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Glänzend geeignet: Das können Haaröle

Lesezeit: 3 Minuten Glänzende, geschmeidige Haare verspricht fast jede Haarkur. Doch in vielen solcher Haarprodukte sind auch unerwünschte Inhaltsstoffe enthalten, die Haar oder Kopfhaut schädigen können. Ein einfacher, effizienter und meist preiswerterer Weg, die Haare tatsächlich zu pflegen, bieten Haaröle. Welche Öle sich eignen und wie sie wirken, erfahren Sie hier.

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Glänzend geeignet: Das können Haaröle

Glänzend geeignet: Das können Haaröle

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Haaröle sind zum Beispiel in Marokko schon seit Jahrhunderten ein beliebtes Pflegemittel. Im weniger sonnenreichen Deutschland gibt es eine solche Tradition nicht. Dennoch sind Haaröle seit einigen Jahren zunehmend „in.“ Während bestimmte pflanzliche Öle bisher eine Art Geheimtipp waren, bringen viele Firmen -­ von High End bis Drogeriemarke­ – inzwischen ihre eigenen Haarölvariationen auf den Markt.

Vorsicht bei „Wunderölen“

Diese Öle werden gerne als „Wunderöle“ angepriesen und versprechen dementsprechend unglaubliche Wirkung. Dabei ist allerdings Vorsicht geboten. Denn in manchen angeblich natürlichen Haarölen befinden sich mehr Silikone als tatsächliche Öle. Die Silikone lassen das Haar glänzen, machen es gut kämmbar und lassen es geschmeidig wirken. Das bewirken sie jedoch, indem sie das Haar versiegeln, ohne eine Pflegewirkung zu erzeugen.

Ein Blick auf die Inhaltsstoffe lohnt sich also. Auf keinen Fall sollten Erdölderiverate enthalten sein. Auch Silikone sollten sich nicht in den Inhaltsstoffen finden lassen. Generell gilt, dass eine möglichst kurze INCI-Liste prinzipiell gut ist. Das Öl oder die Öle sollten dabei möglichst weit vorne stehen, also den größten Teil des Produktes ausmachen.

Als Emulgator und um die Konsistenz zu verbessern, verwenden einige Firmen zusätzlich Alkohol in Haarölen. Auch dieser sollte nicht enthalten sein, da er die Haare austrocknet.

Vorsicht bei diesen Inhaltsstoffen

Mineralöl(-deriverate): Paraffinum liquidum, Petroleum, Petrolatum, Isoparaffin, Ceresin, Microcrystalline Wax (Vaseline), Cera Microcristallina, Mineralwachs/öl oder Ozokerite
Silikone: Dimethicone, Methicone oder Polysiloxane

Das können Haaröle

Haaröle sind in der Anwendung extrem flexibel. Sie können zum Beispiel vor dem Haarewaschen als Kur genutzt werden. Dazu wird das entsprechende Öl etwa dreißig bis sechzig Minuten vor dem Haarewaschen großzügig im Haar, insbesondere in den Haarspitzen, verteilt. Wahlweise kann Haaröl auch als Leave-In-Produkt verwendet werden. Dazu wird nach der Haarwäsche eine kleine Portion Haaröl in den Spitzen verteilt. Dabei schützt das Öl die Haare auch vor Hitze beim Föhnen oder Glätten.

Im feuchten Haar nach dem Waschen angewandt, sorgt Haaröl für eine hervorragende Kämmbarkeit. Dazu versiegelt es die Haare, was sie glänzen lässt und beugt Spliss vor. Wichtig bei Haarölen, die als Leave-In-Produkt genutzt werden sollen, ist, dass sie die Haare nicht unnötig beschweren. Gute Haaröle lassen das Haar nicht schwer oder fettig wirken, solange die Dosierung stimmt.

Ein nützlicher Nebenaspekt bei der Verwendung von Haaröl ist nicht nur, dass die Haare gepflegt werden und glänzen. Je nach Öl trocknen die Haare auch schneller, als sie es sonst tun würden.

Haaröle selbst mischen:­ Diese Öle eignen sich

Im Grunde genommen eignet sich jedes Öl als Haaröl. Manche haben aber besondere Inhaltsstoffe und Eigenschaften, die für Haare und Kopfhaut besonders gut sind. Unter Kennern sehr beliebt ist Sesamöl. Anders als zum Beispiel Arganöl, ist es preiswerter und nicht so bekannt. Sesamöl wird vor allem in der Ayurveda oft genutzt und ist auch in Deutschland in vielen Läden problemlos erhältlich. Zur Haarpflege sollte man kaltgepresstes Öl nutzen, das möglichst ohne weitere Zusatzstoffe ist.

Ein ebenfalls sehr gut geeignetes Öl ist das schon erwähnte Arganöl. Arganöl ist ein Alleskönner und pflegt die Haut ebenso wie die Haare. Es ist allerdings recht teuer, da die Herstellung von Hand sehr aufwendig ist. Auch wenn es inzwischen auch maschinell gepresstes Arganöl gibt, ist dieses meistens von minderer Qualität. Zudem werden durch die manuelle Herstellung die Arbeitskräfte in den Herstellungsregionen unterstützt. Arganöl kann über das Internet, im Reformhaus oder in Bio-Läden gekauft werden.

Ein weiteres Öl, das sich gut für die Haarpflege eignet, ist Kokosöl. Es wird erst bei Körpertemperatur flüssig und pflegt – wie die anderen Öle auch – die Haare mit Lipiden und Vitaminen. Auch das klassische Ölivenöl eignet sich als Haaröl und findet oft Anwendung in Haarmasken in Kombination mit anderen Wirkstoffen wie Ei.

Seine Verfügbarkeit in fast jedem Haushalt macht es zu einer guten Alternative zu konventionellen Haarkuren. Ein Öl, das wieder etwas spezieller und nicht in jedem Haushalt zu finden ist, ist Mandelöl. Es wird auch gerne zur Körperpflege oder in Haarmasken verwendet.

Bei allen Ölen sollte darauf geachtet werden, dass sie möglichst wenig weiterverarbeitet sind und möglichst wenige weitere Zusatzstoffe enthalten.

Bildnachweis: zest_marina / stock.adobe.com

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