aber er hat keine Lust, weil er zu diesem Termin lieber in seinen Verein geht, in dem er einen ehrenamtlichen Posten hat. Das ist doch ein Konflikt, den beide miteinander haben. Sie gibt sich mit seiner Ablehnung zufrieden.

Eine Auseinandersetzung scheut sie, denn ein Kompromiss ließe sich bei diesem Konflikt sicher finden. Sie möchte sehr gern im Urlaub an die See, er bevorzugt die Berge. Er wolle sich nicht "wie blöd" an den Strand legen und die Zeit verplempern.

Agnes gibt auch bei diesem Konflikt nach. Sie versucht gar nicht erst, einen Kompromiss zu suchen. Das baut Spannungen auf, uns ist das klar, aber den beiden nicht. Kein Wunder, denn diese asymmetrische Kommunikation lässt Agnes immer wieder frustriert zurück. Sie wundern sich nur, dass Agnes zu kränkeln beginnt.

Defensivtechnik im Konfliktmanagement: In der Sitzfläche des anderen sein Domizil aufschlagen
Achim ist ein bisschen dick und ein bisschen bequem. Er tut nur das notwendigste, am liebsten sitzt er vor dem Fernseher. Einen Konflikt scheut er. Wenn Agnes ruft, kommt er sofort und tut auch alles was sie will. Sobald keine Anforderungen mehr gestellt werden, sitzt er wieder vor dem Fernseher.

Eine eigene Meinung scheint er auch nicht zu haben. Wenn Agnes sagt, der Mond ist viereckig, ist er überzeugt, dass sie recht hat. Das scheint bequem zu sein, für ihn wenigstens, für sie scheinbar auch, denn es gibt doch scheinbar keinen Konflikt zwischen ihnen.

Diese Technik der Kommunikation bei einem Konflikt ist gekennzeichnet nicht nur durch die Bequemlichkeit von Achim, sondern auch von seiner Unfähigkeit, eigene Interessen bei sich wahrzunehmen bzw. zu entwickeln und diese dann auch durchzusetzen. Und trotzdem: Nach einiger Zeit sind beide unzufrieden, er fühlt sich eingeengt, sie sich nicht ernst genommen. Wundert uns das?

Defensivtechnik im Konfliktmanagement: Vertraglich vereinbarte Interessenaufteilung
Agnes und Achim sind "moderne Eheleute", wie sie betonen. Alles muss gerecht zugehen, die Arbeit im Haushalt wird geteilt, jeder hat sein eigenes Zimmer in der Wohnung, jeder ist für seinen Bereich zuständig, die restlichen Räume werden von beiden abwechselnd gereinigt. Sie hat ihre Termine, er die seinen. Er hat seine Freunde, sie die ihren. Alles ist geregelt.

Diese Form der Kommunikation scheint beiden ideal. Es gibt scheinbar nie einen Konflikt. Irgendwie ist da aber der Wurm drin. Nach einiger Zeit haben sie immer öfter Auseinandersetzungen, oft an den Haaren herbeigezogen. Also doch ein Konflikt, den sie übersehen haben? Sie wissen sich keinen Rat mehr, wo sie doch alles so schön "modern" geregelt haben. Vielleicht ist die Konstruktion doch nicht so ideal Vielleicht gibt es Gründe für die Wahl dieser Organisationsform?

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