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Kombucha: Ein Teepilz, der Ihre Gesundheit aufmöbelt

Lesezeit: 3 Minuten Er wird gefeiert als Fitnessgetränk der Extraklasse, als asiatische Wundermedizin, natürliches Schönheitselixier und sanfte Entschlackungshilfe. Der Jahrtausende alte Kombuchatrank hat sich auch hierzulande inzwischen zum Kultgetränk gemausert. Sylvias Schneider, Chefredakteurin von "Gesund essen und genießen" hat für Sie recherchiert, was es in sich hat.

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Kombucha: Ein Teepilz, der Ihre Gesundheit aufmöbelt

Kombucha: Ein Teepilz, der Ihre Gesundheit aufmöbelt

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Nina Ruge schwört drauf und Uwe Ochsenknecht hält sich damit fit. Der an Krebs erkrankte Ronald Reagan soll täglich einen Liter Kombucha weggeschluckt haben. Seine Wunderpreisungen reichen von der kleinsten Unpässlichkeit bis hin zu schwersten Erkrankungen. Wissenschaftliche Untersuchungen sprechen dem aus dem Kombucha-Pilz entstandenen Getränk inzwischen durchaus therapeutische Wirkungen zu.

In Asien hat Kombucha eine lange Tradition als Volks- und Naturheilmittel. Der Legende nach soll ein koreanischer Wunderheiler namens Kombu den japanischen Kaiser Inkyo um 400 nach Christus von seinem permanenten Magenweh befreit haben. Daraufhin war er so begeistert, dass er dem Getränk den Namen Kombucha gab. Eine andere Entstehungsversion besagt, dass der Name von der Kombualge stammt. Nach anderen Quellen – so die Kombucha-Expertin Anita Heßmann-Kosaris – braute sich die russische Bevölkerung schon vor mehr als tausend Jahren ihren „Kwass“ aus dem japanischen Pilz. In Taiwan heißt das Getränk „K’un-Pu-ch’a“ und das bedeutet „Leben-das-aus-dem- Meer-stieg-Tee“.

Bei uns ist das Kombucha- Getränk erst in den letzten Jahren richtig berühmt geworden. In südlicheren Breitengraden hatte der Kombucha-Trank bereits in den fünfziger Jahren seine Anhänger. In Frankreich, Spanien und Italien genoss er einen guten Ruf als verdauungsfördernder Aperitif. Ihren Siegeszug bei uns verdankt die Kombucha dem Mediziner Dr. Rudolf Sklenar. Er hatte sie während der Krieges in Russland kennen gelernt und eine Kultur mit nach Hause gebracht. Zunächst empfahl er das vergorene Getränk seinen Patienten bei Magenproblemen, dann jedoch bei Rheuma, Gicht, Magen- und Darm-Leiden, Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Blutfettwerten. Seine Berufskollegen standen dem skeptisch gegenüber. Vor allem die Annahme, dass Kombucha eine günstige Wirkung auf Krebszellen haben könnte, ist bis heute umstritten.

So wirkt Kombucha:

  • Sie reguliert die Verdauung
  • wirkt insgesamt anregend auf die gesamte Darmtätigkeit
  • harmonisiert die Darmflora
  • wirkt gegen Viren und Bakterien- stärkt das Abwehrsystem
  • fördert die Entgiftung
  • beugt Gicht vor
  • senkt die Blutfette
  • harmonisiert das Säure-Basen-Verhältnis
  • regt den Stoffwechsel an
  • erleichtert die Aufnahme von Mineralien
  • beeinflusst die Blutzuckerwerte günstig
  • verbessert die Sauerstoffverwertung in den Zellen
  • steigert ganz allgemein das Wohlbefinden

Das Geheimnis der Kombucha ist ihr hoher Anteil an lebenden Hefen, gesundheitsfördernden Bakterien, Enzymen und organischen Säuren, die zunächst einmal vor allem die Darmflora intakt halten. Kombucha hat entgiftende Eigenschaften und stärkt das Immunsystem. Forscher von der Medizinischen Hochschule Hannover fanden anhand von Blutproben heraus, dass der Trank die Entstehung von Abwehrzellen fördert. Er eignet sich damit als zusätzliche Unterstützung für das Abwehrsystem.

Auch andere Wissenschaftler versuchen, den günstigen Wirkungen des Teepilzes wissenschaftlich auf die Schliche zu kommen – unter anderem Professor Karl-Heinz Schmidt, Leiter der Präventivmedizin an der Universität Tübingen. Inzwischen ist das Teegetränk, dessen mild-säuerlicher Geschmack ebenfalls gerühmt wird, im Handel erhältlich, es wird nicht nur in Bioläden und Reformhäusern verkauft, sondern auch im Supermarkt angeboten. Das ist allerdings kein billiges Vergnügen. Da jeder Hersteller seine eigene Rezeptur hat, sind Preis und Geschmack der einzelnen Angebote sehr unterschiedlich. Da Kombucha noch in der Flasche nachgärt kann selbst ein- und dieselbe Marke unterschiedlich schmecken. Bei längerer Lagerung steigt der Alkoholgehalt durch das Vergären leicht an. Alle angebotenen Getränke sind ohne chemische Zusätze hergestellt.

Sie können sich das Getränk jedoch auch selbst ansetzen. Dazu müssen Sie im Reformhaus oder Bio-Laden zunächst einmal einen Kombucha-Pilz erwerben. Aus diesem können Sie immer wieder einen Trank zubereiten.

So setzen Sie Kombucha selbst an:

  • Rühren Sie 100 g Zucker oder 125 g Honig ein.
  • Nach fünfzehn Minuten den gezuckerten Tee durch ein Sieb in den Gärbehälter gießen.
  • Den Tee auf Zimmertemperatur abkühlen lassen.
  • Mit einer Tasse vorvergorener Kombucha auffüllen (wird mit dem Pilz mitgeliefert).
  • Den flachen Kombucha-Pilz vorsichtig auf die lauwarme Flüssigkeit legen, die helle Schicht nacht oben, die raue nach unten.
  • Über die Gefäßöffnung ein luftdurchlässiges Tuch spannen und einen Gummiring darum geben.
  • Das Gefäß an einen zimmerwarmen, geschützten Ort stellen.
  • Nach etwas mehr als einer Woche den Pilz mit einem Holzlöffel (das ist wichtig) herausheben.
  • Das Getränk abseihen und in einer Glasflasche in den Kühlschrank stellen.
  • Den Pilz waschen Sie unter fließendem Wasser und können das Getränk dann erneut ansetzen.

Brühen Sie sich einen Liter schwarzen oder grünen Tee auf (1 TL Teeblätter pro Liter).

Bildnachweis: Brent Hofacker / stock.adobe.com

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