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Internet Explorer 10 für Windows 8 und RT mit Flash-Unterstützung

Lesezeit: 3 Minuten Windows 8 hat zwei Versionen des Internet Explorer 10, die Desktop-Version und den "Metro Browser", die App von der Startseite. Windows RT hat nur die Metro-App. Während die Desktop-Version des IE 10 uneingeschränkt Flash unterstützt, ist das beim App-Browser nicht der Fall. Erst wurde Flash nur bei Webseiten in einer Whitelist angezeigt, jetzt kommt nach einem Update eine Blacklist.

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Internet Explorer 10 für Windows 8 und RT mit Flash-Unterstützung

Lesezeit: 3 Minuten

Der Internet Explorer 10 ohne Update hat eine Whitelist

Windows 8 hat zwei Versionen des Internet Explorer 10, die eine läuft auf dem Desktop und hat keine Einschränkungen bei der Anzeige von Flash-Inhalten. Das gilt auch für den Internet Explorer 10 für Windows 7.

Die zweite IE-Version zeigt im Gegensatz zum Desktop IE nur Flash auf Webseiten an, deren Domain in einer Whitelist eingetragen sind. Microsoft bezeichnet diesen Internet Explorer 10 als Immersive IE. Es ist die Browser-App des Internet Explorer 10 auf der Startseite von Windows 8 und RT.

Die Whitelist ist eine XML-Datei. Als Textdatei lässt sie sich mit einem Texteditor wie dem Editor von Windows 8 betrachten und auch ändern. Sie finden die XML-Datei in diesem Ordner:

C:Benutzer[Benutzername]AppDataLocalMicrosoftInternet ExplorerIECompatData.

Es ist die Datei iecompatdata.xml und der Speicherort wird nur angezeigt, wenn Sie im Windows-Explorer unter "Ansicht", "Optionen", "Ordner- und Suchoptionen ändern" im Register "Ansicht" unter "Versteckte Dateien und Ordner" die Option "Ausgeblendete Dateien, Ordner und Laufwerke anzeigen" aktivieren.

So sehen Sie sich den Inhalt der Whitelist an

Klicken Sie die Datei iecompatdata.xml mit der rechten Maustaste an, wählen Sie "Öffnen mit" und dann "Editor" oder noch besser "XML Editor", sofern Microsoft Office 2007, Office 2010 oder das neue Office 2013 auf Ihrem PC installiert ist. Denn diese aktuellen Office-Versionen verwenden XML als Dateiformat und enthalten den XML Editor.

XML (Extensible Markup Language, dt. "erweiterbare Auszeichnungssprache") wird wie HTML (Hypertext Markup Language, dt. "Hypertext Auszeichnungssprache") in einfachen Textdateien gespeichert. Die Elemente werden durch einen Beginn- und End-Auszeichner unterschieden.

Blättern Sie in der Datei iecompatdata.xml nach unten, bis Sie zum Beginn-Auszeichner < Flash > gelangen. Dahinter stehen eingerückt die Webseiten-Einträge, die durch den Beginn-Auszeichner < domain > und den End-Auszeichner < /domain> begrenzt werden. Am Ende dieser Liste von Webseiten (oder genauer Domains) findet sich der End-Auszeichner < /Flash >.

Sehen Sie sich die Einträge der Domains genauer an, werden Sie folgendes feststellen:

  • Es sind nur sehr wenige Domains verglichen mit den Hunderten von Millionen Webseiten mit Flash, die völlig harmlos sind.
  • Diese wenigen Domains haben überwiegend die Endung .com und stammen von amerikanischen Anbietern, Domains aus anderen Ländern sind Mangelware.
  • Es gibt jedoch ein paar deutsche, österreichische und schweizerische Domains, zum Beispiel ist www.bmw.de vertreten, nicht jedoch die deutsche Webseite von VW. Hier finden Sie nur vw.com.

Aus der Whitelist wird nun eine Blacklist und Flash wird auf den meisten Webseiten unterstützt

Microsoft hat die Whitelist nach eigener Aussage aus Kompatibilitätsgründen eingeführt, um sicherzustellen, dass alle Webseiten richtig angezeigt werden.

Welche Änderungen Webseiten-Betreiber zu beachten haben, damit Flash mit dem Internet Explorer 10 korrekt angezeigt wird, ist dieser Entwickler-Richtlinie von Microsoft zu entnehmen.

Zwischenzeitlich scheinen viele Webseiten auf den Internet Explorer 10 umgestellt zu sein, denn Microsoft hat sich nun entschlossen, die Whitelist zu entfernen und Flash für den Metro-Browser freizugeben.

Flash soll allerdings nicht auf allen Webseiten funktionieren, denn nach der Whitelist führt Microsoft nun eine Blacklist ein. Diese Datei enthält eine nach Aussage von Microsoft "kleine Anzahl" von Webseiten, die immer noch zur Touch-Bedienung (Windows Experience for Touch) inkompatibel sind oder bei denen Plug-ins erforderlich sind.

Die Bezeichnung der Blacklist lautet Compatibility-View-Liste (CV) und der Inhalt kann sich bei Updates ändern, wenn neue Webseiten hinzukommen oder mittlerweile aktualisierte Webseiten herausgenommen werden.

Es ist noch nicht bekannt, ob sich die Blacklist wie zuvor die Whitelist um eigene Einträge erweitern lässt. Die Blacklist wird aber höchstwahrscheinlich ebenfalls eine XML-Datei und daher leicht änderbar sein.

Die Änderung von der Whitelist zur Compatibility View List führt Microsoft mit einem Update durch. Weitere Informationen zu dieser Änderung finden Sie in einem Blogeintrag von Microsoft in englischer Sprache.

Was sich die Anwender nun noch vom Immersive IE wünschen

Ist die Browser-App von Windows 8 und RT also nun genauso leistungsfähig wie der Desktop IE? Nein, denn wenn Sie sich die Kommentare im Microsoft-Blog ansehen, dann wünschen sich die Anwender zum Beispiel auch die Unterstützung von Silverlight.

Die App-Version des Internet Explorer 10 unterstützt keinerlei Plug-ins oder Add-ons. Besuchen Sie eine Webseite mit 3D-Darstellung, Rundumsicht oder sonstigen Spezialfunktionen, für die ein Add-on benötigt wird, dann lässt es sich nicht installieren. Die entsprechende Funktion der Webseite funktioniert dann bei der Internet-Explorer-App nicht.

Weitere Informationen zum Internet Explorer 10 finden Sie in diesem Beitrag des Autors.

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