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Ist vermehrter Ausfluss in der Schwangerschaft normal?

Lesezeit: 2 Minuten Auch wenn Frauen nicht gerne darüber sprechen, es ist ganz natürlich, dass Scheidenflüssigkeit austritt. In der Schwangerschaft sorgt Östrogen für eine stärkere Durchblutung der Scheide. Der vermehrte Ausfluss in der Schwangerschaft ist harmlos, wenn nicht weitere Beschwerden auftreten. Bei Juckreiz oder Schmerzen liegt wahrscheinlich eine bakterielle Infektion vor.

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Ist vermehrter Ausfluss in der Schwangerschaft normal?

Ist vermehrter Ausfluss in der Schwangerschaft normal?

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Warum entsteht Ausfluss?

Beim Vaginalausfluss handelt es sich um eine milchig-farblose Flüssigkeit, die kaum bzw. nicht unangenehm riecht. Der Ausfluss ist zwar lästig aber nützlich. Die Schleimhäute produzieren diese Flüssigkeit, um damit Bakterien abzutöten. Es entsteht ein leicht saures Scheidenmilieu mit einem ph-Wert unter 4, in dem sich gefährliche Keime nicht entwickeln können.

Ausfluss in der Schwangerschaft

Der Hormonanstieg während der Schwangerschaft bewirkt, dass die Scheide stärker durchblutet wird. Dadurch entsteht aber auch mehr Scheidenflüssigkeit. Ab der 36. Schwangerschaftswoche nimmt der Ausfluss stark zu, damit Bakterien ausgeschwemmt werden und diese nicht während der Geburt an das Baby gelangen. Um sicher zu gehen, dass die Scheide nicht mit einer bakteriellen Infektion belastet ist, kann der Arzt den Ausfluss gegen Ende der Schwangerschaft mit einem Abstrich testen.

Wenn sich die Scheidenflüssigkeit verdickt und einen leicht rötlichen Farbton annimmt, steht wahrscheinlich die Geburt bevor. Dann hat sich der Schleimpfropfen gelöst, der bisher den Muttermund verschloss.

Gesundheitsgefährdender Ausfluss

Der Vaginalausfluss kann aber auch auf eine bakterielle Infektion hinweisen. In diesem Fall riecht der Ausfluss unangenehm und verändert seine Farbe. Wahrscheinlich verspüren Sie auch ein juckendes oder brennendes Gefühl, eventuell ist sogar Blut im Ausfluss. Gehen Sie unbedingt zum Arzt, wenn sich diese Symptome einstellen.

Aber auch wenn Sie sich unwohl mit dem Ausfluss fühlen, kann Ihr Arzt mit einem einfachen Abstrich testen, ob eine gesundheitliche Beeinträchtigung vorliegt. Liegt eine Infektion vor, verschreibt der Arzt Medikamente, die dem Baby nicht schaden. Wird eine bakterielle Erkrankung nicht behandelt, kann sie unter Umständen eine Fehl- oder Frühgeburt auslösen.

Wohlfühltipps

Ausfluss ist für die meisten Frauen ein unangenehmes Thema. Denken Sie immer daran, dass die ungeliebte Scheidenflüssigkeit ein sinnvolles Instrument Ihrer Immunabwehr darstellt. Es gibt aber auch einige Tricks, um sich trotz starkem Ausfluss während der Schwangerschaft wohl zu fühlen.

  • Verzichten Sie während der Schwangerschaft auf luftundurchlässige Kleidung aus Kunststofffasern, wie zum Beispiel Nylonstrumpfhosen.
  • Tragen Sie während der Schwangerschaft bequeme, nicht zu eng anliegende Unterwäsche aus Naturmaterialien wie Baumwolle. Lassen Sie auch sehr enge Hosen während der Schwangerschaft im Schrank hängen.
  • Legen Sie Slipeinlagen oder dünne Binden in die Unterhose. Optimal sind Hygieneartikel ohne Plastikrücken. Wechseln Sie die Binden mindestens einmal am Tag.
  • Nehmen Sie lieber keine Tampons, um den Ausfluss aufzufangen. Wenn Sie ihn nicht ständig wechseln, besteht die Gefahr einer Scheideninfektion. Außerdem entziehen Tampons zu viel Feuchtigkeit und stören die natürliche Scheidenflora.
  • Mit übertriebener Hygiene zerstören Sie den natürlichen Immunschutz. Behandeln Sie den Intimbereich nicht mit Intimsprays oder Scheidenspülungen.
  • Verzichten Sie auf parfümierte Duschgels oder Seife. Waschen Sie sich mit einer ph-neutralen Seife. Wenn Sie täglich duschen, reicht sogar Wasser zum Reinigen des Intimbereichs.

Ausfluss oder Fruchtwasser?

Tritt gegen Ende der Schwangerschaft plötzlich verstärkt Ausfluss
auf, kann es sich dabei auch um Fruchtwasser handeln. Eventuell liegt
ein Blasensprung oder Blasenriss vor. Gehen Sie unverzüglich zum Arzt.
Er kontrolliert, ob eine Gefährdung vorliegt. Haben Sie keine falschen
Hemmungen! In der Schwangerschaft ist es immer besser den Arzt
aufzusuchen, auch wenn sich der Verdacht nicht bestätigt.

Bildnachweis: gpointstudio / stock.adobe.com

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