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Kinder im Haushalt: Schulkindern kleine Aufgaben übertragen

Kinder im Haushalt: Schulkindern kleine Aufgaben übertragen
geschrieben von Weiora de Sirow

Kinder sollten in die Hausarbeit einbezogen werden. Während Kleinkinder noch nicht wirklich helfen können, trotzdem aber mittun möchten, sind Grundschulkinder durchaus schon in der Lage zu kleinen Hilfestellungen, wenn sie detailliert angeleitet werden. Die Ausführung der Aufgaben sollte nicht länger als zehn Minuten dauern, damit das Kind das Erfolgserlebnis noch erreicht. Auch dem Schulkind kann noch ein Missgeschick passieren, mit dem Sie nachsichtig umgehen sollten.

Grundschulkinder und Haushalt

Grundschulkinder bedürfen noch detaillierter Anleitung Sie vermögen einfache Aufgaben im Haushalt ordentlich zu übernehmen, wenn sie in einen Zeitrahmen von etwa zehn Minuten passen. Leiten Sie Ihr Kind dazu gut und detailliert an, weil es die Aufgabe dann gern erledigt. So wird es an die Hausarbeiten herangeführt und obendrein lassen sich damit Erfolgserlebnisse arrangieren, die dann nützlich sind, wenn diese in der Schule ausbleiben.

Loben Sie daher alles, was gut erledigt wurde und verbinden Sie dieses Lob mit einer besonderen „Auszeichnung“ zur gemeinsamen Schatzsuche, was nichts anderes ist, als miteinander aufzuräumen. Allerdings ein Aufräumen unter besonderen Bedingungen, die Spaß machen. Planen Sie dies einmal im Monat ein und nehmen Sie sich genug Zeit dafür, weil das gemeinsame spielerische Aufräumen ohne jede Hektik durchgeführt werden muss, damit das Kind unter Ihrer Anleitung Freude daran entwickeln kann.

Gewöhnen Sie Ihre Kinder mit einer Schatzsuche ans Aufräumen

Dazu nehmen Sie sich nacheinander alle Fächer des Kinderzimmers vor, holen alles heraus und lassen das Kind in aller Ruhe aus dem Durcheinander alte Schätze wieder neu finden und einen Augenblick damit spielen. Dann legen Sie die Bausteine und so weiter gemeinsam – immer abwechseln – in die Kästen zurück. Zählen Sie dabei, wie viele Steine es sind, das spornt immer an.

Lassen Sie das Kind laut die Titel der Spiele oder Bücher vorlesen. So erinnert es sich daran, was es demnächst alles spielen könnte. Fordern Sie die Inspiration Ihres Kindes heraus, indem es selbst festlegen soll, wohin es die Kästen oder Sachen räumt. So bringt Ihr Schulkind unter Ihrer Anleitung die Dinge wieder in eine Ordnung, die es selbst mitbestimmt hat.

Es wird eine längere Zeit dauern, aber dies empfinden die Kinder nicht so, weil sie eigentlich nur auf Schatzsuche sind. Das Einzige, was Sie aufbringen müssen, ist ein Nachmittag an Zeit. Schon deshalb wird sich Ihr Kind bald wieder „Aufräumen mit Ihnen“ wünschen. So verbinden Sie den Anreiz zur Hausarbeit mit dem Anreiz zum Aufräumen.

Kinder im Haushalt: Aufräumen ohne Hilfe

Wenn Sie Ihr Schulkind ohne die vorgenannte Hilfe nur auffordern, das Zimmer aufzuräumen, wird es diese Arbeit zu hassen beginnen, weil es damit meist nicht zurechtkommt. Sie versuchen vielleicht noch, ein Ultimatum folgender Art zu stellen: „Bis übermorgen ist das Zimmer aufgeräumt, sonst wird alles, was unten liegt, weggeschmissen“! Ihr Schulkind wird dennoch nicht aufgeräumt haben, bestenfalls kurz vorher noch etwas Ordnung herzustellen bemüht sein, eine Art äußerliches Kaschieren der Unordnung vornehmen.

Aber Aufräumen wird es so nie lernen, wenn Sie nicht mittun. Da bewirken auch Schimpfen oder radikale Maßnahmen nichts. Wenn Sie die Dinge tatsächlich immer wegschmeißen wollten, würde das Kinderzimmer allmählich entleert oder Sie versuchten, die angeblich weggeschmissenen Sachen später wieder unterzuschmuggeln. Ihr Kind wird es bemerken, was Ihre Drohung fürs nächste Mal entkräftet. So werden Sie erfolglos bleiben.

Ein Kind braucht zuerst die systematische Anleitung von Ihnen über eine längere Zeit, ehe es selbst in der Lage ist, diese Arbeit erfolgreich auszuführen. Helfen Sie Ihm dabei, am besten auf die oben beschriebene Weise, damit Aufräumen in Spaß umgewandelt wird, statt zur verhassten Arbeit zu avancieren.

Kinder im Haushalt: Manchmal haben auch Sie als Eltern die gleiche Aufräum-Antipathie und die gleiche Nichtanleitung hinter sich

Dann müssen Sie Sich zunächst selbst nachträglich erziehen, um von Ihrem Kind Ordnung einfordern zu können. Ansonsten machen Sie sich Ihrem Kind gegenüber unglaubwürdig, das sehr genau einzuschätzen weiß, ob Sie diese Aufgabe auch selbst zu lösen verstehen oder ebenfalls daran scheitern. Denken Sie immer daran: Ihr Kind ist Ihr aufmerksamster Kritiker. Und nehmen Sie diese Kritik und Ihr Kind von Anfang an ernst, wie eine erwachsene Person.

In weiteren Artikeln zur Serie wird die Hausarbeit mit Schulkindern und Jugendlichen beschrieben.

Bildnachweis: Studio Romantic / stock.adobe.com

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