Praxistipps

Glücksspiel: Eine Sucht, die ruiniert!

Lesezeit: 4 Minuten Wenn gelegentlicher Wettspaß zur Sucht wird, ist dies für Betroffene und ihre Angehörigen häufig ein großes Problem. In den meisten Fällen löst die Spielsucht nämlich eine Abwärtsspirale aus, an deren Ende nicht selten der finanzielle Ruin steht.

4 min Lesezeit
Glücksspiel: Eine Sucht, die ruiniert!

Glücksspiel: Eine Sucht, die ruiniert!

Lesezeit: 4 Minuten

Die Glücksspielbranche boomt. Vor allem im Internet ist die Zahl der Anbieter für Online-Wetten und andere Glücksspiele in den vergangenen Jahren um ein Vielfaches gestiegen. Besonders beliebt sind Sportwetten, weil sie den Glücksspielfaktor um das sportliche Erlebnis erweitern. Noch nie war es so einfach und unkompliziert, auf eine Mannschaft, einen Verein oder ein sportliches Event zu wetten und dabei mit etwas Glück einen attraktiven Gewinn einzustreichen. Doch das verlockende Glücksspielangebot hat auch seine Schattenseite.

In den meisten Fällen beginnt es ganz harmlos. Ein kleiner Einsatz am Spielautomaten, hin und wieder eine Sportwette oder zu besonderen Gelegenheiten ein Ausflug ins Casino, um das Glück am Würfeltisch oder beim Kartenspiel zu versuchen. Wer Freude am Glücksspiel hat, ist nicht automatisch süchtig und längst nicht jeder Glücksspieler verfällt dem Reiz auf eine ungesunde Art und Weise. Experten raten deshalb zu umfassender Aufklärungsarbeit, ohne jedoch das Risiko, das vom Glücksspiel als Freizeitbeschäftigung ausgeht, zu pauschalisieren. Der Zahl der an Glücksspielsucht Erkrankten steht auch eine erhebliche Anzahl an Gelegenheitsspielern gegenüber, die teilweise über viele Jahre hinweg an Glücksspielen wie Sportwetten teilnehmen, ohne jemals in die Gefahr einer Suchterkrankung zu geraten.

Deshalb ist es wichtig, einen differenzierten Blick auf die Thematik zu werfen. Zahlreiche öffentliche Stellen wie zum Beispiel der Fachverband Glücksspielsucht e.V. widmen sich inzwischen der Aufklärungsarbeit und bieten sowohl Betroffenen als auch Angehörigen Anlaufstellen und Therapiemöglichkeiten an, mit deren Hilfe sie lernen können, mit der Sucht umzugehen. Grund für das immer breiter aufgestellte Hilfsangebot ist ein Umdenken in der Gesellschaft, das vor einigen Jahren eingesetzt hat und die Glücksspielsucht inzwischen als Krankheitsbild ernst nimmt. So schreibt das Internetportal verspiel-nicht-dein-leben.de beispielsweise:

„Seit Anfang 2001 ist das pathologische Glücksspielen von Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern als rehabilitationsbedürftige Krankheit anerkannt und somit anderen Süchten, wie z.B. Alkohol gleichgestellt.“

Die immer breitere Akzeptanz von Glücksspielsucht als Krankheitsbild hat dazu geführt, dass sich auch die Anbieter von Glücksspielen und Wettbüros sich zunehmend in der Verantwortung sehen und sich an Kampagnen zur Aufklärung und zum verantwortungsbewussten Umgang mit Glücksspielen beteiligen. So hat das Sportwetten Portal wetten.eu ein breites Informationsangebot entwickelt, das den Spielern einen rationalen Umgang mit dem Glücksspiel vermitteln soll. Mithilfe einer strategischen Herangehensweise soll einer allzu emotionalen Bindung an das Glücksspiel vorgebeugt werden, um so das Risiko einer entstehenden Glücksspielsucht zu minimieren. Wie hoch das jeweilige Risiko einzustufen ist, hängt sowohl von der seelischen Verfassung des Spielers als auch von dem Suchtpotential der einzelnen Glücksspielvarianten ab.

Das Suchtpotential bestimmt das Risiko

Wie bereits erwähnt, muss die Teilnahme an Glücksspielen nicht zwangsläufig zur Sucht führen. Selbst begeisterte Spieler, die viel Zeit am Spielautomaten oder im Wettbüro verbringen, sind nicht ohne weiteres als spielsüchtig einzustufen. Eine ernsthafte Erkrankung ist tatsächlich nicht von der Zeit abhängig, die dem Glücksspiel gewidmet wird, sondern von der Einstellung, die damit einhergeht. Erst ein irrationaler Zwang macht das Glücksspiel zur Sucht.

Glücksspiel: Eine Sucht, die ruiniert!
Abbildung 2: Die persönliche Einstellung zum Glücksspiel ist ein entscheidender Faktor für das Risiko einer Spielsucht.

