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Ist Fieber gefährlich?

Lesezeit: 2 Minuten Fieber wird heutzutage oft als unnötige Begleiterscheinung von Infektionskrankheiten betrachtet. Oftmals wird Fieber nicht nur als lästig, sondern als gefährlich eingestuft, und so wird in einer Behandlung häufig schon sehr frühzeitig mit fiebersenkenden Medikamenten gearbeitet. Ob dies wirklich immer sinnvoll ist, ist fraglich. Fieber ist schließlich keine Krankheit, sondern eine aktive Abwehrreaktion des Körpers.

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Was ist Fieber?

Fieber ist zunächst eine ganz normale und gesunde Abwehrreaktion des Körpers auf eingedrungene Krankheitserreger wie Viren oder Bakterien. Durch die erhöhte Temperatur werden die Krankheitserreger aktiv bekämpft und abgetötet. Das Immunsystem wird dann Abwehrzellen gegen die Erreger produzieren und das nächste Mal, wenn dieselben oder ähnliche Krankheitserreger eindringen, schneller reagieren können.

Sehr hohes Fieber

Normalerweise verhindern körpereigene Mechanismen, dass das Fieber über 41°C steigt. Prinzipiell ist Fieber also nicht schädlich und als Vorgang eher zu begrüßen. Es gibt natürlich diverse Grunderkrankungen, die lebensbedrohlich sind, und die mit hohem Fieber einhergehen. In diesem Falle sind aber die Erkrankungen das Problem und nicht das Fieber. Wenn man sich bei diesen Erkrankungen, wie zum Beispiel Lungenentzündung oder auch bestimmte Tumore, lediglich auf fiebersenkende Maßnahmen konzentrieren würde, würde die Krankheit trotzdem oder gerade deshalb gefährlich bleiben.

Sehr hohes Fieber kann natürlich auch bei Menschen mit geschwächten Systemen, wie zum Beispiel bei älteren Personen mit Herzschwäche oder Organschäden, zu Komplikationen führen. Auch sind circa 10% aller Kleinkinder im Alter von 0 bis 5 Jahren von sogenannten Fieberkrämpfen betroffen. Ein weiteres Problem bei Fieber ist die drohende Austrocknung, wenn nicht genügend Flüssigkeit zugeführt wird. Generell gilt deshalb, dass bei höheren Fieber immer medizinischer Rat eingeholt werden muss.

Fiebertherapie

Ein großes Problem in unserer modernen Zeit ist natürlich auch, dass wir oft glauben, „funktionieren“ zu müssen. Fieber hat in einer solchen Weltanschauung keinen Platz. Denn wenn man krank mit Fieber zu Hause liegt, dann kann man ja nicht in der Firma arbeiten. Allerdings ist schon lange bekannt, dass akute Erkrankungen nach Fieber schneller abklingen.

Es scheint auch ein Zusammenhang zu bestehen zwischen Krankheitsbildern wie Asthma, Neurodermitis und anderen autoaggressiven Erkrankungen. Inzwischen gibt es Behandlungen in Spezialkliniken mit der sogenannten Fiebertherapie, die erfolgreich eingesetzt werden, um Neurodermitis und ähnliche Erkrankungen zu behandeln.

Die Krebstherapie fängt in der Zwischenzeit auch an, sich für die Fiebertherapie und ihre mögliche Auswirkung auf hitzeempfindliche Tumorzellen zu interessieren.

Was Sie bei Fieber für Ihren Körper tun können

Prinzipiell gilt aus naturheilkundlicher Sicht also: wenn möglich sollte man dem Fieber eine Chance geben. Dabei ist auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Bei starkem Krankheitsgefühl, bei Schmerzen und extrem hohen Fieber sollte ein fiebersenkendes Medikament benutzt werden.

Sollte das Fieber zu hoch werden, kann zunächst mit natürlichen Maßnahmen wie Essigstrümpfen, Einläufen und Wadenwickeln versucht werden, das Fieber auf ein akzeptables Maß zu reduzieren. Dies natürlich immer nur in Absprache mit einem Therapeuten des Vertrauens. Bei Neigung zu Fieberkrämpfen muss die Temperatur natürlich besonders genau beobachtet werden, damit man schnell eingreifen kann.

[Quelle: Die Naturheilkunde 89.Jahrgang]

Bildnachweis: Photographee.eu / stock.adobe.com

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