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Kniegelenksarthrose: Therapie bei einem Verschleiß des Kniegelenks

Lesezeit: 3 Minuten Das Kniegelenk ist am häufigsten von der Arthrose betroffen. Mit einer Operation lässt sich das Gelenk aber erhalten oder durch eine Prothese ersetzen.

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Kniegelenksarthrose: Therapie bei einem Verschleiß des Kniegelenks

Kniegelenksarthrose: Therapie bei einem Verschleiß des Kniegelenks

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Wenn das Knie der alltäglichen Belastung nicht mehr standhält und immer häufiger Schmerzen die Folge sind, kann eine Kniegelenksarthrose vorliegen. Diese führt zu einer immer stärkeren Bewegungseinschränkung. Durch die moderne Medizin kann jedoch Abhilfe geschaffen werden.

Symptome der Kniegelenksarthrose: Wachsende Schmerzen als Leitsymptom

Wie jede Form der Arthrose macht sich der Gelenkverschleiß am Knie früher oder später durch Schmerzen zum ersten Mal bemerkbar.

Anfänglich sind es meist der typische Anlaufschmerz, der bei den ersten Schritten nach dem Aufstehen zu spüren ist, sowie der Belastungsschmerz nach einer lang anhaltenden Belastung, die einen ersten Verdacht erhärten lassen.

Nach und nach kommen dann weitere Symptome hinzu:

  • Schmerzen beim Treppensteigen oder Wandern (Aufwärts und abwärts)
  • Verstärkung der Beschwerden durch schweres Heben und Tragen
  • Schmerzen im Knie nach längerem Sitzen, insbesondere hinter der Kniescheibe
  • Geräusche bei Kniebewegungen (z. B. Knacken, Knirschen)
  • Verstärkung durch feuchtes und kaltes Wetter

Mit fortschreitendem Verlauf treten die Schmerzen nicht nur immer stärker auf, sondern auch mit zunehmender Dauer und in kürzer werdenden Zeitabständen.

Auf den ersten Blick ähneln die Symptome stark der Hüftarthrose. Sie unterscheiden sich allerdings dadurch, dass sie sich eindeutig alleine auf das Knie eingrenzen lassen.

Mögliche Ursachen einer Kniegelenksarthrose

Bei der primären Kniegelenksarthrose können keine konkreten Ursachen benannt werden.

Es ist dann von der Kombination aus verschiedenen Risikofaktoren sowie eventuell einer erblichen Veranlagung auszugehen. Häufiger kommt allerdings die sekundäre Kniearthrose vor, bei der eine bestimmte Ursache bekannt ist, zum Beispiel:

  • Fehlstellung: O- oder X-Beine führen dazu, dass die innere oder die äußere Gelenkfläche des Knies unter starkem Druck steht. Dadurch verschleißt sie schneller.
  • Gelenkentzündung: Entzündungen im Knie führen zum Absterben von Knorpelzellen. Der auftretende Schmerz verringert den Bewegungsdrang und der Knorpel wird schlechter versorgt.
  • Meniskusschäden: Oftmals dauert es Jahrzehnte nach der Verletzung, doch nach Meniskusschäden entsteht extrem häufig – in bis zu 95 Prozent der Fälle sagen wissenschaftliche Untersuchungen – eine Arthrose.
  • Überlastung: Infolge einer dauerhaften und langanhaltenden Überlastung, zum Beispiel durch berufliche Beanspruchungen, kann eine Arthrose entstehen. Häufig ist dies zum Beispiel bei Fliesenlegern.

Übergewicht gilt zwar nicht als direkte Ursache von Kniearthrosen, ist allerdings einer der wichtigsten Risikofaktoren, die die Erkrankung zumindest begünstigen und ihren Verlauf beschleunigen können.

Diagnose: Feststellung der Kniegelenksarthrose

Um eine Kniegelenksarthrose festzustellen, bedient sich der Arzt der folgenden Methoden:

  • Körperliche Untersuchung: Abtastung der Gelenke nach Schwellungen oder Druckempfindlichkeit, Feststellung von Fehlstellungen (z. B. Beckenschiefstand, Schonhaltungen), Beobachtung der Gelenkbeweglichkeit
  • Röntgenaufnahmen: Untersuchung des Abstands zwischen den Gelenkflächen im Röntgenbild
  • Ultraschall: Darstellung von Weichteilen (z. B. Muskeln, Kapseln)
  • MRT: Darstellung von Schäden an Sehnen, Bändern oder am Meniskus
  • Gelenkspiegelung: Einführung kleiner Untersuchungsinstrumente durch einen kleinen Schnitt am Gelenk (Arthroskopie)

Therapie der Kniegelenksarthrose

Grundsätzlich lässt sich diese Form der Arthrose etwas einfacher therapieren als beispielsweise die Hüfte, da das Gelenk direkt unter der Haut liegt. Zunächst steht die Schmerz- und Bewegungstherapie im Vordergrund. In vielen Fällen spielen aber auch operative Eingriffe eine wichtige Rolle.

Erhalt des Gelenks

Wenn die Arthrose noch keine schweren Schäden hinterlassen hat, kann man versuchen, das Gelenk zu erhalten.

Hierzu kommen verschiedene operative Eingriffe in Frage. Eine sogenannte Gelenktoilette kann helfen, eine Verschlimmerung einzudämmen. Hierzu gehören folgende Maßnahmen:

  • Spülen des Knies und Entfernen des Knorpelabriebs
  • Begradigen von verschlissenen Menisken
  • Entfernen frei beweglicher Knorpelstücke
  • Anbohren dünner Knorpelareale und Animieren des Gewebes zur Neubildung von (immerhin) minderwertigeren Knorpelzellen

Hinzu kommt die Möglichkeit einer offenen Operation, bei der der Knochen so bearbeitet wird, dass weniger Druck auf ihm lastet. Dies kann eine Schmerzlinderung bewirken.

Wenn X- oder O-Beine vorliegen, können diese operativ korrigiert werden (Umstellungsosteotomie).

Dabei wird aus dem Knochen ein keilförmiges Stück entnommen und die restlichen Stücke mithilfe von Schrauben oder einer Metallplatte verbunden.

Ersatz des Gelenks

Ist die Arthrose bereits zu weit fortgeschritten, muss das Kniegelenk ganz oder teilweise ersetzt werden. Hierfür stehen verschiedene Prothesenarten zur Verfügung:

  • Schlittenprothesen: Bei X- oder O-Beinen wird meist nur eine Gelenkhälfte geschädigt, weshalb nur diese ersetzt werden muss. Dabei wird nur wenig Knochen geopfert. Allerdings kann sich das Prothesenteil leichter aus seiner Verankerung lösen.
  • Oberflächenersatzprothese: Diese Prothese ersetzt beide Gelenkflächenhälften, wobei überwiegend mit der zementfreien Technik gearbeitet wird. Sie lockert niemals komplett aus, sondern wenn dann nur das untere Teil.
  • gekoppelte Prothese: Bieten die Seitenbänder nicht mehr genügend Stabilität, so ist eine gekoppelte Prothese notwendig. Diese Oberflächenersatzprothese wird zusätzlich mithilfe eines Scharniers oder durch einen drehfähigen Zapfen geführt.

Versteifung des Gelenks

Beim Kniegelenk wird eine Versteifung kaum mehr durchgeführt, da die Bewegungseinschränkungen zu extrem sind. Nur in seltenen Fällen, beispielsweise bei bakteriellen Knocheninfekten oder nach Unfällen, kann diese Methode zum Einsatz kommen.

Bildnachweis: PhotographyByMK / Adobe Stock

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