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Häufige Fragen rund um die Maskenpflicht: Die Antworten auf einen Blick

Lesezeit: 4 Minuten Während die Bundesregierung zunächst nur empfohlen hatte, in der Öffentlichkeit sogenannte Community-Masken zu tragen, ist in fast allen Bundesländern seit heute die Maskenpflicht in Kraft getreten. Vielerorts herrscht jedoch noch Unsicherheit – wo genau sind die Masken zu tragen, was eignet sich als Mundschutz und wie verwendet man ihn eigentlich richtig? Hier finden Sie die Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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Häufige Fragen rund um die Maskenpflicht: Die Antworten auf einen Blick

Häufige Fragen rund um die Maskenpflicht: Die Antworten auf einen Blick

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Wo und für wen gilt die Maskenpflicht?

Jedes Bundesland kann selbst regeln, welche Vorgaben bezüglich der Maskenpflicht gelten. Aktuell bestehen folgende Regelungen:

BundeslandAb wann?Wo gilt die Maskenpflicht?Wer ist verpflichtet?
Baden-Württemberg Bayern Rheinland-Pfalz SaarlandAb 27. April 2020Im Einzelhandel und im ÖPNVAb dem sechsten Lebensjahr
BerlinAb 27. April 2020Im ÖPNVAlle außer Kleinkinder
Brandenburg Bremen Hamburg Hessen Mecklenburg-Vorpommern NiedersachsenAb 27. April 2020In Geschäften, im ÖPNV und auf Wochenmärkten (Hamburg)Ab dem sechsten Lebensjahr bzw. ab Schuleintritt (Mecklenburg-Vorpommern)
Nordrhein-WestfalenAb 27. April 2020Im ÖPNV, im Einzelhandel, in Arztpraxen, bei Handwerkerleistungen und Dienstleistungen, auf Wochenmärkten (sofern Unterschreitung des Mindestabstands von 1,5 Metern)Kinder ab dem Schuleintritt
SachsenAb 20. April 2020Im ÖPNV und EinzelhandelPrinzipiell alle, soweit Kinder in der Lage dazu sind
Sachsen-AnhaltAb 23. April 2020Im ÖPNV und in GeschäftenAlle bis auf Kinder unter zwei Jahren
Schleswig-HolsteinAb 29. April 2020Im ÖPNV und in GeschäftenKinder ab sechs Jahren
ThüringenAb 24. April 2020In Geschäften und im ÖPNVKinder ab sechs Jahren

Über alle Bundesländer hinweg lässt sich festhalten: Einkaufen sowie Bus- und Bahnfahren ohne Maske sind vorerst nicht mehr erlaubt.

Welche Art von Mundschutz darf ich tragen?

Der Mundschutz muss im Prinzip lediglich den Mund und die Nase bedecken. FFP- oder OP-Masken sind nicht erforderlich. Ein einfacher Mundschutz, zum Beispiel selbst genäht aus Baumwollstoff, ist völlig ausreichend. Ebenso dürfen Sie sich eines Schals, Halstuchs oder Multifunktionstuchs bedienen, sofern diese Mund und Nase sicher bedecken.

Wichtig: Keine dieser Optionen kann eine Ansteckung durch eine andere Person wirkungsvoll verhindern, man sollte sich deshalb nicht in falscher Sicherheit wähnen. Sie dienen lediglich dazu, dass Sie selbst andere nicht anstecken können. Halten sich alle an die Mundschutzpflicht, kann dies also für Sie selbst ebenfalls einen besseren Schutz vor einer Ansteckung bedeuten – 100 Prozent sicher sind Sie dadurch aber nicht. Sogenannte FFP-Masken schützen durch ihre filtrierende Funktion besser, allerdings erschweren sie zum einen das Atmen, zum anderen sind sie momentan ohnehin Mangelware und sollten deshalb dem Personal in den Kliniken vorbehalten bleiben.

Muss auch mein Kind eine Maske tragen?

Grundsätzlich müssen auch Kinder einen Mundschutz tragen. In den meisten Bundesländern liegt die Grenze bei sechs Jahren bzw. dem Schuleintrittsalter. Einzelne Bundesländer haben jedoch sogar Kinder ab zwei Jahren in die Maskenpflicht einbezogen. Details entnehmen Sie der Tabelle oben.

Woher bekomme ich eine Maske?

In vielen Gemeinden wurden oder werden kostenlose Masken an die Haushalte verteilt. Wenn dies nicht der Fall ist, können Sie Ihren Mundschutz beispielsweise an diesen Stellen kaufen:

  • Apotheken
  • Sanitätsfachhandel
  • (Änderungs-)Schneidereien
  • Drogeriemärkte
  • Onlineshops

Es empfiehlt sich, statt Einwegmasken auf genähte Masken zurückzugreifen, die waschbar sind. In diesen Tagen gibt es in vielen Regionen Verteilaktionen kostenloser Masken, die ehrenamtlich von privaten Helfern genäht werden.

