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Kamelien – So pflegen Sie die exotischen Schönheiten in winterlichen Gärten

Kamelien gelten als Königinnen unter den Blumen. Wahrhaft königlich sind allerdings auch ihre Ansprüche. Wer sie am geeigneten Standort hält und richtig zu pflegen weiß, hat viele Jahre Freude an diesen Schönheiten.

Kamelien - So pflegen Sie die exotischen Schönheiten in winterlichen Gärten

Kamelien – So pflegen Sie die exotischen Schönheiten in winterlichen Gärten

Kamelien stammen aus Asien, wo sie in mannigfaltigen Sorten von September bis Mai blühen. Als die ersten Pflanzen um das Jahr 1800 nach Deutschland kamen, waren die empfindlichen Exoten fast unerschwinglich.

Trotzdem avancierten sie zur Modeblume. Damen schmückten mit ihnen Dekolletés und Frisuren, Herren von Welt trugen sie im Knopfloch. Hochzeitssträuße aus Kamelien galten als Zeichen großer Liebe.

Winterhart oder nicht?

Ihren divenhaften Ruhm erlangten Kamelien, weil die meisten Pflanzen nicht winterfest sind. Je nach Sorte blühen sie von Januar bis März im Kalthaus, d. h. eine Temperatur von 12 °C darf nicht überschritten werden. Im Sommer stehen die Kübel mit den immergrünen Pflanzen an einem schattigen Platz im Garten.

Auf Pflegefehler reagieren sie mit Verlausung, Rußtau und Laubfall. Frisch erworbene Topfpflanzen werfen bei Temperaturwechseln alle Knospen ab. Dieser Zickigkeit haben es Kamelien zu verdanken, dass sie nach ihrer Hochzeit im 19. Jahrhundert bei uns keine Rolle mehr spielten. Im botanischen Lexikon von 1970 muss man sie unter Teepflanzen suchen, zu denen sie botanisch gezählt werden.

Wie diese uralten Nutzpflanzen tragen sie den Namen Camellia (japonica) zu Ehren des Jesuitenpaters Georg Joseph Kamel, der 1706 in Manila verstarb.

Renaissance

Kamelien erlebten Ende des 20. Jahrhunderts einen Boom sondergleichen, als sich die winterharten Sorten bei uns etablieren konnten. Mit der richtigen Sachkenntnis gepflanzt und gepflegt können die Winterschönheiten, deren Farbpalette von strahlendem Weiß über zartes Rosa bis zu samtigen Purpurtönen reicht, uralt werden und stattliche Ausmaße erreichen.

Ihr Wachstum geht indes recht langsam voran. Bis sie die Größe von etwa neun Metern erreichen wie die berühmte (nicht winterfeste) Kamelie im Schlosspark Pillnitz, vergehen über 200 Jahre.

Freilandpflanzung

Als Faustregel gilt: wer Kamelien wie Rhododendren pflegt, macht nichts falsch. Junge Pflanzen sind empfindlich, deshalb sollten nur Sträucher gepflanzt werden, die älter als vier Jahre sind und dies nicht vor Mitte März oder nach Ende Juli. Nur gut eingewurzelte Exemplare sind frostfest. Der Standort sollte in lichtem Schatten liegen, pralle Sonne wird nicht vertragen.

Der Boden sollte leicht sauer (pH-Wert +5,5), humusreich und durchlässig sein. Kamelien werden flach in ungedüngte Erde gesetzt und erst nach dem ersten Pflanzjahr gedüngt. Auch wenn der Busch Frost bis zu minus 20 °C verträgt, sind die Blütenknospen meist nicht so robust. Besonders abrupt einsetzende Kahlfröste lassen die Blütenknospen erfrieren. Eine kurzzeitige Abdeckung kann helfen.

Bildnachweis: Delphotostock / stock.adobe.com

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