Haus & Garten Praxistipps

Hochbeete: Richtig bauen und nutzen

Lesezeit: 3 Minuten Hochbeete haben sich in den vergangenen Jahren zu einem echten Trend im Gartenbereich entwickelt. Nicht nur Selbstversorger, sondern auch Hobbygärtner mit einer Leidenschaft für eigens angebautes Obst und Gemüse entdecken die erhöhten Beete zunehmend für sich. Tatsächlich kann ein gut konstruiertes und richtig befülltes Hochbeet einige Vorteile mitbringen.

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Hochbeete: Richtig bauen und nutzen

Hochbeete: Richtig bauen und nutzen

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Im Hochbeet gedeihen die Pflanzen besser, das Gemüse reift schneller und die Gartenarbeit geht weitaus rückenschonender von der Hand. Um die Vorzüge eines Hochbeetes jedoch voll auskosten zu können, sollten sich angehende Besitzer zunächst etwas detaillierter mit der Materie befassen. Dann gelingt schon der Start leichter und das Beet kann über viele Jahre hinweg genutzt werden.

Die Konstruktion eines Hochbeetes und der richtige Standort

Das wichtigste Detail, das vor dem Bau eines Hochbeetes geklärt werden sollte, ist das gewünschte Material. Grundsätzlich können Hochbeete sowohl

  • aus Kunststoff,
  • aus Stein,
  • aus Holz,
  • und aus Metall

bestehen. Holz bietet sich besonders an, da es sich leicht verarbeiten lässt und zudem mit einer schönen Optik punktet. Insbesondere wenn das eigene Hochbeet im Selbstbau entstehen soll, gelingt dies mit Holz deutlich einfacher. Auch ist ein Hochbeet aus Holz nicht unbedingt teuer. Alle Materialien inklusive der erforderlichen Bretter kosten nach einer Auflistung von Meingartenversand.de zwischen 150 und 200 Euro.

Die Größe des Hochbeetes ist der nächste wichtige Planungsschritt. Eine Breite von etwa achtzig Zentimetern sollte hier das Maximum sein, wenn das Beet nur von einer Seite aus erreicht werden kann. Steht das Beet jedoch frei und kann der Gärtner bequem von allen Seiten daran arbeiten, ist gegen eine Breite von bis zu 1,20 m nichts einzuwenden. Zudem hat sich eine Länge von etwa zwei Metern bewährt. Die Höhe des Hochbeetes sollte maximal neunzig Zentimeter betragen. Wer sich hier unsicher ist, kann zunächst Kartons übereinanderstapeln und so die Arbeitshöhe testen.

Liegen Material und ein Bauplan für das eigene Beet bereit, braucht es nur noch einen passenden Standort. Dieser ist im Optimalfall schön sonnig und nicht zu weit vom Haus entfernt. Allzu schattige Standorte eignen sich weniger gut für ein Hochbeet, da die Pflanzen hier langsamer gedeihen. Auch ist ein ebener Untergrund wichtig, denn das Hochbeet sollte stabil und sicher stehen können.

Befüllen vor der ersten Bepflanzung

Die hohe Ertragsstärke eines Hochbeetes lässt sich vor allem durch dessen besondere Füllung erklären. Hier erhalten Pflanzen nicht nur eine optimale Nährstoffversorgung, sondern befinden sich auch in einem wohltemperierten Umfeld. Dies wird gewährleistet, indem die Schichten der Hochbeet-Füllung eine natürliche Kompostierung und Verrottung ermöglichen, was für Nährstoffreichtum und Wärme sorgt.

Hochbeete: Richtig bauen und nutzen

Kompost aus dem Garten eignet sich gut für die Befüllung des Hochbeetes.

Befüllt wird das Hochbeet nach dem Aufbau von unten nach oben. Als Zeitpunkt eignet sich besonders der Herbst sehr gut, aber auch im Frühjahr fällt noch genügend Grünschnitt für einen sinnvollen Schichtaufbau an. Die Tabelle zeigt, wie der Aufbau sich gestaltet, wobei die erste Schicht ganz unten liegt und die letzte den Abschluss am oberen Rand des Hochbeetes bildet.

Schichten im Hochbeet

Schichtmaterial

Erste Schicht

Kieselsteine und feiner Kies als Drainageschicht

Zweite Schicht

Äste und Zweige sowie grober Grünschnitt von Sträuchern

Dritte Schicht

Laub, geschnittenes Gras und feiner Grünschnitt

Vierte Schicht

Kompost (alternativ auch Mist vom Bauern)

Fünfte Schicht

Gewöhnliche Gartenerde

Empfehlenswert ist es außerdem, Nagerdraht vollflächig unter dem Hochbeet auszulegen, um Wühlmäusen den Zugang zu verwehren.

Die Hochbeet-Pflege im Laufe der Jahre

Das Hochbeet ist direkt nach dem Einfüllen der obersten Schicht bereit für die erste Bepflanzung. Hier spielt die Auswahl der Gewächse jedoch eine entscheidende Rolle, denn der Nährstoffgehalt in der Hochbeet-Erde verändert sich mit der Dauer seiner Nutzung. Neulinge, die Gemüse anpflanzen möchten, lernen jetzt die drei Begriffe „Starkzehrer“, „Mittelzehrer“ und „Schwachzehrer“ kennen. Starkzehrer sind Gewächse, die besonders viele Nährstoffe benötigen, während Mittelzehrer etwas genügsamer sind. Schwachzehrer letztlich können auch auf recht nährstoffarmem Boden gut überleben und gedeihen.

Hier einige Beispiele für Gewächse mit unterschiedlichem Nährstoffbedarf:

  • Starkzehrer: Gurken, Kohl, Tomaten, Paprika
  • Mittelzehrer: Karotten, Lauch, Spinat, Rote Bete, Kohlrabi
  • Schwachzehrer: Kräuter, Radieschen, Kresse, Feldsalat

Kohlrabi darf im dritten und vierten Hochbeet-Jahr angepflanzt werden.

Um ein optimales Pflanzenwachstum zu erhalten, sollte der Anbau der unterschiedlichen Gewächse ihrem Nährstoffbedarf entsprechen. In den ersten beiden Hochbeet-Jahren kommen Starkzehrer zum Zug, im Jahr drei und vier dann Mittelzehrer und ab dem fünften Jahr haben sich die Nährstoffe soweit verringert, dass nur noch Schwachzehrer im Hochbeet glücklich werden. „Spätestens nach sechs Jahren bietet es sich an, dass das gesamte Innenleben des Beetes ausgetauscht wird, da durch den organischen Verfall nahezu alle Nährstoffe aufgebraucht wurden. (Quelle: www.gartenmagazine.de/)

Der Wechsel zwischen den Jahren bietet sich an, um das Hochbeet etwas zu befüllen. Da die Verrottung im Inneren für ein Absinken der Erde sorgt, sollten Gärtner die Kompost- und die Erdschicht zum Beginn des neuen Jahres wieder auf ihre ursprüngliche Höhe bringen. So können im Hochbeet in einem Zeitraum von knapp sechs Jahren die unterschiedlichsten Gemüsesorten und auch Obst und Blumen angepflanzt werden.

Bildnachweis:  fotoknips / stock.adobe.com

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