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Image in der Politik: Wie Ausstrahlung das Wählervotum beeinflusst

Lesezeit: 3 Minuten Im Mai 2012 hat Deutschland gewählt. Zwar waren es nur Landtagswahlen, dennoch beeinflussen auch hier die Ergebnisse die Bundespolitik und gelten als Stimmungsbarometer für Berlin. Außer seiner politischen Meinung drückt der Wähler aber weit mehr aus: Wie immer geht es auch um Personen und deren Ausstrahlung.

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Image in der Politik: Wie Ausstrahlung das Wählervotum beeinflusst

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Die FDP war im Vorfeld schon abgeschrieben und tauchte wie Phönix aus der Asche empor: Bereits ihr Ergebnis der Wahl in Schleswig-Holstein überraschte alle – die FDP selbst wahrscheinlich am meisten. Hatten sie sich doch bereits mit einem Debakel im Vorfeld abgefunden. Nach diesem Überraschungserfolg durfte auch NRW hoffen – und tatsächlich: Christian Lindner war der eigentliche Abräumer des Tages, nachdem die FDP dem Tode geweiht schien. Aber auch Hannelore Kraft ist nicht zu vergessen: Auch sie, eindeutig eine Personenwahl!

Person vor Inhalt?

Wenn man den normalen Wähler fragt, antwortet er sicherlich mit einem Nein. Jedoch sieht die Realität anders aus. Kaum einer wählt wirklich nach den aktuellen Inhalten der Parteien. In der Regel spielt die Sympathie eine entscheidende Rolle. Und zwar die Sympathie sowohl zum Image der Partei, als auch zur jeweiligen Person. Der Wähler wählt also diejenige Partei, die die besten Köpfe hat? Natürlich! Erinnern wir uns nur mal an Karl Theodor zu Guttenberg! Auch bei ihm: eindeutig eine Personenwahl.

Hannelore Kraft – die Mutter der Nation

Oder eher die Mutter NRWs. Und genau das hebt sie von der Kanzlerin Merkel ab: Hannelore Kraft wirkt mütterlich und bodenständig. Eine, der man vertrauen kann, der man auch mal etwas Persönliches erzählen kann, die immer einen Trost und einen Rat für einen hat und zur Not eine Hühnersuppe kocht. Ob Frau Kraft diesem Image tatsächlich entspricht, sei mal dahingestellt, allerdings funktioniert dieses Image eindeutig in NRW.

Abenteuer Piraten

Wer Piraten wählt, dem haben die konventionellen Parteien ausgedient. Alleine schon deshalb ist es akzeptabel, dass die Parteimitglieder und ihre Köpfe weder so aussehen noch sich so verhalten wie die etablierten. Ganz klar, wer Piraten wählt, wählt das Abenteuer, den Aufbruch in ein neues Zeitalter. Dieses Image passt besser, als jede ausgeleierte Strickjacke, die man bei den Piraten sehen kann.

Und warum kam Norbert Röttgen nicht an?

Ganz klar – man hätte an seiner Stelle ebenso gut auch den Ex-Präsidenten Wulff hinstellen können. Das gleiche Bankbeamten-Image, die gleiche, bemühte Sauberkeit und Ernsthaftigkeit. Wo ist da der Mensch dahinter? Den will man lieber vorher schon sehen und nicht erst, wenn es zu irgendwelchen Skandalen kommt. Hier wurde eindeutig eine falsche Personenwahl getroffen.

Ist Image-Veränderung in der Politik möglich?           

Auch das geht. Joschka Fischer hat es vorgemacht. Vom Sponti in Jeans und T-Shirt zum etablierten Rhetorik-Großmeister im Nadelstreifenanzug. Allerdings bedarf ein Imagewechsel immer auch einiger Zeit – ob bei Personen oder Parteien. Zu unglaubhaft erscheint eine plötzliche Kehrtwende Richtung "alternativ" bei einer Partei, die kurz vorher noch die Atomkraft propagierte, nur weil der japanische Meiler leckt. Wähler haben für solcherlei spontane Wechsel ein feines Gespür.

Charakterköpfe

Der deutsche Wähler bevorzugt generell Charakterköpfe. Zumindest gilt dies für viele Parteien. Einen Charakterkopf halten die Menschen weniger für austauschbar und generell für glaubhafter. So einen steuerte die Schleswig-Holsteiner FDP mit Wolfgang Kubicki bei. Der sagt, was er denkt, auch wenn es der Spitze in Berlin nicht passt. Das holt eine ansonsten charakterlos wirkende FDP aus der Versenkung hervor.

Und Christian Lindner? Was war seine Zauberformel? Er stellt ein gutes Bindeglied dar, zwischen den "typischen" FDP-Wählern, den jungen, aufstrebenden, aalglatten, liberalen Managertypen und dem Bedürfnis nach Ecken und Kanten. Nein, er scheint sich nicht anzubiedern. Auch wenn er im Vorfeld wenig über Parteiinhalte verlauten ließ, traute man diesem einst Fahnenflüchtigen und nun reumütig Zurückgekehrten offenbar auch die Umkehr in der Landespolitik zu. Die Zahlen sprechen zumindest eindeutig diese Sprache.

Image in der Politik, Ausstrahlung und Wahl

Was wir lernen können: Wir wählen weniger Inhalte als Köpfe und Image. Wir sollten uns dessen bewusst sein. Und wenn dieses Ergebnis in der Politik schon so eindeutig ist – denken Sie mal darüber nach, was das in letzter Konsequenz für Ihre Person, Ihren Arbeitsplatz und das Unternehmen, in dem Sie tätig sind, bedeutet.

Nachdenkliche Grüße,

Julia Sobainsky

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