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Ist Alkohol im Verein eine Anleitung zum Saufen?

Lesezeit: 2 Minuten Der Alkoholkonsum bei Vereinsaktivitäten ist oft enorm. Selbst bei Vorstandssitzungen und Mitgliederversammlungen wird ordentlich gebechert. Gerade in den Vereinen, wo viel Jugendarbeit betrieben wird wie in Sportvereinen, ist Alkoholtrinken schon fast ein Muss. Es stellt sich die Frage: Ist Alkohol im Verein eine Anleitung zum Saufen? Doch dagegen kann man etwas tun.

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Ist Alkohol im Verein eine Anleitung zum Saufen?

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Keine Vereinsfeier ohne Alkohol

Ein Bild, das in Vereinslokalen von Sportlern oft anzutreffen ist: Eine siegreiche Mannschaft und ihre Fans haben sich versammelt und feiern den Erfolg mit reichlich Alkohol. Eine Runde Bier nach der anderen wandert vom Tresen an den Tisch. Wer sich nicht beteiligt, wird schief angeguckt, bisweilen verspottet, schlimmstenfalls gemobbt und ausgegrenzt. Eine Siegesfeier ohne Alkohol scheint schier unmöglich. Selbst bei Niederlagen wird der Zapfhahn fleißig betätigt. Daneben werden auch härtere Sachen serviert. Ausgedehnte Schnapsrunden sind keine Seltenheit.

Es gibt offensichtlich immer einen Grund, fleißig zu bechern. Entweder, um zu feiern oder auch um den Kummer über eine Niederlage im Alkohol zu ertränken. Viele Jugendliche berichten, dass sie ihr erstes Bier im Sportverein getrunken haben. Nicht von ungefähr taucht deshalb die Frage auf, ob im Verein das Saufen erst richtig gelernt wird.

Neun von zehn Jugendlichen greifen zum "Alc"

In einem Artikel des Politik-Magazins "Der Spiegel" vom 7. November 2007 ist die Rede davon, dass neun von zehn Jugendlichen mindestens einmal die Woche zum Alkohol greifen. Aus einer Dissertation des Sportwissenschaftlers Thomas Fritz geht hervor, dass knapp jeder fünfte Jugendliche im Verein sich drei bis fünf Mal monatlich einen Rausch antrinkt.

Wie Fritz recherchiert hat, sind 70 Prozent der 17-Jährigen in ihrem Verein schon mit Alkohol in Berührung gekommen. Thomas Fritz arbeitete zum damaligen Zeitpunkt an der Universität Bielefeld und hatte für seine Dissertation das Trinkverhalten von 15 bis 17 Jahre alten Vereinsfußballern vor Ort recherchiert.

5 Tipps zum Umgang mit Alkohol im Verein

  1. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran. Seien Sie ein Vorbild für Kinder und Jugendliche  und verzichten bei Mannschaftssitzungen und während der Betreuung beim Sport auf den Genuss von Alkohol. Bei geselligen Veranstaltungen sollten Sie am besten gar keinen Alkohol zu sich nehmen oder nur mäßig trinken. Bei Feiern, die ausschließlich mit Jugendlichen stattfinden, sollten Sie grundsätzlich nur alkoholfreie Getränke konsumieren.
  2. Bei Partys oder Festen mit Kindern und Jugendlichen sollte grundsätzlich kein Alkohol ausgeschenkt werden. Wenn schon Bier, dann alkoholfrei. Alkoholverbot sollte auch dann gelten, wenn den Jugendlichen Vereinsräume für eigene Feiern zur Verfügung gestellt werden.
  3. Bieten Sie im Vereinsheim ein attraktives Angebot alkoholfreier Getränke an, werben Sie bei Gastwirten, wo sich die Jugendlichen nach dem Training treffen, ebenfalls dafür und setzen Sie sich dafür ein, dass auch im Vereinsheim mindestens ein alkoholfreies Getränk billiger ist als Bier oder Wein.
  4. Bestärken Sie Jugendliche, die keinen Alkohol trinken wollen, in ihrem Verhalten und stärken Sie deren Rückgrat.
  5. Überlegen Sie sich für Ihre Vereinsveranstaltungen ein attraktives Programm, sodass Jugendliche erst gar nicht in Versuchung kommen, aus Langeweile Alkohol zu trinken. Gemeinsames Erleben und Spaß sollten im Vordergrund stehen und nicht gemeinsames Bechern von Alkohol.

Insgesamt sollten Sie die Belange von Jugendlichen ernst nehmen. Die Freude, das Vereinsleben aktiv mitzugestalten sollte gefördert werden.

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