Spieler, die auch dann noch einen inneren Zwang verspüren, um Geld zu spielen, wenn ihnen daraus finanzielle oder persönliche Nachteile entstehen, sind in den meisten Fällen an einer ernst zu nehmenden Spielsucht erkrankt. Mediziner sprechen in diesem Zusammenhang vom pathologischen 

Glücksspiel, das in den Bereich der Verhaltenssucht oder auch der stoffungebundenen Sucht einzuordnen ist.

Um das Risiko einer Suchterkrankung besser einstufen und die Aufklärungskampagnen optimal darauf abstimmen zu können, hat die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung die Initiative „Spiel nicht bis zur Sucht“ ins Leben gerufen. Unter www.spielen-mit-verantwortung.de informiert die Initiative ausführlich zum Thema Sucht-Risiko und welche Aspekte des Glücksspiels dafür verantwortlich sind. Als besonders suchtgefährdend gelten die folgenden Charakteristika verschiedener Glücksspielangebote:

  • Verfügbarkeit: Je leichter der Zugang zu einem Glücksspiel ist, desto geringer ist die Hemmschwelle, sich dem Spiel immer wieder zu widmen. Die Verfügbarkeit ist vor allem für Kinder und Jugendliche ein hoher Risikofaktor.
  • Tempo der Spielabfolgen: Je schneller einzelne Spiele aufeinander folgen, desto größer ist der Nervenkitzel für die Spieler. Gewinne und Verluste folgen rasch aufeinander und es entsteht eine Art Rausch, der den tatsächlichen monetären Gewinn oder Verlust in den Hintergrund drängen kann.
  • Rasche Auszahlung von Gewinnen: Werden Gewinne nach einem Spiel kurzfristig oder sogar sofort ausbezahlt, lässt dies einen zusätzlichen Reiz entstehen, das gewonnene Geld sofort in ein neues Spiel zu investieren und auf diese Weise vermeintlich zu vermehren.
  • Vermeintlicher Einfluss auf das Spielergebnis: Verschiedene Glücksspielvarianten lassen Spieler in dem Glauben, dass sie aufgrund ihrer persönlichen Fähigkeiten Einfluss darauf nehmen können, ob ein Spiel positiv oder negativ verläuft. Der reine Zufall, der Glücksspiele in der Regel bestimmt, wird dabei durch die Vermutung ersetzt, dass Können für den Erfolg verantwortlich ist. Bei Karten- oder Würfelspielen wird diese Mechanik ebenso häufig eingesetzt wie bei Automatenspielen oder Sportwetten.
  • Hohe Gewinnchancen: Bietet ein Glücksspiel besonders hohe Gewinnchancen, ist der Reiz um ein Vielfaches größer, das Angebot in Anspruch zu nehmen. Besonders hoch wird das Risiko einer Sucht, wenn bereits kleine Einsätze ausreichen, um am Spiel um den großen Gewinn teilnehmen zu können.
  • Atmosphäre in Spielhallen und Casinos: Eine glamouröse Umgebung, besondere Licht- und Toneffekte und das einzigartige Flair, das das Glücksspiel umgibt, können vor allem auf Suchtgefährdete oder bereits Süchtige einen enormen Reiz ausüben. Das Glücksspiel drückt damit ein Lebensgefühl aus und suggeriert Freude und eine Bereicherung des Alltags. Diese Aspekte können ein ebenso hohes Suchtpotential bergen wie der Nervenkitzel, denn Gewinn und Verlust mit sich bringen.

(Quelle: spielen-mit-verantwortung.de )

Je nach Art und Beschaffenheit des gewählten Glücksspiels können einzelne oder auch alle genannten Faktoren das Suchtpotential bestimmen, das von dem Spiel ausgeht und damit das Risiko einer Suchterkrankung deutlich erhöhen. Umfangreiche Informationen zu den einzelnen Aspekten, die eine Sucht begünstigen können, sind die beste Möglichkeit, um Spieler aufmerksamer zu  machen und ihnen damit die Möglichkeit zu geben, potentielle Risiken frühzeitig zu erkennen und darauf zu reagieren.

Die Initiative Spiel nicht bis zur Sucht weist in diesem Zusammenhang auch auf einen Selbsttest hin, mit dem es möglich ist, online und anhand weniger Fragen das eigene Spielverhalten zu analysieren und das persönliche Risiko einer Glücksspielsucht einzustufen. Dabei ist es wichtig, zu wissen, dass der Übergang von einem harmlosen Spielverhalten zur Sucht oft schleichend und unbemerkt vonstattengeht. Eine kritische Auseinandersetzung mit dem eigenen Spielverhalten und der damit einhergehenden Einstellung zum Glücksspiel und dem erzielten Gewinn oder Verlust ist der wichtigste Schritt zu einem vernünftigen Umgang mit der Thematik.

Bildquelle:

Abbildung 1: fotolia.com © alphaspirit
Abbildung 2: fotolia.com © william87

PS: Qualitätsmanagement ist uns wichtig!

Bitte teilen Sie uns mit, wie Ihnen unser Beitrag gefällt. Klicken Sie hierzu auf die unten abgebildeten Sternchen (5 Sternchen = sehr gut):

Bitte warten...

PPS: Ihnen hat der Beitrag besonders gut gefallen?

Unterstützen Sie unser Ratgeberportal: