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Gutartige Prostatavergrößerung – nicht immer gut und artig!

Lesezeit: 2 Minuten Der Begriff benigne Prostatahyperplasie (BPH) bezeichnet eine vergrößerte Prostata. Im Reifungsprozess eines jeden Mannes durchläuft die Prostata zwei Wachstumsperioden. Die erste tritt sehr früh, in der Pubertät auf, wobei die Prostata etwa ihre Größe verdoppelt. Die zweite Wachstumsphase beginnt schon um das 25. Lebensjahr herum und hält für den Rest des Lebens an. Mit zunehmendem Alter kann die Prostata wachsen. Uns interessiert hier die Vergrößerung in dieser zweiten Wachstumsphase.

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Gutartige Prostatavergrößerung – nicht immer gut und artig!

Gutartige Prostatavergrößerung – nicht immer gut und artig!

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Die Prostata

Die Prostata ist Teil des männlichen Reproduktionssystems. Sie hat etwa die Größe einer Kastanie oder Walnuss und wiegt circa 25 g. Sie liegt unterhalb der Blase und vor dem Enddarm. Die Prostata umschließt ringförmig die Harnröhre, die den Urin aus der Harnblase durch den Penis transportiert. Die Hauptarbeit der Prostata besteht in der Produktion von Samenflüssigkeit. Während des Samenergusses bewegen sich Spermien aus den Hoden über die Samenleiter in Richtung Harnröhre. Gleichzeitig ergießen Prostata und Samenbläschen ihre Flüssigkeit. Diese Mischung wird durch wellenförmige Bewegungen aus dem Penis ejakuliert.

Wie entsteht BPH?

Die Ursachen einer Prostatavergrößerung sind noch nicht vollständig erforscht. Es sind jedenfalls hormonelle Ursachen, denn Männer mit schwerwiegenden Hodenschäden entwickeln keine BPH. Während des gesamten Lebens produzieren Männer Testosteron, ein männliches Hormon, und eine kleine Menge an Östrogen, einem weiblichen Hormon. Mit zunehmendem Alter nimmt das aktive Testosteron im Verhältnis zur Östrogenmenge im Blut ab. Dieser höhere Anteil an Östrogen in der Prostata erhöht die Aktivität von Substanzen, die das Zellwachstum in der Prostata ankurbeln.

Eine weitere entscheidende Rolle spielt das Dihydrotestosteron (DHT), welches die aktive Unterform des Testosteron darstellt. Studien haben gezeigt, dass auch bei abnehmendem Testosteron-Blutspiegeln ältere Männer weiterhin DHT produzieren und so hohe Konzentrationen in der Prostata akkumulieren. Dies stimuliert die Prostatazellen zum Wachstum. Männer, die kein DHT produzieren, entwickeln auch keine Prostatavergrößerung.

Gibt es Risikofaktoren?

Riskofaktoren sind das zunehmende Alter und eine familiäre Disposition. Weiterhin wurde ein Zusammenhang zu Übergewicht, mangelnder körperlicher Betätigung und Potenzstörungen nachgewiesen.

Das Prostata-Problem

Mit zunehmender Größe kann die Prostata die Harnröhre zusammen drücken. Dadurch muss die Harnblase gegen verstärkten Widerstand arbeiten und die Blasenwand wird dicker. Wenn die Blase es nicht mehr schafft, sich komplett zu entleeren, kann Urin in der Blase verbleiben. Durch die Einengung der Harnröhre und die Restharnbildung, also die Unfähigkeit, die Blase vollständig zu entleeren, werden viele der Probleme, die mit einer benignen Prostata-Hyperplasie (BPH) verbunden sind, verursacht. BPH ist eine gutartige Erkrankung und ist von Prostatakrebs klar abzugrenzen. Sie führt nicht zum Tod. Aber Achtung: BPH und Prostatakrebs können auch gleichzeitig auftreten.

BPH ist bei älteren Herren eine sehr verbreitete Erkrankung. Etwa die Hälfte aller Männer zwischen 51 und 60 Jahren haben eine Prostatavergrößerung und sogar bis zu 90% der Männer über 80.

Die Prostata-Symptome

Die Blockierung der Blase führt zu Irritationen. Ein häufiges Symptom ist daher der häufige Drang zum Wasserlassen. Dies kann alle 1-2 Stunden sein, insbesondere nachts. Weitere Symptome sind das Gefühl einer ständig gefüllten Blase, auch noch direkt nach dem Wasserlassen, ein befehlsartiger (imperativer) Harndrang, ein abgeschächter Urinstrahl, Nachtröpfeln, eine Blasenentleerung in mehreren Portionen, eine Startverzögerung der Miktion und die Notwendigkeit die Blasenentleerung durch Pressen zu unterstützen. In besonders schweren Fällen, kann die Entleerung komplett blockiert werden. Ein solcher Harnverhalt ist ein schmerzhafter Notfall, der einer ärztlichen Behandlung bedarf.

Welche Langzeit-Auswirkungen hat eine BPH?

Bei den meisten Männern nimmt die BPH mit dem Alter zu. Sie kann die Blase schädigen und Infektionen begünstigen. Es kann Blut im Urin auftreten. In besonders schweren Fällen können durch einen Rückstau Nierenschäden auftreten. Männer mit BPH sollten daher frühzeitig behandelt werden.

Wie kann man vorbeugen?

Es gibt keinen sicheren Weg, um der BPH vorzubeugen. Da die Fettverteilung im Körper die Hormonspiegel und somit das Prostatawachstum beeinflusst, kann eine Gewichtsreduktion und eine gesunde Diät mit Obst und Gemüsen helfen, der Entwicklung einer BPH vorzubeugen. Körperliche Betätigung reguliert sowohl das Körpergewicht als auch den Hormonhaushalt.

Bildnachweis: RFBSIP / stock.adobe.com

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