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Island – Insel aus Feuer und Eis

Lesezeit: 2 Minuten Die von dem schwedischen Wikinger Gardar Svavarsson um 870 entdeckte Insel im Nordatlantik, die sich knapp südlich des Nördlichen Polarkreises, etwa 250 Kilometer südöstlich von Grönland befindet, gilt als größte Vulkaninsel der Welt. Lesen Sie in diesem Beitrag etwas über die Geschichte Islands, seit der Besiedlung durch die Wikinger im 9. Jahrhundert.

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Island - Insel aus Feuer und Eis

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Island – Insel aus Feuer und Eis

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Die Besiedlung Islands erfolgte nicht durch die Schweden, sondern mit der Landnahme des norwegischen Wikingers Ingólfur Arnarson um etwa 874. Im Jahre 930 entstand auf Thingvellir, einem Ort auf der Halbinsel Reykjanes, das Althing, die erste demokratische Volksversammlung der Welt.

Die Geschichte des freien Islands endete jedoch 1264 für fast sieben Jahrhunderte, in denen es politische Unterdrückung durch Norwegen und Dänemark erdulden musste. Die Tausendjahrfeier der Landnahme Islands auf Thingvellir im Jahre 1874 war Ausdruck des allgemein aufkeimenden Nationalbewusstseins im 19. Jahrhundert.

Dem Streben nach Unabhängigkeit wurde 1918 endgültig nachgegeben, doch blieb Island weiterhin mit Dänemark in einer Personalunion verbunden. In den Wirren des Zweiten Weltkrieges kündigte die isländische Regierung die Union mit Dänemark und proklamierte am 17. Juni 1944 auf der historischen Stätte Thingvellir die selbständige Republik Island.

Island: Die vulkanische Insel

Auf Island lebt es sich gefährlich: Die Inselbewohner müssen ständig mit Ausbrüchen eines der 130 aktiven Vulkane oder Erdbeben rechnen, denn sie leben auf einer großen Erdspalte, die den Mittelatlantischen Rücken durchzieht, und der geologische Untergrund Islands kommt bis heute nicht zur Ruhe. Die Krustenteile der Insel schieben sich noch immer mit unterschiedlicher Geschwindigkeit aneinander vorbei.

Immer wieder kommt es zu Erdbeben – zuletzt im Mai 2008, als ein Beben mit der Stärke 6,1 die Insel erschütterte. Vulkanische Aktivitäten schmolzen im Herbst 1996 unterirdische Eismassen des 8442 Quadratkilometer großen Vatnajökull, die sich schließlich in einer Flutwelle ergossen. Der Vatnajökull ist Europas größter Gletscher, dessen Eiskappe bis zu 1000 Meter dick ist. Zeugnisse der letzten Eiszeit sind überall auf der Insel gegenwärtig: Über 11% der Landfläche sind unter fünf Eiskappen begraben.

Island: Schatzkammer der Wikinger-Überlieferung

Nach dem nordischen Schöpfungsmythos begann die Welt durch die Verbindung einer kalten Hölle, die Niflheim genannt wurde und Muspellheim, dem Reich des Feuers. An der Stelle, an der sich die beiden trafen, taute das Eis im Feuer und schuf so die Grundlage zur Entstehung der Welt. Als die Wikinger Island im 9. Jahrhundert entdeckten, fanden sie ein Land aus Eis und Feuer, das geradewegs ihrer Mythologie zu entstammen schien.

Die nordischen Seefahrer brachten einen reichen Schatz skandinavischer Traditionen mit, und im Laufe der folgenden Jahrhunderte wurde Island zur Schatzkammer der Wikinger-Überlieferung. In den harten Wintern wurden Geschichten rezitiert, um die langen Abende auszufüllen. Seit dem 12. Jahrhundert verfassten Isländer Schriften über die Welt ihrer skandinavischen Vorfahren und über ihre eigene isländische Geschichte, denn die sogenannten „Saga-Schreiber“ waren vor allem leidenschaftliche Historiker.

Island: Ein mit seiner Vergangenheit verbundenes Land

Die Insel ist bis heute eng mit ihrer Vergangenheit verbunden geblieben. Ein Großteil des Landes hat sich seit dem Zeitalter der Besiedlung wenig verändert, und dank seiner Saga-Schreiber ist Islands unberührte Landschaft voller Erinnerungen an die ersten Siedler.

Eine der berühmtesten Touristenattraktionen ist das Lavafeld von Thingvellir, wo die Isländer seit dem Jahr 930 ihre Volksversammlungen abhielten, wo Rechtshändel ausgetragen, Treueverhältnisse vereinbart, Männer geächtet und Fehden begonnen oder beigelegt wurden.

Die geographische Genauigkeit der Sagas bringt den Lesern das Leben ihrer Charaktere sehr nahe. Die Felsenschlucht von Havragil sieht wahrscheinlich noch genauso wie vor 1000 Jahren aus, als Bolli Thorleikson dort auf der Lauer lag, um Kjartan Olafsson, seinen Nebenbuhler zu töten.

Bildnachweis: Netzer Johannes / stock.adobe.com

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