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Heilpraktiker: Von der Diagnose zur Therapie

Lesezeit: 2 Minuten Heilpraktiker: Der Artikel beschreibt den Weg von der Diagnose zur individuellen naturheilkundlichen Therapie. Sie lernen so einen weiteren Aspekt der praktischen Arbeit eines Heilpraktikers kennen.

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Heilpraktiker: Von der Diagnose zur Therapie

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Heilpraktiker: Diagnose
"Was habe ich denn eigentlich?" Diese Frage haben viele Patienten, die einen Heilpraktiker aufsuchen, denen die Schulmedizin nicht helfen konnte. Natürlich kann und sollte auch ein Heilpraktiker eine Diagnose stellen, d. h. dem Kind einen Namen geben können.

Dies ist aber gerade bei funktionellen Beschwerden oft schwierig und für die jeweilige Methode des Heilpraktikers auch gar nicht das Wichtigste. Eigentlich müsste ich auf obige Frage von beispielsweise Frau Müller antworten: "Sie haben Frau Müller". Das ist natürlich karikiert, aber wenn ich es ernst meine mit der Ganzheitlichkeit, dann versuche ich eben Frau Müller zu erfassen und nicht Ihren Gallenstein.

Korrekterweise müsste ich also sagen: "Sie haben Frau Müller mit Gallenstein, Kniegelenksarthrose und Bluthochdruck". Für meine Therapie ist der Frau Müllerteil der Diagnose oft viel relevanter, weil er mir erlaubt, individuell zu behandeln. Dies mag dann die Gallenblasenentfernung einschließen.

Die Diagnose des homöopathisch arbeitenden Kollegen könnte sich dann in der Auswahl eines individuellen Mittels ausdrücken: "Sie haben Frau Müller mit…und unausgeglichenem Sulfuranteil" und der Akupunkteur spricht dann von "Frau Müller mit LeberQiSta". Letztlich meinen aber alle Frau Müller in ihrer Individualität.

Heilpraktiker: Therapie
Egal welche Methode ein Heilpraktiker anwendet, seine Therapie baut natürlich auf der gestellten Diagnose im obigen Sinne auf. Mit anderen Worten seiner Wahrnehmung der Gesamtheit seines Patienten.

Dies mag im Praxisalltag für den Betreffenden nicht immer transparent sein, ein solcher Anspruch wäre aber auch zu hoch. Schließlich kann der Heilpraktiker dem Patienten nicht seinen gesamten Hintergrund vermitteln.

Ein paar grundsätzliche Aspekte lassen sich aber zusammenfassend und methodenübergreifend beschreiben. Eine naturheilkundliche Therapie wird in der Regel folgende Aspekte berücksichtigen:

  • das akute Geschehen, in der Regel der Anlass für den Heilpraktikerbesuch
  • das subakute Geschehen, d. h. Phänomene die im Zusammenhang mit dem Akuten stehen
  • das chronische Geschehen: alle weiteren schon lange bestehenden Störungen
  • die Konstitution: die ererbten Grundbedingungen

Ein Heilpraktiker wird nun im Rahmen einer individuellen Therapie versuchen, alle Bereiche zu beeinflussen. Im Behandlungsverlauf verschieben sich die Schwerpunkte dabei vom Akuten zum Chronischen und schließlich zur Konstitutionstherapie (eigentlich Stärkung derselben, die Genetik ist ja nicht veränderbar). Dass der Prozess dabei nur selten linear verläuft, ergibt sich aus der Komplexität des Menschen.

Als Pflanzenheilkundler werde ich zum Beispiel bei einer individuellen Teekomposition versuchen, bei klarem Schwerpunkt alle Bereiche zu erfassen. Dies drückt sich zum Beispiel in der Wahl der Kräuter aus. Einige werden konstitutionell stärkend sein, ohne offensichtlichen Zusammenhang mit dem akuten Geschehen, was von anderen Pflanzen abgedeckt wird. In der Gesamtkomposition ergeben sich so kraftvolle Synergismen.

Idealerweise würde jedoch jede verwendete Pflanze alle vier Bereiche abdecken. Dies ist aber natürlich nur theoretisch möglich.

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