Kann ich auch selbst eine Maske anfertigen?

Wer das erforderliche Material (idealerweise einen Baumwollstoff) zuhause hat, kann selbst eine Maske nähen. Schnittmuster finden sich aktuell kostenlos im Internet, beispielsweise beim Tagesspiegel. Alternativ gibt es zahlreiche Möglichkeiten, auf andere Art und Weise einen Mundschutz herzustellen, z. B. aus Stoff in Kombination mit Haargummis. Die Suche auf YouTube und allgemein im Internet fördert hier viele Ideen zu Tage.

Wie geht man richtig mit der Maske um?

Eine Alltagsmaske schützt nur, wenn die wichtigsten Grundregeln beherzigt werden:

  • vor dem Aufsetzen Hände waschen
  • enges Tragen um Mund und Nase
  • Maske wechseln, wenn sie feucht wird
  • Maske nicht berühren
  • nach dem Abnehmen Hände waschen
  • Einmalmasken nicht mehrfach verwenden
  • Stoffmasken nach jedem Tragen reinigen
  • beschädigten Mundschutz entsorgen
  • Mindestabstand von 1,5 Metern dennoch einhalten

Wie oft muss man die Maske wechseln?

Der Mundschutz sollte bei längerem Tragen gewechselt werden, spätestens wenn er durchfeuchtet ist. Je nach Maske kann dies bereits nach wenigen Stunden der Fall sein. Einwegmasken sind im Anschluss an das Tragen zu entsorgen. Stoffmasken dürfen Sie bei entsprechendem Umgang mehrfach verwenden. Damit die Hände sauber bleiben, fassen Sie die gebrauchte Maske nur an den Bändern an, nicht aber am Stoff.

Tipp: Halten Sie sich oft und lange im Einzelhandel oder im ÖPNV auf, lohnt es sich, mehrere Masken zum Wechseln zu haben.

Wie pflegt man einen Mundschutz richtig?

Reinigen Sie Ihre Stoffmaske am besten stets gleich nach dem Tragen. Je nach Stoff, können Sie sie entweder bei 95 oder 60 Grad in der Waschmaschine waschen und danach trocknen. Außerdem haben sich bereits diese Ratschläge bewährt:

  • Reinigung in kochendem Wasser: Kochen Sie die Maske fünf Minuten lang in kochendem Wasser aus. Oder Sie geben die Maske mit mindestens 70 Grad heißem Wasser in ein hitzebeständiges Behältnis (einfach im Wasserkocher erwärmen).
  • Reinigung in der Mikrowelle: Um Beschädigungen an der Mikrowelle vorzubeugen, darf dies keinesfalls mit Masken mit integriertem Drahtbügel geschehen.
  • Reinigung mit dem Bügeleisen: Mit dem Dampfbügeleisen wird die Maske zwar nicht gereinigt, die Viren können aber bei entsprechender Sorgfalt abgetötet werden.
  • Reinigung im Backofen: Geben Sie den Mundschutz für mindestens 30 Minuten bei wenigstens 70 Grad in den (vorgeheizten) Backofen.

Achtung:Diese Strategie, die Masken einfach einzufrieren, ist nicht zu empfehlen, weil der Corona-Virus bei normalen Minustemperaturen nicht abstirbt.

Was passiert, wenn ich die Maskenpflicht nicht einhalte?

Wer sich in Geschäften oder in Bussen und Bahn ohne Maske aufhält, kann des Raums verwiesen werden. Davon abgesehen übernimmt in vielen Bundesländern die Polizei die Kontrolle, ob die Maskenpflicht eingehalten wird. Teilweise droht bei Verstößen ein Bußgeld von bis zu 150 Euro. In Bayern zahlen Ladenbetreiber bis zu 5.000 Euro Strafe, wenn sie nicht sicherstellen, dass das Personal die Maskenpflicht einhält.

Darf man mit der Community-Maske Auto fahren?

Mit Mundschutz Auto zu fahren, ist aktuell umstritten. Gemäß § 23 Abs. 4 StVO gilt ein sogenanntes Vermummungsverbot beim Autofahren, das mit einem Bußgeld von 60 Euro belegt ist. Sicherheitshalber sollten Sie deshalb im Auto besser auf den Mundschutz verzichten, bis diese Frage abschließend geklärt ist.

Kann man das Beschlagen der Brille vermeiden?

Durch die kondensierende Atemluft beschlagen bei Brillenträgern durch das Tragen des Mundschutzes häufig die Gläser. Dieses Problem lässt sich durch folgende Strategien eindämmen:

  • Brille über dem Mundschutz tragen
  • Maske enganliegend tragen
  • Draht einnähen, um den oberen Abschluss besser an die Gesichtsform anpassen zu können
  • Brille mit Seife, Spülmittel oder Rasierschaum reinigen
  • Anti-Beschlag-Spray nutzen

Bildnachweis: alexanderuhrin / stock.adobe.com

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