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Hyperästhesie: Behandeln Sie die psychischen Ursachen2 min read

Reading Time: 2 minutes Von Hyperästhesie sprechen Fachleute (sie heißen Neurologen), wenn Patienten "überempfindlich" auf Berührungsreize reagieren. Psychologen verwenden den Begriff auch. Sie verstehen darunter eine "krankhaft gesteigerte Erregbarkeit". In diesem Artikel erfahren Sie etwas über die wirklichen Hintergründe dieser Beschwerden und was Sie dagegen tun können.

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Hyperästhesie: Behandeln Sie die psychischen Ursachen

Hyperästhesie: Behandeln Sie die psychischen Ursachen2 min read

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Eigentlich nicht berührt werden wollen

Es ist Ihr Wunsch, Ihre Umgebung unter Kontrolle zu haben. Körperkontakte, unverhoffte Begrüßungen und inniges Beisammensein sind für Sie deshalb meist unangenehm.

Mein Tipp: Wahrscheinlich ist Ihnen in der Vergangenheit einmal jemand viel zu nahe gekommen. Falls Sie dieses unangenehme Ereignis immer noch plagt, so suchen Sie bitte eine Therapeutin auf. Falls es nur ein unangenehmes Gefühl ist, das sie sich ungern eingestehen, dann wird es Zeit, damit offensiv umzugehen. Sie müssen nicht anderen Menschen genügen oder sich anpassen. Sie haben ein Recht auf Distanz! Und ein Recht darauf zu sagen, wann Sie doch wieder Nähe haben wollen und in welcher Form.

Furcht vor Überwältigung

Ängste halten leider Krankheiten wie die Hyperästhesie über Jahre hinweg am Laufen. Eine Furcht vor Überwältigung, Gewalt oder anderen traumatisierenden Ereignissen kann sich hinter einer Hyperästhesie verbergen.

Mein Tipp: Sollte sich herausstellen, dass ein Kinder- oder Jugendtrauma im Zusammenhang mit Gewalt vorliegt, dann sollten Sie auf jeden Fall einen Psychologen zu Rate ziehen. Dieser Fachmann wird, wenn er gut ist, auch mit Ihnen besprechen, was Ihre eigenen Anteile an diesem Ereignis waren. Dann können Sie sich selbst objektiver sehen und mit dieser Sache Frieden schließen – oder ganz im Gegenteil den Täter jetzt angehen. Das wird sich zeigen, je nach Lage der Dinge.

Was bedeutet „überempfindlich“ im Zusammenhang mit Hyperästhesie?

Der medizinische Ausdruck „überempfindlich“ ist eigentlich eine Frechheit. Damit werden hochsensible Menschen diskriminiert, nur weil sie nicht in die hemdsärmelige Normalität passen.

Mein Tipp: Sie haben ein Nervensystem, das feiner und differenzierter auf Umweltreize reagiert als die meisten anderen Menschen. Informieren Sie sich im Internet und im Buchhandel über das Thema „Hochsensibilität“. Sie sind deswegen nicht unbedingt krank, sollten sich aber ganz allgemein davor hüten, mit anderen Menschen um jeden Preis mitzuhalten. Sie brauchen mehr Ruhe und mehr Abschottung als andere. An jedem Wochenende haben Sie Zeit (für sich).

Hyperästhesie und das Streitgespräch

Streitkultur ist nicht nur in einer Beziehung sehr wichtig. Wir müssen Themen auseinandersetzen, um sie zu klären. Das Problem ist die daraus entstehende Streitlust.

Mein Tipp: Für Psychologen ist Hyperästhesie eine „krankhaft gesteigerte Erregbarkeit“. Und diese Erregbarkeit bezieht sich auf ein Hauen und Stechen in der Partnerschaft. Ihre Hyperästhesie bedeutet, dass die sehr hilfreiche Streitkultur zur Streitlust geworden ist.

Ihr Partner regt Sie auf mit seinen Ansichten und schon sind Sie in einer mehr oder weniger hässlichen Sache. Jeder bemängelt die „falsche Sichtweise“ des anderen. Wenn Sie verstanden haben was ich meine, so ist es der erste Schritt heraus aus der Hyperästhesie. Ich wünsche Ihnen gute Besserung!

Bildnachweis: contrastwerkstatt / stock.adobe.com

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