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Griechische Mythologie auf dem Teller: Rezept für Weißkohl Athener Art

Nach der griechischen Mythologie soll der Kohl aus dem Schweiß des Zeus entstanden sein. Er ist eines der ältesten bereits seit der Antike angebauten Gemüse. In diesem Artikel erfahren Sie Geschichtliches über den Kohl sowie lesen ein ungewöhnliches Rezept für Weißkohl, das aus dem antiken Athen stammt.

Griechische Mythologie auf dem Teller: Rezept für Weißkohl Athener Art

Weißkohl und seine Geschichte
Die Griechen pflegten schwangeren Frauen kurz vor der Entbindung Kohl zu geben, um die Muttermilchproduktion in Gang zu bringen. Man glaubte, dass Kohl, wenn man ihn zu Alkohol genösse, den Kater verhindere, sie benutzten ihn praktisch als Entgiftungsmittel. Mit seinen Blättern reinigte man auch infizierte Wunden.

In der Antike wurde Kohl mit Begeisterung angebaut und ebenso verspeist. Da gab es zunächst einen gekräuselten, dessen Blätter wie Petersilie aussahen, vielleicht dem Wirsingkohl vergleichbar. Die breiten Blätter des zweiten waren am Strunk angewachsen wie beim Grünkohl. Der dritte hatte festgeschlossene Blätter. Bei ihm handelte es sich offenbar um Weißkohl.

Rezept für Weißkohl Athener Art
Dieses Rezept ist ungewöhnlich, aber schmeckt als Vorspeise oder Beilage sehr lecker. Obendrein ist es leicht zuzubereiten.

"Der Kohl sollte mit einem möglichst scharfen Messer geschnitten, dann gewaschen, abgetropft und mit viel Koriander und Weinraute kleingeschnitten werden. Beträufle ihn dann mit Honigessig und füge ein wenig Silphium hinzu“ (Rezept nach Mnesitheos, zitiert in OREIBASIOS, Medizinische Sammlungen).

Den Weißkohl können Sie auch einige Minuten blanchieren, dann ist er viel bekömmlicher! Silphium – oder auch Teufelsdreck genannt – bekommen Sie im Asialaden, in einer Apotheke oder im ayurvedischen Versandhaus unter dem Namen Asa foetida (als Pulver oder Tropfen erhältlich). Ersetzt werden kann Silphium aber durch eine gewöhnliche Küchenzwiebel oder Zugabe vom Knoblauch. Getrocknete Weinraute bekommen Sie in der Apotheke.

Die antiken Ärzte interessierten sich für dieses Gericht, weil man damit Kopfschmerzen kurieren konnte. Außerdem half es bei Magenverstimmungen.

Im Folgenden lesen Sie noch das antike griechische Rezept für die Honigessig-Herstellung.

Honigessig-Rezept (altgr. Oximeli)
"Oximeli: Den Honig zum Kochen bringen, bis er schäumt, den Schaum abschöpfen und so viel Essig hinzugeben, dass die Mischung nicht zu scharf und nicht zu süß wird; das ganze erneut aufkochen, bis es wohl durchmischt und nicht mehr roh ist. Zum Gebrauch mit Wasser verdünnen, so als mische man Wein mit Wasser" (Rezept nach Galen, Wie man gesund bleibt).

Ein Honigessig ist auch im Naturkostgeschäft erhältlich – z. B. das köstliche Honig-Balsamico von Byodo  – und schmeckt wie selbst angesetzt!

Buchtipp: Antike Küche
Für alle Liebhaber antiker griechischer Küche empfehle ich das Buch "Küchengeheimnisse der Antike. Kulinarische Entdeckungen und Rezepte" von Andrew Dalby und Sally Grainger (erschien in Flechsig Verlag, ISBN3-88189-204-4) mit schönen Illustrationen und ungewöhnlichen, jedoch sehr authentischen Rezepten.

Lesen Sie auch meine weiteren Artikel über Weißkohl mit einigen ungewöhnlichen Rezepten oder zum Thema saisonales Gemüse und Obst:

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen als erfahrener Ernährungsberater und Kulinarische-Reisen-Experte gerne zur Verfügung!

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