Homöopathie Praxistipps

Interview: Homöopathie versus Schulmedizin – Konkurrenten oder Partner?

Lesezeit: 3 Minuten Vor einer Behandlung fragen sich viele: Homöopathie oder Schulmedizin? Oder können sich Homöopathie und Schulmedizin ergänzen? Die VNR-Redaktion hat nachgefragt bei Homöopathie-Expertin Marion Walsdorff:

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Interview: Homöopathie versus Schulmedizin – Konkurrenten oder Partner?

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Worin unterscheiden sich Homöopathie und Schulmedizin?
Etwas überzeichnet könnte man sagen: Die Schulmedizin behandelt die Symptome, die Homöopathie behandelt die Menschen. Während es in der Schulmedizin hauptsächlich um Erreger, Bakterien, Viren etc. geht, die in den Körper eingedrungen sind und eine Erkrankung auslösen, die dann mit schulmedizinischen Mitteln bekämpft werden muss, geht die Homöopathie davon aus, dass jedem Menschen eine individuelle Kraft inne wohnt, die alle seine Teile in harmonischer Weise zusammen arbeiten lässt. Dies ist die so genannte Lebenskraft.

Krankheit wird als Verstimmung oder Blockierung dieser Lebenskraft gesehen und als solche behandelt. Das richtige homöopathische Mittel wird anhand der gesamten psychischen und körperlichen Situation des Patienten herausgefunden und verordnet.

Vielleicht kann ich das an einem Beispiel verdeutlichen. Wenn ein Mensch, der unter chronischen Kopfschmerzen leidet, zu einem Schulmediziner in die Praxis geht, wird er mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Kopfschmerzmittel verabreicht bekommen, das die Weiterleitung des Schmerzes von der schmerzenden Stelle an das Gehirn unterdrückt. Das wird ihm bei der Bekämpfung der Kopfschmerzen helfen.

Aber die zugrunde liegende Problematik, warum dieser Mensch unter chronischen Kopfschmerzen leidet, wird mit der Schulmedizin nicht behandelt. Und eine Verschiebung der Problematik auf eine andere Ebene ist wahrscheinlich.

Nehmen wir den gleichen Menschen, der sich in eine homöopathische Behandlung begibt. Hier wird er in einer ausführlichen Anamnese sowohl zu den Kopfschmerzen als auch zu seinem sonstigen Befinden befragt. Seine gesamte körperliche und psychische Entwicklung wird mit erfasst werden und in die Verschreibung des homöopathischen Mittels mit eingehen. Die Homöopathie behandelt eben den ganzen Menschen, weil sie den Körper, die Seele und den Geist eines Menschen als untrennbare Einheit sieht.

Dies ist meiner Meinung nach der größte Unterschied zwischen der Schulmedizin und der Homöopathie.

Können sich Homöopathie und Schulmedizin ergänzen, oder muss ich mich für einen Weg entscheiden?
Meiner Meinung nach ist die Homöopathie der Königsweg in der Medizin. Das heißt aber leider nicht, dass wir alle Erkrankungen der heutigen Zeit allein mit homöopathischen Mitteln behandeln können. Es wäre schön, wenn mehr Geld in die Erforschung von homöopathischen Mitteln und deren Behandlungserfolge gesteckt werden würde.

Vermutlich könnte man schon viel mehr Erkrankungen erfolgreich mit homöopathischen Mitteln bekämpfen, wenn in diese Richtung mehr geforscht werden würde. Auf dem heutigen Stand der Medizin müssen die Schulmedizin und die Homöopathie aber oft Hand in Hand gehen, obwohl sie sich vom Ansatz her widersprechen.

Wenn wir beispielsweise an ein Kind denken, dass immer wieder unter Mittelohrentzündung leidet und diese Entzündung im Laufe einer homöopathischen Behandlung auch auftritt, dann gibt es Situationen, in denen man durchaus auf Antibiotika zurückgreifen muss, um das akute Geschehen zu kontrollieren, auch wenn das langfristige Ziel ist, das Kind soweit zu stabilisieren, dass es nicht mehr mit Mittelohrentzündungen reagiert.

Ähnliche Situationen kann es bei der Behandlung von Neurodermitis, Heuschnupfen und anderen Allergien geben. Hier muss die Homöopathie mit der Schulmedizin zusammen gehen, um den Zustand für den Erkrankten erträglicher zu machen, bis ein gut wirkendes homöopathisches Mittel gefunden worden ist.   Und manchmal ist es auch notwendig schulmedizinisch eine Erkrankung in Schach zu halten, um eine homöopathische Behandlung überhaupt beginnen zu können.

Wie finde ich den richtigen Homöopathen?
Für eine homöopathische Behandlung ist es sehr wichtig, dass man einen Homöopathen findet, dem man vertraut. Viele Homöopathen bieten inzwischen kostenlose Beratungsgespräche an, in denen man sich ein Bild von der Behandlungsweise machen kann. Hier kann man auch feststellen, ob man dem Homöopathen vertrauen kann und ob man sich eine Zusammenarbeit vorstellen kann.

Dieses Angebot wird gerne von Patienten in Anspruch genommen, die unter chronischen Erkrankungen leiden und sich für eine länger dauernde homöopathische Behandlung interessieren.

Wie findet man das richtige homöopathische Mittel?
Das richtige homöopathische Mittel für eine Konstitutionsbehandlung kann man eigentlich kaum selbst finden. Dazu bedarf es eines kompetenten Blicks von außen, von einem ausgebildeten Homöopathen. Für die Behandlung von kleineren Verletzungen und leichteren Erkrankungen gibt es die so genannten Hausapotheken und die entsprechenden Begleitheftchen. Die meisten geben einen guten Überblick über die Indikationen und Anwendungen der homöopathischen Mittel, die in der Hausapotheke vorhanden sind.

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