Gesundheit Praxistipps

Hallux valgus – die Operation als Ausweg

Zum Glück bereitet ein Ballenzeh oder Hallux valgus den meisten Menschen keine oder nur geringe Beschwerden. Wenn die Verformung allerdings unaufhörlich voranschreitet und der Fuß immer mehr schmerzt, kann eine Operation erforderlich werden.

Hallux valgus – die Operation als Ausweg

Hallux valgus – die Operation als Ausweg

Diese Vorbereitungen gehen einer Operation voraus 

Im Regelfall reichen konventionelle Methoden aus, um Hallux valgus-Schmerzen zu verbannen. Mitunter Einlagen, Bandagen und Schienen sind geeignet, um Schmerzen zu lindern und damit die Lebensqualität zu erhöhen. In seltenen Fällen von nicht abklingenden Beschwerden kann eine Operation angezeigt sein.

Vor der Operation werden die Fehlstellung und Deformität des Fußes und der Zehen mittels Röntgenbildgebung genau untersucht. Anschließend werden mit dem Patienten die Korrekturmöglichkeiten besprochen und das operative Vorgehen festgelegt. Es sind alle üblichen präoperativen Abklärungen wie Blutabnahme, Blutdruckmessung und EKG erforderlich. Sämtliche blutverdünnenden Medikamente müssen vor der Operation abgesetzt werden.

Je nach Fehlstellung der Zehen und Deformität kommen verschiedene operative Behandlungen zum Einsatz. Während beim Hallux valgus die Fehlstellungen bei den Zehenknochen und Mittelfußknochen korrigiert werden, erfolgt bei Arthrose eine „Säuberung“ und eine zusätzliche Verklebung des Gelenks.

Die Operation beim Ballenzeh

Eine Hallux-valgus-Operation korrigiert die Fehlbildung des Mittelfußknochens und des Zehenknochens. Auch störende Weichteilvergrößerungen (Fußballen) werden meist verkleinert. Die betroffenen Fußknochen werden durch Einschnitte in den Knochen eingestellt, begradigt und nach der Korrektur mit kleinen Schrauben fixiert. Ob die Knochen dabei verlängert, verkürzt oder nur in der Achse korrigiert werden, hängt von der Art und Weise der Fehlstellung ab. Im Zuge der Operation werden Krallenzehen oder Hammerzehen ebenfalls gestellt und fixiert.

Bei schweren Fehlstellungen muss das Großzehengrundgelenk operativ fusioniert werden.

Arthrose – ein verkomplizierender Faktor

Bei einer Arthrose wird das Gelenk nach einem Hautschnitt geöffnet. Schließlich werden Knochensporne, beschädigtes Gelenkmaterial und Ablagerungen entfernt. Liegt bei dem betreffenden Patienten eine Arthrose im Frühstadium vor, kann das Gelenk dabei erhalten werden. Ist das Gelenk allerdings zu stark geschädigt, wird eine Gelenkversteifung (Arthrodese) durchgeführt. In einem solchen Fall werden der Gelenkknorpel komplett entfernt und beide Knochen mit Schrauben verbunden.

Die Risiken und Erfolgsaussichten

Operationen bei Zehen- und Fußdeformitäten gelten als risikoarm und verlaufen in der Regel komplikationslos. Wie bei allen chirurgischen Eingriffen kann die Operation gelegentlich zu Infektionen, Nervenschäden, Nachblutungen oder Blutgerinnseln führen.

Meistens kann mit der Operation mindestens eine starke Linderung der Beschwerden erreicht werden. Die Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Verfahren werden vor der Operation eingehend abgewogen. Eine vollständige Schmerzfreiheit kann im Regelfall nur mit einer Gelenkfusion erreicht werden. Jedoch ist eine eingeschränkte Bewegungsfreiheit als permanente Folgeerscheinung zu nennen. 

So geht es nach der Operation weiter

Nach der Operation wird der Patient vorübergehend überwacht und der betreffende Fuß sollte hochgelagert werden. Dank eines individuell angepassten Vorfuß-Entlastungsschuhs ist es in der Regel möglich, das Krankenhaus am Tag nach der Operation zu verlassen. Dieser Schuh ermöglicht einen Fersengang ohne Krücken und muss sechs bis acht Wochen getragen werden. 

In dieser Zeit besteht ein erhöhtes Thromboserisiko, weshalb häufig Anti-Thrombose-Spritzen verschrieben werden. Da der Fuß in den ersten Tagen und Wochen verstärkt schmerzen kann, ist die Einnahme von Schmerzmitteln nicht ungewöhnlich. 

Rauchen erhöht das Risiko für Wund- sowie Knochenheilungsstörungen. Vor diesem Hintergrund raten viele Mediziner zu einem Rauchstopp, zumindest in den Wochen vor und nach dem Eingriff.

Bildnachweis: luaeva / stock.adobe.com

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