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Kinderwagen-Test: Viel Geld für wenig Qualität

Lesezeit: 3 Minuten Bei der Auswahl des richtigen Kinderwagens spielen verschiedene Faktoren eine Rolle. Neben dem Design, das bekanntlich immer eine Geschmacksfrage ist, stehen Größe, Gewicht und vor allem die einfache Handhabung im Mittelpunkt. Im Kinderwagen-Test zeigte sich allerdings noch ein ganz anderes Problem: die Schadstoffbelastung.

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Kinderwagen-Test: Viel Geld für wenig Qualität

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Kinderwagen-Test: Welches Modell für welchen Einsatzbereich?
Bevor Sie sich einen Kinderwagen zulegen, sollten Sie sich zunächst einmal Gedanken über den Einsatzbereich machen. Wenn Sie viel in der Stadt unterwegs sind, sollten Sie eher einen leichten und wendigen Kinderwagen wählen – eventuell mit kleinen, schwenkbaren Vorderrädern. Wenn Sie aber auf dem Land leben, sollten Sie sich für Spaziergänge über Stock und Stein ein robustes Modell mit großen Rädern zulegen.

Müssen Sie den Kinderwagen oft transportieren? Dann darf er nicht zu groß und zu schwer sein – auch nicht im zusammengeklappten Zustand, schließlich sollte der Kinderwagen in Ihren Kofferraum passen.

Die Alltagstauglichkeit ist also ein wichtiges Kriterium im Kinderwagen-Test – ebenso wie die Sicherheit. So kann ein großer Radabstand die Kippgefahr des Kinderwagens mindern, allerdings können zu breite Achsen und große Räder auch Schwierigkeiten auf Rolltreppen oder in Aufzügen machen. Wichtig ist zudem eine gute Feststellbremse, da diese beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln für die nötige Standfestigkeit Ihres Kinderwagens sorgt.

Kinderwagen-Test: kindgerechte Ausstattung
Ein guter Kinderwagen sollte für Kinder bis zu einem Alter von drei Jahren geeignet sein – sowohl von der Größe des Sitzes her als auch von der Halt- und Belastbarkeit. Obwohl in der Regel Kinder mit einem Gewicht zwischen 15 und 20 Kilogramm hineinpassen müssten, sind manche Kinderwagen gar nicht auf das entsprechende Gewicht ausgerichtet – das führt schnell zu Problemen, wenn ältere Kinder etwas kräftiger gebaut sind.

Darüber hinaus sind leider oft die Sitze zu schmal und die Lehnen zu niedrig, diese sollten nämlich mindestens 50 cm hoch sein. Auch die Tragevorrichtungen (Taschen oder Wannen) sind oft zu eng oder zu kurz – Ihr Baby sollte zwar sicher, aber auch bequem im Kinderwagen liegen können.

Kinderwagen-Test: Gefahr durch Schadstoffbelastung?
Die Stiftung Warentest hat im August 2009 einen Kinderwagen-Test veröffentlicht, in dem 14 Modelle auf Herz und Nieren überprüft wurden. Das erschreckende Ergebnis im Kinderwagen-Test: Die Schadstoffbelastung ist bei fast allen Modellen groß – auch wenn sie noch im gesetzlichen Rahmen liegt.

Bei Kinderspielzeug  sind die Vorschriften bezüglich der Inhaltsstoffe recht streng, insbesondere was den Einsatz von PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) und sogenannten Weichmachern (Phthalate) betrifft. In Kinderwagen dürfen diese Substanzen aber laut Gesetz verarbeitet werden, obwohl sie teilweise krebserregend sind.

Den gesetzlichen Bestimmungen zum Trotz hat die Stiftung Warentest die Schadstoffbelastung als ein entscheidendes Kriterium im Kinderwagen-Test angesehen. Schließlich kommen Kinder und Eltern ständig mit den Bezügen, Gurten und Griffen des Kinderwagens in Berührung – nicht selten nehmen Kleinkinder diese sogar in den Mund.

