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Glutenunverträglichkeit? Glutenfrei ernähren kann bei Reizdarm helfen

Gluten? Verdauungsbeschwerden, Blähungen und Reizdarm können durch eine Glutenunverträglichkeit ausgelöst oder verstärkt werden. Auch Vitaminmangel und Gewichtsverlust können hier ihre Ursache haben. Erfahren Sie, was Gluten ist und wie Sie feststellen können, ob Sie betroffen sind.

Glutenunverträglichkeit? Glutenfrei ernähren kann bei Reizdarm helfen

Glutenunverträglichkeit? Glutenfrei ernähren kann bei Reizdarm helfen

Glutenfrei – wieder mal eine neue Mode?

In meiner langjährigen Praxis habe ich schon viele Moden kommen und gehen sehen. Alle Jahre gibt es entweder einen neuen Schuldigen oder eine Wunderlösung für alle unsere Gesundheitsprobleme und natürlich Menschen die daran verdienen.

Ob das Thema nun Candida, Amalgam oder Homocystein heißt, um nur einige zu nennen: Man sollte die Kirche doch im Dorf lassen. Natürlich können diese Stoffe oder Lebewesen uns schädigen. Meist tun Sie dies tatsächlich, aber das Ausmaß ist doch bei den meisten Menschen sehr unterschiedlich. Ursache all unserer Leiden sind sie jedoch selten. So ist es auch beim Gluten. Glutenfreie Ernährung ist sicher kein Allheilmittel.

Was ist Gluten eigentlich?

Kurz gesagt: Gluten ist der Kleber in allen backfähigen Getreiden. Gluten ist ein Eiweiß, das in Roggen, Weizen, Gerste und auch Dinkel enthalten ist. In Hafer kommt nur ein ähnlicher Stoff vor, der aber oft vertragen wird. Wenn Sie einmal Brotteig mit der Hand geknetet haben, dann konnten Sie erleben, wie stark das Zeug klebt.

Zöliakie: wenn glutenfrei leben zum Muss wird

Etwa jeder zweihundertste Bundesbürger leidet an einer echten Glutenunverträglichkeit. Diese Krankheit heißt Zöliakie und kommt oft bei Kindern und Jugendlichen vor. Erwachsene können aber ebenfalls betroffen sein, hier verläuft die Erkrankung mitunter still. Gluten löst bei den Betroffenen Entzündungen und Schleimhautveränderungen im Dünndarm aus. Die Folge sind heftige Schmerzen, Blähungen und Durchfälle. Da die Resorption der Nahrungsbestandteile im Darm gestört wird, entstehen Vitamin- und Eisenmangel und Gewichtsverlust.

Gluten kann auch sonst störend wirken

Leichtere Formen von Glutenunverträglichkeit haben weniger drastische Folgen. Daher sind sie auch leicht übersehbar. Es gibt ja auch andere Faktoren, die Ihr Wohlbefinden beeinflussen. Allerdings gehen Wissenschaftler davon aus, dass auch etliche Patienten mit Reizdarm von glutenfreier Ernährung profitieren würden. Derzeit wird dies in einer Studie an der Charité Berlin untersucht.

Generell gilt wohl, dass Gluten immer verdächtig ist, wenn Sie wiederholt über längere Zeit an unklaren Verdauungsbeschwerden leiden. Da es auch viele andere Krankheiten der Verdauungsorgane gibt, sollten Sie aber in jedem Fall eine gründliche Diagnose veranlassen. Selbstversuche mit Ernährung verzögern sonst womöglich eine notwendige therapeutische Maßnahme.

Wie Sie erfahren, ob Sie betroffen sind:

Da Zöliakie eine Autoimmunkrankheit ist, lassen sich Antikörper im Blut feststellen. Eine Spiegelung von Magen und Dünndarm sichert dann die Diagnose. Die Therapie ist denkbar einfach, aber schwer umzusetzen: es hilft nur der konsequente Verzicht auf jegliche glutenhaltige Nahrungsmittel.

Leichtere Formen von Glutenunverträglichkeit sind viel schwerer wahrzunehmen. Hier eignet sich am besten ein Auslassversuch. Einfach mal sechs Wochen komplett auf Gluten verzichten. Sie können sich dabei gut beobachten und vor allem Ihre Reaktion, wenn Sie erneut Gluten zu sich nehmen. Mit dieser Erfahrung dürfte Ihnen die Entscheidung leicht fallen, ob Sie auf Gluten verzichten müssen, sollten oder wollen.

Hier finden Sie weitere Informationen zum Thema Gluten und Verdauungsbeschwerden:

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