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Jede Trauer braucht ihre Zeit

Lesezeit: 2 Minuten Der Verlust eines geliebten Menschen gehört für Experten zu den stärksten Stressfaktoren überhaupt. Die Gefühle von Trauer, Wut, Einsamkeit und Schmerz nehmen uns in diesem Fall so sehr mit, dass sich Körper und Seele in einem Ausnahmezustand befinden. Die wichtigste Botschaft lautet darum: Geben Sie sich Zeit.

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Mehr als nur traurig sein

Vielleicht haben Sie es bei sich selbst bemerkt. Man trauert nicht an jedem Tag gleich. Mal möchte man den Weggang nicht wahr haben. Dann wieder spürt man Wut auf den Verstobenen. „Wie konnte er mich alleine lassen?“ Gerade dieser Zorn erzeugt oft Schuldgefühle. Schließlich ist jemand gestorben. Man sollte traurig sein und nicht wütend, oder?

Machen Sie sich über diese Gefühle keine Sorgen. Die Wut gehört zur Trauer, wie die Verzweiflung, die Sehnsucht und irgendwann das Begreifen des Verlustes. Jeder Mensch erlebt diese Phasen. Sie gehören zur Trauerverarbeitung dazu und helfen Ihnen mit diesem Stress umzugehen.

Jeder Tag ist verschieden

Es gibt sogar wissenschaftliche Modelle, die von verschiedenen Abschnitten beim Trauernden sprechen. Diese Theorien unterscheiden sich zwar in Details, sind jedoch im Gesamten ziemlich ähnlich. Zu irgendeinem Zeitpunkt wird jeder, der einen Menschen verloren hat, verschiedenste Emotionen spüren.

Sie werden nicht genau nacheinander ablaufen, sondern eher fließend sein. Und selbst wenn Sie eine Phase bereits intensiv durchlebt haben und es Ihnen wieder besser geht, können Sie Momente erfahren, an denen Sie sich wieder genauso verzweifelt fühlen, wie bereits eine Weile vorher.

In dieser Reihe von Artikeln, möchte ich Ihnen helfen, Ihren Kummer zu verstehen. Es ist wichtig zu wissen, dass alle möglichen Gefühle durchaus natürlich sind. Die verschiedenen Tipps sollen Sie unterstützen, das Leben trotz der schweren Zeit zu bejahen und sich daran zu beteiligen.

Sind Sie jemand, der einem Trauernden Beistand leistet, dann ist es gut auf angemessene Weise zu reagieren. Auch hierfür finden Sie Vorschläge.

Am Anfang steht die Leugnung

„Es kann nicht sein.“ Wie bei einem Schock fühlt man sich kurz nach dem Tod eines nahestehenden Menschen. Für Ihren eigenen Körper ist es auch so. Er wird vom Stress geradezu überschwemmt, reagiert mit allen Zeichen starker Belastung. Es ist nahezu unmöglich, etwas zu spüren. Sie sind einfach nur entsetzt – selbst in den Fällen, in denen der Tod absehbar war.

Manche sprechen im Nachhinein davon, dass ihnen der Boden unter den Füßen weggezogen wurde. Es ist alles Chaos. Man kann noch nicht einmal weinen.

Als Trauernder sind Sie in dieser Phase hilflos. Lassen Sie es dabei. Nehmen Sie die Unterstützung anderer an, wo immer sie Ihnen geboten wird. Sollten Sie in der Lage sein, bestimmte Dinge Ihres Alltags zu erledigen, dann machen Sie das. Es geht nicht darum, Sie abzulenken. Aber Sie erleben auf diese Weise Realität und damit bekommen Sie die Chance, Ihre Erstarrung hinter sich zu lassen.

Was Sie als Angehörige tun können

Angehörige helfen am besten, wenn Sie sich viel Zeit für den Trauernden nehmen. Lassen Sie Ihn vom Verstorbenen sprechen. Geben Sie Wärme und Zuspruch. Wie lange das dauert, ist von Mensch zu Mensch verschieden. Von Stunden bis Wochen reicht die Spanne. Oft ist der Beerdigungstermin ein Augenblick, der den Tod real macht. Dann schaut der Trauernde dem Verlust in die Augen.

Sollte diese Phase der Leugnung deutlich länger als ein paar Wochen anhalten, ist professionelle Hilfe ratsam. Das kann ein Geistlicher sein, ein Trauerbegleiter oder ein Psychologe. Ein dauerhaftes Wegdrängen der Gefühle macht eine Auseinandersetzung mit dem Tod eines geliebten Menschen unmöglich.

Lesen Sie über die anderen Trauerphasen:

Bildnachweis: Viacheslav Iakobchuk / stock.adobe.com

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