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KISS-Syndrom bei Babys: Wie können Sie ihm helfen?

Lesezeit: 2 Minuten Das so genannte KISS–Syndrom wird bei Babys meist bei der Geburt verursacht. Dabei steht diese Abkürzung für Kopfgelenk-induzierte-Symmetrie-Störung und beschreibt damit eine Blockade oder Fehlhaltung im Bereich der Halswirbelsäule des Kindes. Diese äußert sich in einer Schiefhaltung der Halswirbelsäule und des Kopfes. Was können Eltern tun?

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KISS-Syndrom bei Babys: Wie können Sie ihm helfen?

KISS-Syndrom bei Babys: Wie können Sie ihm helfen?

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Wie kann ein KISS-Syndrom entstehen?

Die Ursache für das KISS-Syndrom liegt meist bei schweren, komplizierten Geburtsvorgängen. Bei jedem Geburtsvorgang werden Schultergürtel, Halsmuskeln und Köpfchen schwer belastet. Oftmals werden diese Strukturen stark gezerrt und gedehnt. Bei komplizierten Geburten ist dies vermehrt der Fall. Daher sind Säuglinge, die mit Hilfe von Saugglocken oder Zangen zur Welt kommen gefährdeter, eine Kopfgelenk-induzierte-Symmetrie-Störung zu entwickeln.

Die Symptome sind oft deutlich

KISS-Kinder haben sehr oft eine deutlich bevorzugte Seite, zu der sie den Kopf drehen, was meist gut zu beobachten ist. Aufgrund der Schiefhaltung kann ein so genannter KISS-Fleck entstehen, eine kahle Stelle am Hinterkopf, die durch den vermehrten Haarabrieb auf einer Seite entstehen kann. Auch die Form des Köpfchens kann asymmetrisch und auffällig sein. Ebenfalls kann sich einseitig am Hals eine asymmetrische Halsfalte bilden, die sich auch entzünden kann.

Weiterhin neigen KISS-Kinder dazu, vermehrt zu schreien und wenig zu schlafen. Auch Schluckprobleme, Schwierigkeiten beim Saugen und vermehrtes Sabbern kann beobachtet werden. Die allgemeine Entwicklung des Kindes kann verlangsamt sein, jedoch wird oft die Krabbelphase übersprungen, sodass das Kind früh zu laufen beginnt.

(Spät)-Folgen

Bei unbehandelten KISS-Kindern kann es zu diversen gravierenden Folgen kommen. Eine ist die Entwicklung einer so genannten Dysgnosie und Dyspraxie. Unter einer Dysgnosie versteht man Wahrnehmungsstörungen, die in der gestörten Informationsverarbeitung und –weiterleitung der für die Koordination wichtigen Nackenmuskulatur begründet liegt.

Eine Dyspraxie ist eine daraus resultierende Koordinationsstörung, die sich in Unbeholfenheit und Ungeschicklichkeit äußert. Diese Kombination aus Dyspraxie und Dysgnosie wird als fortgeschrittene Form des KISS-Syndroms als KIDD-Syndrom bezeichnet. Diese Form der Koordinationsstörung äußert sich mit fortschreitendem Alter als ADS oder ADHS, sowie Lern- und Konzentrationsstörungen. Im Erwachsenenalter entstehen weiterhin Symmetriestörungen der Wirbelsäule, des Beckens, sowie chronische Erkrankungen wie Tinnitus, Migräne oder Kopfschmerzen.

Behandlung und Erkennung

Oftmals wird das KISS-Syndrom bei Neugeborenen von Kinderärzten in der Erkennung und Behandlung vernachlässigt oder nicht diagnostiziert. Spezialisierte KISS-Therapeuten müssen für eine genaue Diagnose aufgesucht werden. Nur solche Spezialisten sind in der Lage, eine komplette Untersuchung gezielt durchzuführen und exakt zu differenzieren.

In der Behandlung zielt der KISS-Therapeut darauf ab, die Blockaden zu lösen. Das kann mit Hilfe verschiedener Techniken geschehen, sollte jedoch unbedingt in jedem Fall durch einen spezialisierten Therapeuten oder Arzt vorgenommen werden. Vertrauen Sie Ihr Kind für diese Behandlung nicht jedem Therapeuten oder Kinderarzt an.

Oftmals reichen dann wenige Behandlungseinheiten mittels verschiedener vorsichtiger Handgriffe aus, um die Symptomatik positiv zu beeinflussen. Eine solche Behandlung sollte in Anbetracht der Spätfolgen unbedingt früh und fachgerecht durchgeführt werden.

Bildnachweis: luckybusiness / stock.adobe.com

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