Krankheiten Praxistipps

Inkontinenz – Ursachen und Behandlungsmethoden

Lesezeit: 2 Minuten Inkontinenz ist die Unfähigkeit, den Harn zu halten. Über Inkontinenz wird aus Scham meist nicht gesprochen. Lesen Sie in diesem Artikel alles Wichtige zu den vielfältigen Ursachen und den Möglichkeiten der Behandlung.

2 min Lesezeit
Inkontinenz – Ursachen und Behandlungsmethoden

Inkontinenz – Ursachen und Behandlungsmethoden

Lesezeit: 2 Minuten

Der Begriff Inkontinenz bezeichnet in der Medizin den ungewollten Abgang von Harn. Eine gesunde Blase ist in der Regel in der Lage, den Urin zu halten und kontrolliert beim Besuch der Toilette abzugeben. Bei Erkrankungen kann die Blase den Urin nicht halten und er geht unkontrolliert ab. Das Problem ist sehr belastend und kann die Lebensqualität deutlich einschränken. Viele Betroffene schämen sich und sprechen das Problem nicht bei ihrem Arzt an.

Daher kann auch kaum eine verlässliche Aussage über die Häufigkeit des Auftretens getroffen werden. Aktuelle Schätzungen gehen davon aus, dass ab dem Alter von 65 Jahren etwa jeder Dritte betroffen ist. Bei Frauen ist eine Harninkontinenz wesentlich häufiger als bei Männern.

Die Ursachen von Inkontinenz sind vielfältig

Seelische Belastung und körperliche Erkrankungen beziehungsweise Störungen sind die häufigsten Ursachen einer Inkontinenz.

  • Beckenbodenschwäche
  • Blasenentzündungen
  • Blasentumore
  • Multiple Sklerose
  • Morbus Parkinson
  • Demenz
  • Schlaganfall
  • Östrogenmangel
  • Gebärmutter- oder Blasensenkung
  • Verletzungen des Rückenmarks
  • Prostatavergrößerungen
  • Nervenschädigungen

So stellt der Arzt die Diagnose

Zu Beginn der Diagnose steht das ausführliche Gespräch mit dem Arzt. Dieser erfragt die Umstände des ungewollten Harnabgangs und die Menge des abgegangenen Urins. Den Arzt interessiert, wie häufig ungewollt Urin abgeht, ob Schmerzen dabei bestehen und ob vorher ein Harndrang besteht. Wichtig ist auch, ob begleitende Beschwerden wie Fieber oder Schmerzen in der Nierenregion auftreten. Es kann hilfreich sein, über einige Tage ein Tagebuch zu führen und all diese Dinge zu notieren.

Zur weiteren Diagnostik gehören Urin- und Bluttests. Bei Männern wird eine urologische und bei Frauen eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt. Die Blase und die Harnwege werden mittels Ultraschall untersucht. Je nach vermuteter Ursache können des Weiteren ein CT und eine Blasenspiegelung angeordnet werden.

Die Behandlung der Inkontinenz

Die Therapie einer Inkontinenz richtet sich immer nach der Ursache. Tritt die Inkontinenz lediglich als Begleitbeschwerde einer anderen Erkrankung auf, so wird zunächst die zugrunde liegende Krankheit behandelt.

Deshalb gibt es verschieden Bausteine einer Inkontinenztherapie, die beispielsweise wie folgt aussehen können:

  • Gezieltes Beckenbodentraining wird bei der sogenannten Stressinkontinenz angeraten. Bei dieser Form der Inkontinenz geht der Urin unwillkürlich bei körperlicher Belastung ab, wie zum Beispiel sportlicher Betätigung, Treppensteigen, Husten oder Niesen.
  • Bestehendes Übergewicht sollte abgebaut werden, um die Blasenmuskulatur zu entlasten.
  • Eine Verhaltensänderung mithilfe eines Trink- und Wasserlassen-Tagebuch (Miktionsprotokoll) kann Ihnen helfen, die geschwächte Blase in den Griff zu bekommen. Darunter versteht man, dass feste Toilettenzeiten festgelegt werden, sowie die Meidung von Stoffen, die die Blase reizen können (Kaffee, scharfe Gewürze etc.).
  • Falls ein seelischer (Mit-)Auslöser für die Inkontinenz vorliegt, kann autogenes Training bei der Therapie unterstützend wirken.
  • Medikamente, die in Wechselwirkung zueinander stehen oder Inkontinenz als Nebenwirkung mit sich bringen, können diese auslösen oder begünstigen. Der Arzt sollte überprüfen ob dies der Fall ist und daraufhin entscheiden, ob ein Präparatswechsel sinnvoll ist. Des Weiteren gibt es Medikamente gezielt gegen Inkontinenz, so beispielsweise Duloxetin oder Mirabegron.
  • In seltenen Fällen ist eine Operation nötig und eine der letzten Möglichkeiten, die zur Behandlung von Inkontinenz gewählt werden.

Bildnachweis: jes2uphoto / stock.adobe.com

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: