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Können Schwächen auch Stärken sein? (Teil 3/4)

Lesezeit: 3 Minuten Kann Schüchternheit, Direktheit, Taktlosigkeit, Ungeduld, Naivität, Nicht-Nein-Sagen können, Lästern und Tratschen, Neid, chaotisch und unordentlich sein, sich nicht entscheiden können oder Launenhaftigkeit etwas Gutes sein?

3 min Lesezeit
Können Schwächen auch Stärken sein? (Teil 3/4)

Können Schwächen auch Stärken sein? (Teil 3/4)

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Schwächen unter der Kompetenzlupe

Schauen wir uns die eingangs erwähnten „Schwächen“ mit Detektivhut und Kompetenzlupe an. Es ist eine Einladung, auch Ihre persönlichen – bislang als Schwächen empfundenen – Verhaltensweisen neu zu entdecken.

Schüchternheit

Wenn eine Person fähig ist, Schüchternheit zu zeigen, dann kann sie sich selbst und ihre Impulse zu handeln, gut kontrollieren. Schüchterne sind rücksichtsvoll und nehmen sich zugunsten der Anderen zurück. Durch Zurückhaltung und Bescheidenheit wird niemand belästigt, die Anderen können sich wichtig fühlen.

Taktlosigkeit und Direktheit

Menschen, die fähig sind taktlos und direkt zu sein, können klar kommunizieren und ihre Gefühle und Bedürfnisse ansprechen und einfordern. Sie suchen ihren eigenen Lebensweg. Häufig wissen sie, „wo der Hase im Pfeffer liegt“ und haben einen Blick für die Fehler der Anderen.

Ungeduld

Die Fähigkeit ungeduldig zu sein, zeugt von unbändigem Tatendrang und brodelnder Lebensenergie. Eine Person, die ungeduldig ist, will sich nicht aufhalten mit unwesentlichen Sachen oder mit nicht gleich funktionierenden Dingen. Sie möchte weiter machen, vorankommen und sich selbst verwirklichen.

Naivität und Nicht-Nein-Sagen können

Menschen, die fähig sind naiv zu sein, haben ihre kindliche Unbesorgtheit bewahrt und stehen in einem guten Kontakt zum inneren Kind. Oft haben sie die Gabe, beschwichtigend, hilfsbereit und fürsorglich zu sein. Menschen, die fähig sind „Ja“ zu sagen, können sich und ihre Bedürfnisse zu Gunsten Anderer zurücknehmen und sich auf sie einstellen und ihnen zuhören. Durch die enorme Rücksichtnahme und Anpassungsfähigkeit geben sie anderen ein Gefühl der Wertschätzung.

Nicht-Nein-Sagende Personen haben die Gabe, ihren Teil der Verantwortung abzugeben und Veränderungen abzuwarten. Durch dieses Verhalten wird eine harmonische Atmosphäre geschaffen. Die Bedürfnisse der Mitmenschen nach Anerkennung, Sicherheit, Bestätigung werden erfüllt, indem ihnen eine Bühne angeboten wird, auf der sie auftreten, mächtig sein und Einfluss ausüben können.

Lästern und Tratschen

Personen, die die Gabe besitzen zu lästern oder zu tratschen, halten den Informationsfluss in Gang, diese Verhaltensweise kann sogar als „Sozialkitt“ bezeichnet werden. Fehlt der Austausch in Familien- oder Arbeitssystemen, hält die Verbreitung von Wissen das soziale Gefüge zusammen. Die Fähigkeit zu Lästern und zu Tratschen deutet auf den Wunsch nach Anschluss und Kommunikation hin. Diese Kompetenz ist im Kontext Evolutionstheorie eine überaus wichtige Verhaltensweise, die für das Fortbestehen der Eigengruppe gesorgt hat.

Neid

Menschen, die fähig sind Neid zu zeigen, können sich im Vergleich mit Anderen messen. Das kann motivierend sein und die Weiterentwicklung anregen. Indem die bislang unerfüllten Wünsche definiert werden, führt die Fähigkeit neidisch zu sein zu Persönlichkeitswachstum. Was hat der Andere, was ich nicht habe? Was wäre anders, wenn ich das auch hätte? Was würde ich dann tun, wie würde ich den Tag gestalten? Welche Gefühle hätte ich dann? Woran würde ich als erstes merken, dass ich das auch hätte?

Chaotisch und unordentlich sein

Die Gabe chaotisch zu sein, schafft ohne direkte Bitte ein Hilfsangebot anderer. Chaotische Personen besitzen die Fähigkeit, ihren inneren Zustand nach außen zu kehren und durch ihr Handeln von ihren Gefühlen und Problemen abzulenken. Menschen die mehr äußerliche Reize als andere brauchen, um sich wohl zu fühlen, können durch das Chaotisch und Unordentlich sein für ihren erhöhten Bedarf an Anregungspotential sorgen.

Sie sind fähig sich zu entfalten, sich nicht äußeren Zwängen und Konventionen zu unterwerfen und sich unabhängig von der Meinung Anderer zu machen. Sie besitzen die Gabe, sich einen Rückzugsraum zu schaffen, den nur sie selbst oder engste Vertraute betreten dürfen.

Sich nicht entscheiden können

Personen, die fähig sind, sich nicht zu entscheiden, lassen sich alle Wahlmöglichkeiten offen, sie gehen kein Risiko ein, eine falsche Entscheidung zu treffen und negative Konsequenzen daraus zu ziehen. Sie lassen sich und auch anderen alle Optionen offen, dabei werden Fehlentscheidungen kategorisch ausgeschlossen. Menschen, die diese Gabe besitzen, sind geduldig und können Probleme „aussitzen“. Sie geben Anderen den Raum und die Macht eine Entscheidung zu treffen, sie sind fähig, ihre eigene Verantwortung abzugeben.

Launenhaftigkeit

Die Gabe der Launenhaftigkeit zeugt von der hohen Emotionalität der Personen. Sie stehen in einem sehr guten Kontakt zu ihren Gefühlen. Sie sind fähig, ihren Handlungsimpulsen und ihren Gefühlen Spielraum zu geben. Die Gefühle sind die besten Messinstrumente die wir haben. Sie reagieren auf alles und jeden und können uns somit zeigen, was für uns wichtig, gut und erstrebenswert ist.

Lesen Sie mehr über Stärken und Schwächen im letzten Teil, hier in den nächsten Tagen!

Bildnachweis: tata99may / stock.adobe.com

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