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Immer eine gute Antwort parat: Schlagfertigkeit kann man lernen

Lesezeit: 3 Minuten Wer kennt das nicht? Ein Kollege beleidigt uns im Zuge einer verbalen Konfrontation. Leider fällt uns dann erst nach Stunden eine geeignete Antwort ein...leider zu spät. Doch diese Sprachlosigkeit lässt sich wegtrainieren! Trainieren Sie Ihre Schlagfertigkeit!

3 min Lesezeit
Immer eine gute Antwort parat: Schlagfertigkeit kann man lernen

Immer eine gute Antwort parat: Schlagfertigkeit kann man lernen

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Als Schlagfertigkeit bezeichnet man ein spontanes, oft witziges, verbales  Reagieren auf unvorhergesehene Kommunikationssituationen. Sie hilft uns im privaten und beruflichen Bereich oft uns besser sozial durchzusetzen, sei es in einer Konfrontation mit Kollegen, einem Gespräch mit Freunden oder die Reaktion auf eine Beleidigung.

Uns fehlen immer dann die Worte, wenn eine Kommunikation Ihre geordneten Bahnen verlässt und plötzlich unvorhergesehenes passiert. Dies sind oft persönliche Beleidigungen oder verbale Angriffe. Der Körper reagiert auf solche Situationen mit einer erhöhten Adrenalinausschüttung. Der unangenehme Nebeneffekt: Adrenalin macht zwar schnell, aber dumm!

Bremse ziehen!

Das wichtigste ist es, in solchen Situationen erst einmal Zeit zu gewinnen. Dies kann beispielsweise durch einen nachdenklichen Blick, kombiniert mit einem langsamen, zustimmenden Nicken sein. Dazu können Sie noch, in langsamer, nachdenklicher Weise, den Spruch „Hm, das ist ja interessant“ von sich geben.

Sie dürfen nämlich eines nicht vergessen: Wenn eine Verbalattacke erfolgt, hat der „Gegner“ seinen „Schild oben“, weil er nun eine schnelle, heftige Gegenreaktion von Ihnen erwartet. Und umso länger diese ausbleibt, umso verunsicherter wird Ihr Gegenüber, weil er nicht mit dieser bedächtigen, langsamen Antwort gerechnet hat. Er hat Ihnen den Ball bewusst heftig zugespielt, wartet das nun der Schuss genauso stark zurück kommt, aber…da kommt erst mal nichts!

Und nun haben Sie die Möglichkeit in aller Ruhe auf eine, von drei erprobten Arten, zu antworten:

Technik 1: Zustimmung

Es gibt die Weisheit „Wer seinem Gesprächspartner zustimmt, ist unangreifbar.“ Und damit hat Ihr Gegenüber meistens nicht gerechnet. Zwei Beispiele:

  • Vorwurf: „Da haben Sie aber echt Mist gebaut.“ Antwort: „Ja, genau! Das haben Sie absolut richtig erkannt!
  • Vorwurf: „Sie wollen mir ja nur etwas verkaufen.“ Antwort: „Ja, stimmt. Das ist mein Beruf!

Es besteht auch die Möglichkeit das Thema aufzugreifen und selber etwas zu übertreiben.

  • Vorwurf: „Sie sind aber ein junger Abteilungsleiter.“ Antwort:  „Genau, ich komme jetzt ins Guinness Buch der Rekorde als jüngste Führungskraft.“

Auch eine Gegenfrage kann als Antwort sehr hilfreich sein:

  • Vorwurf: „Sie sind aber ein junger Abteilungsleiter.“ Antwort: „Ja, ich habe es in Rekordzeit geschafft eine Führungskraft zu werden. Wie lange haben Sie dafür benötigt?

Egal ob es um einen persönlichen, verbalen Angriff geht, oder berufliche Vorwürfe: Kein Vorwurf hat mehr Bestand, wenn Sie selber dazu stehen. Die meisten Menschen machen oft den Fehler sich in solchen Situationen rechtfertigen zu wollen, oder ein Faktum abzustreiten.

Es gibt aber natürlich eine Einschränkung: Diese „Zustimmungstechnik“ sollte nur angewandt werden, wenn die Kriterien „Vorwurf stimmt inhaltlich“ und „Es ist keine Wertung im Vorwurf“ zutreffen. Sagt zu Ihnen zum Beispiel jemanden „Sie haben aber ganz schön zugenommen im Urlaub.“ können Sie „Natürlich, sieht man doch, oder?“ antworten.

Wirft Ihnen diese Person jedoch „Sie sind im Urlaub eine fette Sau geworden.“ an den Kopf, ist das eine deutliche Wertung. Da reicht diese Technik nicht mehr aus.

Beachten Sie folgendes, um alle drei Techniken zielgerichtet einzusetzen:

  • Gutes Allgemeinwissen und Hintergrundwissen über Ihren Gesprächspartner erleichtert die Sache ungemein.
  • Manche Situationen sind vorhersehbar. Darum gehen Sie diese im Kopf durch und überlegen Sie sich im Vorfeld Antworten.
  • Es gibt gute Bücher mit Zitaten. Versuchen Sie auf Alltagssituationen passende Sprüche rauszusuchen und auswendig zu lernen.
  • Lernen Sie von anderen. Es gibt eine ganze Menge TV-Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, in denen schlagfertige Menschen diskutieren.

Technik 2: Den Ball zurückspielen

Bei dieser Technik stimmen Sie nicht zu, sondern kontern gleich mit einer Gegenfrage. Beispiel:

  • Vorwurf: „Irgendwie sehen sie ganz schön schwul aus in diesen Klamotten!“ Antwort: „Haben Sie etwas gegen Schwule?
  • Vorwurf: „Das war aber keine Glanzleistung die Sie da gebracht haben.“ Antwort: „Hm, wie müsste denn eine Glanzleistung Ihrer Meinung nach aussehen?
  • Vorwurf: „Das ist alles Mist was hier in den letzten Wochen gemacht wurde!“ Antwort: „Welche Lösung schlagen Sie vor?“

Durch dieses Vorgehen geben Sie den Ball zurück und es werden plötzlich die Rollen vertauscht.

Technik 3:  Mit gleicher Münze zurückzahlen

Bei dieser Technik senden Sie den Angriff wie einen Bumerang zurück. Sie sollte jedoch vorsichtig eingesetzt werden, da sich dadurch die Situation noch mehr verschärfen könnte. Immerhin ist das zurückschlagen des Vorwurfs ein direkte Angriff auf Ihr Gegenüber.

  • Vorwurf: „Was haben Sie denn da wieder für einen Mist gebaut?“ Antwort: „Das habe ich mir von Ihnen abgeguckt. Sie sind mein großes Vorbild.“
  • Vorwurf: „Sie sind ganz schön blöd!“ Antwort: „Ich passe mich nur Ihrem Niveau an. Wie sah denn IHR Notendurchschnitt so aus?

Bildnachweis: khosrork / stock.adobe.com

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