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Giersch im Garten – Frust oder Lust?

Lesezeit: 2 Minuten Eines der gefürchtetsten Unkräuter im Garten ist der Giersch. Seine Bekämpfung ist mühselig und der Erfolg meist nicht von langer Dauer. Wenn Sie ihn nicht besiegen können, sollten Sie Ihre Einstellung zu ihm ändern.

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Giersch im Garten – Frust oder Lust?

Giersch im Garten – Frust oder Lust?

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Aegopodium podagraria lautet klangvoll der botanische Name für das Unkraut Nummer eins in unseren Gärten. Dreiblatt, Geißfuß, kleine Engelwurz, Krähenfuß, wilde Angelika, Zipperleinskraut oder schlicht Giersch: unter diesem Namen kennt man ihn bei uns.

Auf nahrhaften, feuchten Böden im Halbschatten breitet er sich rasant aus. Mit seinen unterirdischen meterlangen Wurzeln kriecht er durch den Boden und erobert das Terrain. Im Sommer blüht er mit weißen Dolden und bildet Samen, die der Wind verbreitet. Giersch sorgt also sehr effizient für seine Ausdehnung.

Unkrautbekämpfung

Der verantwortungsbewusste Gärtner meidet Herbizide und greift zu Hacke, Spaten oder Messer. Soll ein Landstück kultiviert werden, kann dicke, dunkle Folie zum Einsatz kommen. Unter Lichtabschluss verwelkt alles (Un)kraut schnell. Um den Wurzeln endgültig den Garaus zu machen, bedarf es mehrerer Monate unnachgiebiger Verfolgung. Meist findet sich der Giersch aber in Beeten. Hier muss sofort gehandelt werden, wenn die ersten Pflänzchen sichtbar sind.

In leichtem Sandboden sticht man mit einem Messer unter die Pflanze, lockert die Erde und zieht sie mit Gefühl aus der Erde. Oft ist es erstaunlich, welch lange Wurzel selbst ein bescheidenes Pflänzchen bereits gebildet hat. Bleiben auch nur geringe Wurzelreste im Boden, schlägt er alsbald neu aus. Hier hilft nur Graben und Jäten, Jäten, Jäten. Eine andere Methode besteht darin, den Giersch durch ausdauerndes Ausrupfen seiner Blätter zu ermüden. Meist ist allerdings der Gärtner eher ermüdet als das Unkraut.

Perfide ist er, wenn er seine Ausläufer in die Wurzelballen mehrjähriger Stauden schiebt. Dann ist ihm kaum beizukommen, solange man die Staude nicht beschädigen mag. Jetzt hilft nur noch, die Staude auszugraben, zu teilen und durch längeres Wässern das Erdreich auszuspülen. Danach lassen sich die Gierschwurzeln relativ leicht herausziehen, bevor man die Staudenteile in unkrautfreiem Boden neu einpflanzt. Diese mühsame Prozedur ist gleichwohl nicht 100%ig wirksam.

Gemüsepflanze

Um den Frust bei der Unkrautbekämpfung nicht überhand nehmen zu lassen, sollten Sie den Giersch einmal mit anderen Augen betrachten: einst galt Giersch als Heilpflanze gegen Gicht und Rheuma. Seine Heilkraft wurde indes nicht belegt. Jedoch ist Giersch reich an Vitamin C, Eisen, Kalium und Karotin, was ihn zu einem gesunden Gemüse macht. Die Römer sollen ihn einst deswegen mit in unsere Breiten gebracht haben. Giersch schmeckt ähnlich wie Spinat und kann wie dieser in der Küche verwendet werden, die Kochzeit ist etwas länger. Verwendet werden die jungen Blätter. Wer einmal auf den Geschmack dieses Wildgemüses gekommen ist, hat am Ende vielleicht zu wenig davon im Garten.

Bildnachweis: goldbany / stock.adobe.com

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