Kinderwagen-Test: Ergebnisse
Aus diesem Grund wurde im Kinderwagen-Test der Stiftung Warentest kein einziges Mal die Gesamtnote „gut“, geschweige denn ein „sehr gut“ vergeben. Schlimmer noch: Von den 14 getesteten Kinderwagen hat die Stiftung Warentest zehn mit der Gesamtnote „mangelhaft“ bewertet. Am schlechtesten schnitten die Modelle Babywelt Pro 4 S (Gesamtnote 5,0), Emmaljunga Nitro City (5,0), Hauck Chicago air (5,0), I’coo Plasma mit Coco (5,0), Maxi-Cosi Mura 4 (5,1) und Gesslein Future I loop (5,4) ab.

Auch die beiden „Testsieger“ haben mit einer Gesamtnote von 3,2 („befriedigend“) keine wirkliche Glanzleistung vollbracht. Beim Cameleon von Bugaboo liegen die größten Vorteile in der leichten Handhabung und dem geringen Gewicht des Kinderwagens. Allerdings ist er mit einem stolzen Preis von 910 Euro das teuerste  Modell im Kinderwagen-Test. Darüber hinaus gestaltet sich die Erstmontage recht schwierig; als einer der weiteren Nachteile wurden die verwendeten Weichmacher bemängelt.

Testsieger Nr. 2 im Kinderwagen-Test ist der Mistral S von Teutonia. Das Modell ist zwar schwerer, damit aber auch solider. Der Preis von 550 Euro spricht ebenfalls für diesen Kinderwagen, auch wenn er hinsichtlich Handhabung, kindgerechter Ausstattung und Schadstoffbelastung noch etwas schlechter abschneidet als der Bugaboo.

Ebenfalls mit „befriedigend“ (3,3) wurde der Zekiwa Alu-Cross bewertet. Seine Hauptvorteil liegt im günstigen Preis (299 Euro), allerdings ist der Kinderwagen sehr schwer, hat keinen guten Sitz, eine zu kleine Tragetasche und enthält darüber hinaus Formaldehyd. Das am wenigsten mit Schadstoffen belastete Modell im Kinderwagen-Test ist der Hartan Topline S für 550 Euro, der mit der Gesamtnote 3,8 immerhin noch als „ausreichend“ bewertet wird.

Kinderwagen-Test: Fazit und Empfehlungen
Die Auswahl an Kinderwagen ist groß – ebenso die Preisspanne, die im Kinderwagen-Test der Stiftung Warentest zwischen 249 und 910 Euro lag. Entsprechend groß sollten also auch die Erwartungen an die Qualität sein dürfen, doch leider wurden diese in keiner Weise erfüllt.

Das Gesamturteil der Stiftung Warentest im Kinderwagen-Test fällt dementsprechend vernichtend aus: „Keiner ist gut. Keiner ist schadstofffrei. Keiner ist wirklich kindgerecht.“

Es bleibt zu hoffen, dass die Hersteller von Kinderwagen bald reagieren und sich das Urteil der Stiftung Warentest bei der Produktion zu Herzen nehmen. Den vollständigen Kinderwagen-Test können Sie bei der Stiftung Warentest abrufen.

Unser Tipp: Die Anschaffung eines Kinderwagens erfordert Zeit, es empfiehlt sich also, rechtzeitig nach dem richtigen Kinderwagen Ausschau zu halten. Scheuen Sie sich nicht, in Ruhe zu suchen und vor allem ausführlich zu probieren, wie Sie mit dem Kinderwagen zurechtkommen. Neben objektiven Kinderwagen-Tests sollten Sie auch Ihren Familien- und Freundeskreis zu Rate ziehen und nach Erfahrungswerten fragen, um die richtige Entscheidung zu treffen.

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