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Homöopathische Mittel: Was sind die Ausgangsstoffe?

Lesezeit: 3 Minuten Viele Menschen meinen, die Homöopathie sei so etwas wie Pflanzenheilkunde und denken dabei an Kräutermedizin. Tatsache ist jedoch, dass als homöopathische Mittel Ausgangsstoffe aus vielen Bereichen stammen. Was steckt alles in den kleinen Milchzuckerkügelchen?

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Homöopathische Mittel: Was sind die Ausgangsstoffe?

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Homöopathische Mittel: Was wird geprüft?
Als Samuel Hahnemann das Ähnlichkeitsprinzip entdeckt hatte und mit seinen Arzneimittelprüfungen zu experimentieren begann, probierte er zuerst Substanzen aus, die in der damaligen Medizin gebräuchlich waren. Es handelte sich dabei z. B. um Schwefel, Quecksilber, Arsen, Kamille, Arnika, Schierling, Belladonna und viele andere giftige und ungiftige Pflanzen.

Hahnemann prüfte an sich und seiner Familie 99 Mittel, um herauszufinden, welche Wirkung sie in potenzierter Form hatten. Er hatte bald Schüler um sich, die ebenfalls Arzneimittelprüfungen durchführten und so gab es zu seinen Lebzeiten um die 200 homöopathische Arzneimittel. Auch seine Nachfolger prüften und prüfen weiter, so dass es mittlerweile weit über 2000 Mittel gibt. Doch was wird alles geprüft?

Homöopathische Mittel aus dem Pflanzenreich
Mehr als die Hälfte aller Mittel stammen aus dem Pflanzenreich. Das mag auch der Grund dafür sein, dass die Homöopathie so oft mit der Kräuterheilkunde verwechselt wird. Im Unterschied zu dieser, leitet sich die Wirkung der homöopathischen Mittel aber nicht aus den chemischen Stoffen der Pflanzen ab, wie Alkaloide und andere Wirkstoffe, sondern aus den Ergebnissen der Arzneimittelprüfung am Gesunden.

Viele Menschen kennen Aconit, den Sturmhut, Belladonna, die Tollkirsche oder Chamomilla, die Kamille. Aber auch Bäume und deren Produkte finden sich unter den homöopathischen Arzneien, z. B. Thuja, der Lebensbaum, Coffea, der Kaffeestrauch, Kreosotum, das Teer aus Buchenholz, aber auch viele andere Bäume schenken uns ihre Heilkraft als potenzierte homöopathische Mittel.

Auch Blumen sind ein unermesslicher Schatz in der Homöopathie, da sind die Korbblütler mit Arnika, dem Begwohlverleih, das Gänseblümchen Bellis perennis, dass schon manchen Tumor zurückbilden half und Hunderte andere aus der Familie der Lilien, Orchideen, Hahnenfußgewächse, es gibt mittlerweile keine Pflanzenordnung, aus der nicht ein Vertreter als homöopathisches Mittel.

Homöopathische Mittel aus dem Tierreich
Auch aus dem Tierreich gab es schon von Beginn an Stoffe, die als Heilmittel eingesetzt wurden. Berühmt ist die Geschichte eines Malers, der recht trübsinnig war und auch körperliche Probleme hatte. Hahnemann beobachtete, dass der Maler seine Pinsel immer ableckte und eine dunkle Farbe, die er viel verwendete aus der Tinte des Tintenfisches Sepia hergestellt wurde.

Hahnemann prüfte das Mittel bei sich selbst und sah, dass die Symptome denen des Malers ähnelten. Sepia ist heute ein ganz großes Heilmittel. Andere Mittel, die aus Tieren hergestellt werden sind z. B. Apis mellifica, die Honigbiene samt ihrem Gift, Cantharis, die spanische Fliege, Tarentula und andere Spinnen, Schlangengifte, aber auch die Säugetiere, von denen oft die Milch gewonnen wird und Moschus aus der Drüse des Moschushirsches und viele Substanzen mehr.

Homöopathische Mittel aus Mineralien
Aus dem Reich der Chemie finden sich mittlerweile fast alle Elemente des Periodensystems, dazu gehören Metalle wie Gold und Silber, die Gase, die Halogene, aber auch die radioaktiven Elemente. Dazu kommen noch viele Verbindungen, Salze wie z. B. das Kochsalz, welches zu den Polychresten gehört, das sind die Mittel die besonders oft den Menschen bei ihrem Heilprozess helfen.

Homöopathische Mittel aus Pharmazeutika
Mittlerweile gibt es auch eine Reihe von pharmazeutisch hergestellten Medikamenten wie z. B. Penicillinum, Cortisonum, Impfstoffe und Hormone. Diese sind manchmal hilfreich, wenn durch so ein Medikament die Lebenskraft blockiert ist. Allerdings sollten nicht unkritisch nach dem Gebrauch eines Medikamentes das entsprechende homöopathische Mittel gegeben werden.

Dies entspricht nämlich nicht dem Ähnlichkeitsprinzip, welches besagt, dass Ähnliches mit Ähnlichem zu heilen sei, sondern ist Isopathie, das heißt Gleiches mit Gleichem soll die Lebenskraft zur Heilung bewegen. Doch dieses Prinzip kann eine blockierende Wirkung haben und es muss von erfahrenen HomöopathInnen abgeschätzt werden, wann solch ein Mittel verabreicht werden darf.

Homöopathische Mittel aus Nosoden
Nosoden sind menschliche oder tierische Krankheitsprodukte, Gewebe oder Sekrete. Dazu gehören Syphilinum, Medorrhinum (aus Sekreten die durch Infektion mit der Gonorrhoe, dem Tripper), Psorinum (Krätze), Carcinosinum aus einem Brusttumor, Tuberkulinum, aber auch Krankheitsprodukte der Kinderkrankheiten.

Sie werden ausschließlich in Hochpotenzen verabreicht, es sind also keinerlei Moleküle dieser Produkte mehr in den Globuli oder Tropfen enthalten. Nosoden werden aus unterschiedlichen Gründen verabreicht. Zum Einen können auch sie helfen, wenn die Lebenskraft sich durch Mittel, die dem Ähnlichkeitsprinzip entsprechen, nicht stimulieren lässt.

Aber sie können ebenfalls nach dem Ähnlichkeitsprinzip eingesetzt werden. Oft werden sie verabreicht, wenn in der Ahnenreihe eine der Krankheiten vorkam, dort helfen sie, vererbte chronische Krankheiten aufzulösen.

Fazit
Alle Schätze der Natur können homöopathische Mittel sein, auch heute werden noch neue Mittel geprüft. Aber entgegen der Ansicht vieler Menschen ist die Homöopathie keine Naturheilkunde, da auch chemische Substanzen und Pharmazeutika in ihrem Repertoire enthalten sind.

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