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Kinder beobachten Tiere im häuslichen Umfeld

Lesezeit: 3 Minuten Im Zeitalter der modernen Medien verlieren vor allem Stadtkinder immer mehr den Bezug zur Natur. Fördern Sie Ihr Kind, indem Sie ihm die Möglichkeit geben, Naturerfahrungen hautnah zu erleben. Kinder beobachten sehr gerne Tiere, und zwar vom kleinen Käfer bis zum Wildtier im Zoo. Selbst in der Stadt sind Erlebnisse mit vielen Tieren möglich.

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Kinder beobachten Tiere im häuslichen Umfeld

Kinder beobachten Tiere im häuslichen Umfeld

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Mit offener Neugierde bestaunen Kinder die Vorgänge in der Natur. Wenn Eltern sie lassen, beobachten sie stundenlang eine Spinne, die ein Netz baut, oder laufen Schmetterlingen hinterher. Die Umwelt selbstständig entdecken und eigene Schlussfolgerungen ziehen, sind für Kinder wichtige Entwicklungsschritte. Geben Sie Ihrem Kind auf einem Spaziergang oder auf dem Spielplatz immer genügend Zeit und Raum, die Natur zu entdecken.

Tiere in der Stadt

Eine Kindheit wie in Astrid Lindgrens Bullerbü erleben heutzutage die wenigsten Kinder. Aber auch wer in der Stadt aufwächst, kann eine Vielzahl Tiere entdecken und kennen lernen. Kleines Getier wie Käfer, Spinnen, Würmer oder Fliegen finden sich im Haus, am Balkon oder in der Hofeinfahrt. Viele Vögel fühlen Sie auch in städtischen Gebieten wohl. Und sogar viele Wildtiere wie Wildschweine, Kaninchen oder Waschbären zieht es in die Stadt, wo sie sich oft zu einer Plage entwickeln. Laut Biologen leben in einer europäischen Metrople rund 10.000 unterschiedliche Tierarten.

Kinder beobachten Tiere

Entdecken Sie gemeinsam mit Ihrem Kind die biologische Vielfalt in Ihrer näheren Umgebung. Wie lange braucht eine Spinne, um ein Netz zu bauen. Wohin krabbelt der Käfer so eilig. Gute Forschungsräume sind Gärten oder Grünanlagen. Aber auch auf Sportplätzen finden sich Baumgruppen und Sträucher, die Naturbeobachtungen erlauben. Auch bei Kirchen und sogar in Natursteinmauern finden die Kinder viele spannende Tiere.  Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind aber einige Verhaltensregeln:

  • Die Tiere nur beobachten und nicht stören.
  • Sich Tieren immer vorsichtig und langsam nähern.
  • Tiere nicht unnötig anfassen.

Ekel und Angst vor Tieren

Bleiben Sie unvoreingenommen, wenn Sie sich vor Kriechtieren ekeln. Sonst übernehmen die Kinder den Widerwillen vor diesen Tieren. Akzeptieren Sie aber auch den Ekel und Unwillen ihres Kindes gegenüber bestimmten Tieren. Kinder fühlen sich dann ernst genommen und lernen, mit ihren Gefühlen umzugehen. Indem sie sich den Tieren vorsichtig annähern, sie beobachten und neue Erkenntnisse gewinnen, beginnen Kinder und auch die Erwachsenen, ihre Abneigung etwas zu reduzieren. Eine Spinne an der Decke oder ein Käfer löst bei Naturfreunden kein hysterisches Geschrei aus.

Mit Ringordner und Fotoapparat

Ermutigen Sie Ihr Kind in die Rolle eines Naturforschers zu schlüpfen und Tiere in der Nähe zu entdecken. Als Naturtagebuch eignet sich ein kleiner Ringordner mit Trennblättern sowie unlinierten Einlegblätter. Mit den Trennblättern katalogisieren Sie die Tiere: Säugetiere, Vögel, Fische, Weichtiere, Spinnen, Insekten und Besonderheiten. Jedes Tier, das Sie im Umfeld beobachten, erhält einen eigenen Eintrag. Ihr Kind kann das Tier fotografieren oder abzeichnen. Außerdem notiert das Kind Datum und Uhrzeit sowie den Fundort. Wer mag, schreibt auch weitere Beobachtungen auf. Es empfiehlt sich, ein Bestimmungsbuch mitzunehmen, um das Tier identifizieren zu können.

Naturideen für Kinder

Es gibt ganz viele Möglichkeiten, sich dem Naturraum spielerisch anzunähern. Probieren Sie einige der folgenden Anregungen einfach aus.

  • Stellen Sie sich mit Ihrem Kind auf den Balkon oder auf den Spielplatz. Welche Tierlaute sind zu hören. Sind am späten Abend mehr Tiere zu hören?
  • Etwas für Frühaufsteher: Um welche Uhrzeit beginnt der erste Vogel mit dem Frühkonzert?
  • Stehen Sie früh morgens mit Ihrem Kind auf. Wie viele unterschiedliche Vögelgesänge hören Sie?
  • Legen Sie ein Minibiotop an und füllen Sie eine Schale oder Kiste mit Naturmaterialien wie Erde, Sand, Blätter. Was passiert im Laufe der Zeit.
  • Wie viele Beine hat eine Spinne?
  • Die Kinder suchen ein Spinnennetz und zeichnen es ab.
  • Malen Sie mit dem Stock auf den erdigen Boden ein Spinnennetz. Außen sind die Abstände weit, dann wird der Platz immer enger. Die Kinder hüpfen zunächst mit geschlossenen Beinen von Rand des Netzes bis zur Mitte und wieder hinaus. Wer das Netz berührt, bleibt kleben. Wer es schafft, wiederholt die Übung erst auf dem rechten, dann auf dem linken Bein. Schafft es auch jemand rückwärts durch das Netz zu hopsen?
  • Die Kinder basteln aus Wolle ein Spinnennetz.
  • Viele Tiere tarnen sich vor ihren Feinden. Bitten Sie Ihr Kind, sich im Park zu tarnen.
  • Wer kann wie ein Regenwurm kriechen?
  • Was passiert, wenn man ein Apfelstückchen auf einen Teller legt.
  • Fertigen Sie kleine Karten an, auf denen Sie Abbildungen von Tieren der heimischen Natur aufkleben oder aufdrucken. Beispiele: Eichhörnchen, Vögel, Spinnen, Schnecken. Jeder Mitspieler erhält auf einem Spaziergang die gleiche Anzahl Karten. Sobald jemand eines der gesuchten Objekte findet, gibt er die entsprechende Karte ab. Wer zuerst keine Karte besitzt, hat gewonnen.
  • Mit der Lupe oder einem Zahnarztspiegel die Welt unter einem Stein erkunden.

Mit diesen Ideen erkennen und erleben Kinder die Jahreszeiten.

Bildnachweis: Gajus / stock.adobe.com

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